Zwei beeindruckende Vortragsabende vom Kölner „Sozialpfarrer“ Franz Meurer bei Himmel un Ääd waren in kürzester Zeit ausgebucht. Pfarrer Meurer berichtet von seiner sozialen Arbeit und was er darunter versteht, das Evangelium zu verkünden.

Der angekündigte Vortrag war nach kürzester Zeit ausgebucht – aufgrund der Corona-Abstandsregeln und Schutzmaßnahmen fanden nur knapp 40 Gäste Platz im Schildgener Pfarrsaal. Dankenswerterweise hatte Pfarrer Franz Meurer spontan für den Folgetag einen zweiten Termin bestätigt, aber auch der war im Nu ausgebucht – und die Teilnehmer erlebten einen beeindruckenden Abend.

Pfarrer Meurer erzählte, wie er das Evangelium verkündet „ist doch klar: entweder die Kirche nützt den Menschen, oder sie ist für die Katz“. Meurer, der auch als ‚Don Camillo von Vingst’ bezeichnet wird, ist bundesweit durch sein soziales Engagement sowie ungewöhnliche Aktionen bekannt. Und da hatte er auch in Schildgen vieles zu berichten – lebhaft, engagiert und glaubwürdig. 

Meurer ist bei den Menschen. Durch sein Engagement und sein Tun appelliert er an Werte wie Toleranz, Solidarität, Nächstenliebe und Mut – wichtig für ihn ist die Kraft der Gemeinschaft („die Wahrheit ist symphonisch“) und des Handelns. „Die Kirche muss für die Menschen da sein – Moral allein bringt nichts. Du darfst als Kirche nicht nur Moral und Menschlichkeit behaupten, du musst es machen – wer macht, hat die Macht“.

So werden z.B. die Kinderferienzeiten in Hövi-Land jährlich von 300 jugendlichen und erwachsenen ehrenamtlichen Helfern getragen und ermöglichen bis zu 650 Kindern drei wunderbare Ferienerlebniswochen. Dieses Jahr wurde Hövi-Land Corona-bedingt zum „Hövi-Dorf“ mit angepasstem Programm. 

Auch berichtete Meurer über ein Modellprojekt, bei dem sich Schüler mit Lernbehinderung um alte, behinderte und kranke Menschen kümmern. Die Schüler bekommen eine spezielle Ausbildung und damit eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. In einem kurzen Filmbeitrag stellte er eine junge Frau vor, die als „Fachpraktikerin für Service in sozialen Einrichtungen“ liebevoll die Menschen in einer Demenz-WG betreut.

Seit 28 Jahren ist Franz Meurer (68) Pfarrer der Gemeinde Vingst/Höhenberg im eher ärmeren Kölner Osten, wo fast jeder 3. auf Harz IV angewiesen ist – hier hat er viele „seiner“ Projekte gestartet: Kleiderkammer, Gratis-Fahrräder, Programme für Arbeitslose wie etwa die Möglichkeit, einen Gabelstaplerführerschein zu machen, Essensausgabe, Taschengeldpatenschaften, multireligiöse Feste, Flüchtlingshilfe und vieles mehr. 

Ökumenische Zusammenarbeit ist für ihn selbstverständlich: „Ökumene ist doppelt so gut und halb so teuer.“ Er gilt aber auch als Kenner des christlich-islamischen Dialogs und engagiert sich vielfältig für das friedliche Miteinander von Christen und Muslimen. 
Aktuell leitet Pfarrer Meurer beim Pastoralen Zukunftsweg des Erzbistums Köln das Arbeitsfeld 1: (Geistlicher) Kulturwandel und Vertrauensarbeit. 

Bekannt wurde er auch durch Buchveröffentlichungen wie z.B. „Rheinischer Kapitalismus: Eine Streitschrift für mehr Gerechtigkeit“, „Kapitalismus der GUT tut“, „Zeit, die Herzen zu öffnen: Geschichten, die von Liebe erzählen“ und „Von wegen nix zu machen – Werkzeugkiste für Weltverbesserer“.Sein aktuelles Buch „Glaube, Gott und Currywurst – unser Platz ist bei den Menschen“ beschreibt der Kölner Stadtanzeiger in seiner Ausgabe vom 14./15.März 2020 als „liebevolles Portrait über seine Arbeit im Veedel und sein Verständnis von Kirche“ – es sei an dieser Stelle von den Veranstaltern des hier beschriebenen Gesprächsabends sehr zur weiterführenden Lektüre empfohlen.  

Als Erinnerung an diesen Abend und natürlich auch zur vertiefenden Lektüre hatte Pfarrer Meurer auch noch ein Geschenk für jede Teilnehmerin / jeden Teilnehmer mitgebracht: jede/jeder konnte vom reichhaltigen Büchertisch mit großer Auswahl von „Meurer-Büchern“ die Bücher mitnehmen, die sie/ihn interessierten. Angeregt von dem spannenden Vortrag wurde von diesem großzügigen Geschenk auch reichhaltig Gebrauch gemacht. Die Besucher dankten es ihm mit einer gut gefüllten Spendenschachtel zur Unterstützung seiner vielfältigen Aktivitäten. 

Himmel un Ääd

Himmel un Ääd ist das ökumenische Begegnungscafé in Schildgen. Sie finden uns auf der Alteberger-Dom-Str. 125

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