Überall sichtbar: Das Sterben der Fichtenbestände in unseren Wäldern. Foto: Jo Schlösser

Die CDU-Fraktion will sich in der kommenden Ratsperiode dafür einsetzen, „dass die durch Trockenheit, Borkenkäfer, Stürme und Pilzbefall auch im Stadtgebiet entstandenen Wald- und Baumschäden nachhaltig bekämpft werden“.

Nach dem letztjährigen nordrhein-westfälischen Waldzustandsbericht weise nur noch jeder fünfte Baum keine Schäden auf; „allein der Fichtenbestand ist – für uns alle sichtbar – zu erheblichen Teilen vernichtet und nicht mehr rettbar“, erklärt CDU-Fraktionschef Michael Metten.

In dieser Situation müsse die Bekämpfung der Wald- und Baumkrise als Gemeinschaftsaufgabe begriffen werden. „Ich appelliere an den zuständigen Fachbereich der Verwaltung, dass das von der CDU-Fraktion im vergangenen Jahr angeregte Modell der Grün-Patenschaften für städtische Anlagen engagiert umgesetzt wird“, so Metten.

Der Waldexperte der CDU-Fraktion, Peter Lautz, geht inzwischen davon aus, „dass mehr als 50 Prozent der Wälder im Kreisgebiet erheblich geschädigt sind, „Rettungsmöglichkeiten dieser Bestände sehe ich leider kaum mehr“.

Deshalb fordert Lautz, der als CDU-Kreistagskandidat für die Stadtmitte antritt, ein sofortiges Handeln der Wiederaufforstung und Waldverjüngen durch Baumarten, „die mit der Austrocknung der Böden besser zurecht kommen“. Nicht nur die Fichte, auch zahlreiche Laubbäume seien ernsthaft gefährdet.

Dieser Walnussbaum zeigt eine deutliche „Kronenverlichtung“ und ist gefährdet. Foto: Jo Schlösser

„Die vielerorts auffallenden Verlichtungen der Baumkronen sind deutliche Anzeichen dafür, dass immer mehr Laubbaumarten unter dem anhaltenden Trockenheitsstress und Pilzbefall leiden“, mahnt Lautz, der auch stellvertretender Vorsitzender des nordrhein-westfälischen CDU-Landesagrarausschusses ist.

Nach den Erhebungen des NRW-Waldzustandsberichts wurde Ende 2019 bei 42 Prozent aller Laubbäume eine „deutliche Kronenverlichtung“ festgestellt.

Keine Politik der Schuldzuweisung

Metten, der als CDU-Politiker erneut für den Wahlbezirk Hebborn antritt, plädiert dafür, „für die Bekämpfung der Waldschäden sowie für die Pflege der städtischen Grünanlagen und Straßenbäume höchste Priorität anzusetzen“.

Die Wälder, Grünanlagen und Baumbestände in den Parks und an den Straßen seien für die Qualität unserer Atemluft unverzichtbar. Allerdings werde er sich an einer „Politik der Schuldzuweisungen“ nicht beteiligen. „Wer mit dem Finger ständig auf andere zeigt, lenkt zumeist von eigenen Unzulänglichkeiten ab“, betont Metten. 

Er sei zufrieden, dass sich in der jüngsten Ratssitzung nach ausführlicher Diskussion eine Mehrheit für die Aufnahme von drei Zusätzen in der Baumschutzsatzung entschieden habe, die seine Fraktion in einem Ergänzungsantrag eingebracht hatte.

„Durch diese drei Punkte wird die Stadt stärker in die Pflicht genommen, künftig regelmäßig über den Zustand der Wälder im Stadtgebiet zu berichten sowie eine aktive Mehrung des städtischen Baumbestandes zu betreiben, Wiederaufforstungsprogramme durchzuführen, die Grünpflege zu intensivieren und einen Fonds einzurichten, in den die Bürgerinnen und Bürger Spenden für Baumprojekte einzahlen können“, so Metten.

Dadurch sei die Baumschutzsatzung zu einer nachhaltigen „Baumschutz-  und Mehrungssatzung“ geworden. Deshalb habe die CDU-Fraktion der beschlossenen Baumschutzsatzung zustimmen können.

