Rainer Wilhelm Röhr mit seiner Ehefrau Sigrid Neumann-Röhr und Landrat Stephan Santelmann. Foto: RBK/Nina Eckardt

Durch sein jahrzehntelanges Engagement im Friseurhandwerk hat Rainer Wilhelm Röhr große Verdienste für dieses Handwerk erworben; dafür verleiht ihm der Landrat das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Entscheidende Weichenstellungen in der Berufspolitik seines Verbandes sind auf Rainer Röhrs Initiative zurückzuführen. Reformen der Gesellen- und Meisterprüfungen und die Weiterentwicklung des Berufsbildes durch Zusatzqualifikationen wie beispielsweise Colorist, Salonservice Manager und Salon Manager gehörten zu seinen Verdiensten.

Seit 1973 engagierte sich Röhr beim Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Mit großem persönlichem Engagement hat er eine stete Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildungsinhalte und die Modernisierung der Bildungseinrichtungen im Friseurhandwerk vorangetrieben, um die hohen Standards der Qualifikation im Handwerk an den wachsenden Anforderungen auszurichten.

Erfolge des vielseitigen Engagements

Mit seinem kontinuierlichen Einsatz hat er branchenübergreifend wichtige Impulse für eine zukunftsorientierte Gestaltung der dualen Ausbildung gesetzt. Lohndumping, Schwarzarbeit und Scheinselbständigkeit hat Röhr effektiv bekämpft und das öffentliche Bewusstsein für deren negative Folgen geschärft.

Seit 2004 setzt er sich in seinem neuen Amt als Hauptgeschäftsführer für eine moderne Tarifpolitik im Friseurhandwerk ein. Dass die Sozialpartner im Friseurhandwerk einen branchenspezifischen Mindestlohn vereinbart haben, ist zu einem großen Teil seinem Vermittlungsgeschick zu verdanken und fand auch in anderen Handwerksbereichen die entsprechende Aufmerksamkeit.

Sein besonderes Engagement galt der Etablierung von Nachwuchswettbewerben auf nationaler und internationaler Ebene, die zur Steigerung der Attraktivität des Friseurhandwerks beigetragen haben.

Rainer Wilhelm Röhr mit seiner Ehefrau Sigrid Neumann-Röhr und Landrat Stephan Santelmann. Bildquelle: Rheinisch-Bergischer Kreis/Nina Eckardt

Zu seinen größten Erfolgen zählen die Weltmeisterschaften der Friseure 1978 und 1988 in Düsseldorf sowie die „Hairworld 2000“ in Berlin, die neue Maßstäbe bei internationalen Fachveranstaltungen setzten und als Meilenstein der Hairfashion-Branche gelten.

Darüber hinaus etablierte Herr Röhr die Fachmesse „Hair & Beauty“ als europäische Leitmesse der Branche in Frankfurt/Main. Sein Einsatz für das Zusammenwachsen des Handwerks in Europa ging weit über das berufliche geforderte Maß hinaus.

Von 1986 bis 2017 ist Herr Röhr Mitglied der Vertreterversammlung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Hier war er maßgeblich bei der Einführung von Hautschutzmaßnahmen in der Friseurbranche beteiligt, die zu einem signifikanten Rückgang der gemeldeten Hauterkrankungen führte.

Als Sekretär für Tarif- und Sozialpolitik vertrat er das deutsche Friseurhandwerk ab Mitte der 90er Jahre bei der Coiffure EU, dem europäischen Dachverband. Hier organisierte er den Dialog zur Stärkung und Professionalisierung des Friseurberufes zwischen den Sozialpartnern auch auf europäischer Ebene.

Darüber hinaus erreichte er, dass sich die europäischen Berufsverbände dem deutschen Level des Gesundheitsschutzes angeschlossen haben. Diese Vereinbarungen wurden als „Safe Hair 1-3 Projekte“ branchenweit bekannt.

Unermüdlicher Weltverbesserer

Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand engagiere er sich weiterhin in verschiedenen Gremien und Ausschüssen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Bis März 2019 arbeitete er in Brüssel an „Safe Hair 3“ mit und initiierte zudem ein Vorsorgeprogramm, um Erkrankungen des Skelett- und Muskelapparates im Friseurhandwerk vorzubeugen.

Von 1982 bis 1997 war er beim Arbeitsgericht Köln und von 1997 bis 2004 beim Landesarbeitsgericht Köln ehrenamtlicher Richter.

Auszeichnungen für Herrn Röhr

Herr Röhr genießt in der Friseurbranche und im Handwerk insgesamt höchste Anerkennung.

Für seine Verdienste um das Friseurhandwerk wurde er 2014 vom Zentralverband des Deutschen Handwerks mit dem Handwerkszeichen in Gold geehrt. Im gleichen Jahr verlieh ihm der Zentralverband Friseurhandwerk die Goldene Ehrennadel mit Diamant.

Der Weltverband des Friseurhandwerks, die Organisation Mondial de la Coiffure (OMC), zeichnete Herrn Röhr 2014 für seine Verdienste um die internationale Entwicklung der Branche mit dem „OMC Lifetime Achievement Award“ aus. Das Auswärtige Amt wurde beteiligt.

Rainer Wilhelm Röhr ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Bergisch Gladbach.

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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1 Kommentar

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  1. Glückwunsch dem „Kopf-Handwerker“ im doppelten Wortsinn!
    Und, mit Verlaub: Ein guter Mann (nicht erst wegen dieser nun jüngst verdienten „Dekoration”),
    sondern eben als bodenständig kluger Kopf, fester Charakter und stets wacher Geist mit Esprit und Ideen!

    Rainer W. Röhr wäre übrigens eine Bereicherung für den nächsten Stadtrat
    – Er kandidiert auf Platz 2 für die Freie Wählergemeinschaft und war einer der Aktiven des der FWG vorausgegangenen Bündnisses der Bürgerinitiativen für einen qualitativ besseren Flächennutzungsplan.

    Wahrscheinlich ist ihm diese unaufgefordert politische „Werbung“ peinlich
    — Aber es wird hier auch für andere Leute und deren politische Zukunft geworben, so dass also kein Grund besteht, Rainer W. Röhr und die FWG nicht zu „bewerben” …

    Die FWG und ihre Kandidaten wären übrigens, wie schon mehrfach erwähnt, die einzig neuen Player im künftigen Rat,
    sind frei von allen (inter-)parteilichen Verwicklungen, von jeder Ideologie sowieso und direkt hervorgegangen aus eben der konstruktiven Bürgerbeteiligung zum Flächennutzungsplan.