Das Bündnis Bündnis für Vielfalt und Chancengleichheit gewann vier Sitze, auch Redouan Tollih zieht wieder ein

Bei der Wahl zum Integrationsrat traten am Sonntag 42 Einzelpersonen bzw. Listen an. Die Bandbreite der darin vertretenen Lager reicht über das gesamte politische Spektrum. Der Versuch der Bürgerpartei, das Gremium über möglichst viele Einzelkandidaten zu besetzten, scheiterte.

Bei der Wahl wurden 14 Sitze vergeben. Nach Vorlage des Endergebnisses ziehen folgende Kandidat:innen in den Integrationsrat ein. Die 14 Plätze werden zur Hälfte durch Einzelkandidat:innen, zur Hälfte durch Listen belegt.

Einzelkandidat SamiraeSamirae, FrankEinzelbewerber
Einzelkandidatin BhattacharjeeBhattacharjee, MichaelaEinzelbewerber
Einzelkandidat BochniczekBochniczek, MichaelEinzelbewerber
Einzelkandidatin BollenDr. Bollen, OttaviaEinzelbewerber
Bündnis für Vielfalt und Chancengleichheit in Bergisch GladbachCetinkaya-Roos, HandanListenplatz 1
Bündnis für Vielfalt und Chancengleichheit in Bergisch GladbachTollih, RedouanListenplatz 2
Bündnis für Vielfalt und Chancengleichheit in Bergisch GladbachKrasniqi, KastriotListenplatz 3
Bündnis für Vielfalt und Chancengleichheit in Bergisch GladbachKalamenios, IraklisListenplatz 4
Einzelkandidatin CelettaCeletta, MarinaEinzelbewerber
Einzelkandidat CöcüÇöçü, GüvenEinzelbewerber
LiLM. Bagher Zadeh, HalehListenplatz 1
Einzelkandidat MayerDr. Mayer, HartmutEinzelbewerber
UbBGAghazadeh, NiloofarListenplatz 1
Unsere Stimme für IntegrationYayla, AlperenListenplatz 1
Quelle: wahlen.citkomm.de

Linke und rechte Flügel vertreten

Damit prägen sowohl erfahrene als auch neue Kandidat:innen den künftigen Integrationsrat. Gewonnen haben Ehrenamtler:innen aus der Integrationsarbeit wie Michaela Bhattacharjee oder Aktive wie Redouan Tollih, der bereits in der vergangenen Legislatur im Integrationsrat aktiv waren. Neu im Rat sind indes auch Vertreter wie Hartmut Mayer, der bislang kaum zum Thema Integration in Erscheinung getreten ist.

Die Strategie der Bürgerpartei, mit mehreren Einzelkandidaten den Integrationsrat zu besetzen, schlug fehl. Die Partei aus dem rechten Spektrum konnte nur Frank Samirae platzieren.

Auf der gegenüberliegenden Seite des politischen Spektrums zieht mit Haleh Bagher Zadeh eine Vertreterin der Linken in das Gremium ein. Die Debatten im Integrationsrat versprechen also kontrovers zu werden.

Konstituierung noch offen

Samirae gehört mit Göcü, Bollen sowie den angetretenen Listen zu den Wahlvorschlägen, die mit deutlichem Stimmvorsprung punkten konnten.

Das Bündnis für Vielfalt und Chancengleichheit lag dabei mit 23 Prozent mit deutlichem Abstand vorne. Beobachter machen hier vor allem den intensiven Wahlkampf der Kandidat:innen für den Wahlsieg verantwortlich. Teils soll aber auch die Popularität der Vertreter in ihren Communities den Ausschlag gegeben haben.

Das Bündnis selbst führt den Erfolg auf die Vielfalt der Nationalitäten seiner Liste zurück. So seien nun Vertreter der türkischen, marokkanischen, albanischen und griechischen Community über diese Liste im Integrationsrat vertreten.

Quelle: wahlen.citkomm.de

Der Termin für die konstituierende Sitzung des neuen Integrationsrates sei noch offen, heißt es in der Verwaltung. Dies gelte auch für die Bestimmung der sieben Vertreter aus dem Stadtrat, auf die man sich nach dessen Konstituierung einigen werde.

Der Zusammenarbeit mit dem neuen Integrationsrat blicke man nicht zuletzt aufgrund der Bandbreite politischer Strömungen und Erfahrungen mit Spannung und Erwartung entgegen, so eine Stimme aus dem Rathaus.

Leicht angezogene Wahlbeteiligung

Wahlberechtigt waren rund 20.000 Wähler:innen. Die Wahlbeteiligung lag mit 15,72 Prozent (3.130 Wähler:innen) leicht höher als bei der letzten Wahl (rund 13 Prozent). Vertreter der Community zeigten sich mit der Entwicklung zufrieden, wenngleich noch Luft nach oben sei.

Auffallend war der mit 8,59 Prozent relativ hohe Anteil an ungültigen Stimmen. Hier sehen Beteiligte noch deutliches Potential zur Erläuterung des Wahlvorganges und der Stimmzettel selbst.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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1 Kommentar

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  1. Wahrscheinlich wurden im Stimmbezirk 012-1 in Bergisch Gladbach
    fälschlicherweise Wahlzettel zur Integrationswahl an nicht
    Wahlberechtigte ausgegeben.

    Mir sind außer mir drei weitere Personen bekannt, welchen diesen
    ausgehändigt bekommen haben, obwohl weder ich, noch die anderen Wähler,
    nach der Auflistung der Kriterien zur Wahlberechtigung unter
    https://www.bergischgladbach.de/integrationsratswahl.aspx
    erfüllten.