Ausgewogener Verkehrsmix

Die CDU-Fraktion werde sich auch künftig für andere wichtige Umweltthemen wie einen ausgewogener Verkehrsmix einsetzen, „mit verbesserten Radwegen vor allem rund um unsere Schulen, mit der Optimierung des Bus- und S-Bahnverkehrs, mit modernen Ampelschaltungen, mit mehr Bushaltebuchten an den Hauptverkehrsstraßen, um den Verkehr flüssiger zu machen, mit Kreisverkehr-Lösungen statt Kreuzungen“.

CDU-Politiker Lautz sagte dazu: „Wir haben in unserem Kreisgebiet den ÖPNV erheblich verbessert, und wir werden die Taktverdichtungen unserer Busflotte weiter voranbringen.“

Metten und Lautz  unterstreichen: „Bei der Mobilität darf es kein Gegeneinander geben; auch hier ist ein Miteinander – mit der gegenseitigen Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer – zwingend notwendig. Dafür setzen wir uns ein.“

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

6 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Das Schöne ist doch:
    Man braucht das erfahrungsgetränkte Risiko gar nicht einzugehen, ob die CDU es diesmal ernst meint oder dann doch (wieder) nicht (Gleiches gilt ja für ihren vormaligen GroKop-Partner auf der jetzt anderen Seite) …

    – Einfach FWG wählen, dann gibt´s per neuer Kraft im Rat eine überparteiliche Garantie für all die Punkte, aus deren engagierter und konstruktiver Bearbeitung in Bürgerinitiativen heraus die Freie Wählergemeinschaft überhaupt erst entstanden ist … Gelebte Bürgerbeteiligung.

    Mit einer möglichst starken FWG-Fraktion im nächsten Rat hat Wähler die Gewähr, das die Big Two (Schwarze Hausmacht und Ampelbund) – egal, wer von beiden schließlich vorne liegt – beständig an alle (guten) Wahlversprechen erinnert bzw. bestenfalls am Gegenteil gehindert wird.

    Stichwort „bestenfalls“:
    Das gilt insbesondere dann, wenn keine der beiden Großen die absolute Mehrheit erreichte – Was einem lebendigen und beweglichen Rat (+ dazu passendem Bürgermeister), meine ich, gut täte … Ebenso wie eine möglichst starke FWG-Fraktion!

    Ne, ich gehöre keinem „Club“ an, finde die nur so gut …

  2. Zur Gefährdung der Bäume:

    Mit dem aktuell gültigen Flächennutzungsplan (FNP) hat die CDU -bekanntlich gegen die Einwände tausender Bürger*innen- maßgeblich vorbereitet, dass in Bergisch Gladbach in den kommenden Jahren ca. 1 Mio. Quadratmeter Natur bebaut bzw. versiegelt werden. Tausende Quadratmeter Wald innerhalb von Bergisch Gladbach sollen geopfert werden.

    Dabei werde ich nicht so schnell vergessen, wie Herr Dr. Metten bei der abschließenden Sitzung der Ausschüsse ganz persönlich und explizit dafür eingetreten ist, den wertvollen Neuborner Wald bedingungslos für die Fa. Krüger zu opfern.

    Daher ist es befremdlich, wenn die CDU und deren Führung nun so tut, als läge ihr der Baumbestand in und um Bergisch Gladbach am Herzen. Man darf sich vielmehr fragen, ob das Thema bei der CDU nach der Wahl nicht ganz schnell wieder in den Hintergrund tritt.

    Dabei gibt es allen Grund zur Sorge um unsere Bäume, innerhalb der Stadtgebiete und in deren Umfeld. Die CDU wäre nach den Erfahrungen der letzten Jahre dabei aber sicherlich eher „Bock“ als „Gärtner“.

    Hanns-Eberhard Schulze – Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach (FWG)

  3. 75 Jahre CDU und nun auch noch die Laubbäume gefährdet!!!

    Es ist Wahlkampf und da darf man erst recht als schon immer größte Fraktion, als CDU Fraktion schon mal etwas für sich in Anspruch nehmen, man darf auf den Waldzustand und sogar die Laubbäume ganz besonders hinweisen. Das mit dem Klimaschutz und den Bäumen scheint halt “mainstream” zu sein, Stimmen sammeln, wo immer es geht und (fast) egal wie.

    Abgesehen davon hat man ja auch dafür einen “Vorzeigemenschen” in den eigenen Reihen entdeckt – wo war der bisher eigentlich – den stellvertretenden Vorsitzenden des nordrhein-westfälischen CDU-Landesagrarausschusses. Wer kann nun noch Zweifel an der Kompetenz der CDU-Fraktion haben?

    Nun heißt es, „für die Bekämpfung der Waldschäden sowie für die Pflege der städtischen Grünanlagen und Straßenbäume höchste Priorität anzusetzen“ und weiter „Wer mit dem Finger ständig auf andere zeigt, lenkt zumeist von eigenen Unzulänglichkeiten ab“.

    Wenn das denn so einfach wäre liebe CDU-Fraktion. Weder kommt man so einfach aus der Verantwortung der letzten Jahre heraus, der Zustand des Waldes zeigt es deutlich, noch erreicht man mit „mainstream Lip service“ die erforderlichen Veränderungen, das zeigen die letzten Jahre.

    Das gleiche gilt selbstverständlich auch für den ausgewogenen Verkehrsmix so kurz vor der Wahl. Da heißt es jetzt, „Bei der Mobilität darf es kein Gegeneinander geben; auch hier ist ein Miteinander – mit der gegenseitigen Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer – zwingend notwendig. Dafür setzen wir uns ein.“

    Aber auch hier, liebe CDU-Fraktion wird man die Verantwortung für die Vergangenheit nicht dadurch los, indem man auf das Miteinander und die gegenseitige Rücksichtnahme verweist. Das Mobilitätskonzept schlummert seit 2016 in den Partei- und Verwaltungsschubladen und gehörte eigentlich schon lange obenauf auf die Agenda. Ein Klimakonzept ist trotz „größter Kompetenz“ gar nicht erst vorhanden.

    Die Bürger und Klimafreunde Rhein Berg haben die Expertise der CDU Fraktion und ihre Unterstützung allerdings ganz besonders deutlich vermisst bei der Übergabe von weit über 2000 Unterschriften die mehr Grün in der Bensberger Schlosstrasse vorschlugen. Dabei ging es nicht um „Lip service“ sondern um Machen liebe CDU. Wo waren die CDU-Vertreter?

    Es ist weder böswillig noch kleinkariert daran zu erinnern, nun wird gewählt am 13. September 2020 und Mobilität, Digitalisierung und Klimaschutz stehen ganz oben auf der Bedürfnispyramide der Wähler, kein “weiter so”.

  4. “Die CDU-Fraktion werde sich auch künftig für andere wichtige Umweltthemen wie einen ausgewogener Verkehrsmix einsetzen, „mit verbesserten Radwegen[..]”

    Herr Buchen und seine CDU hätten schon vor der Wahl beweisen können, wie wichtig Ihnen der Radverkehr ist. Mit ganz kleinen unkomplizierten, preiswerten aber effektiven Maßnahmen zur Verkehrssicherheit! An vielen Stellen in der Stadt. Aber selbst diese Chancen wurden vertan bzw. ignoriert. Dafür wurden z.B. die Schutzstreifen in Schildgen Kreuzung ABD / Leverkusener neu gemalt. Fein und sicherlich sinnvoll. Nach einem tödlichen Unfall Ende Februar das mindeste. Dafür gibt es keinen Applaus. Aber die schon 2016 im MobiK beschlossenen vorgelagerten Radaufstellflächen an gleicher Stelle – selbst bei erneutem Antrag – werden schlicht abgelehnt. Noch Fragen?

  5. Da kann man doch nur rundum zustimmen!

    Auch die Straßenbäume im Stadtbild werden mehrfach und ausdrücklich als zu schützen wie zu pflegen erwähnt.

    Nun, da fangen wir doch ganz praktisch ‘mal damit an, die vollkommen überflüssige (um es nett zu sagen) Baumfällerei in Bensberg-City zu unterlassen.

    Neue und mehr Bäume werden den derzeit ohnehin eher sparsamen Bestand dort also ergänzen und gerade auch die flächig steinerne Pracht um das Treppenbauwerk künftig aufwertend begrünen und angenehm beschatten …

    Wird es speziell dazu noch vor dem Stimmentransfer am 13.09. eine unzweideutig bestätigende Aussage geben …?