Am 13. September machte die Böhm-Veranstaltungsreihe „Expedition Heimat 2.0“ Station in der Herz Jesu-Kirche in Schildgen. Im Rahmen des “Tags des offenen Denkmals” nahmen 120 Gäste an fünf ausgebuchten Veranstaltungen unter Einhaltung der Corona-Regeln teil. Klar wurde: Böhms kühner Kirchen-Entwurf ist längst zu einer Landmarke geworden.

Allen Akteuren hat es viel Spaß gemacht; sie waren überwältigt von der Resonanz. Auch Landrat Stephan Santelmann hatte es sich einen Besuch nicht nehmen lassen und brachte ein nettes Grußwort mit. Ca. 120 Gäste haben unter verantwortlicher Berücksichtigung der Corona-Regeln an fünf ausgebuchten und interessanten Veranstaltungen teilgenommen: 

  • “Herz Jesu im Bau: viel Holz, Gussformen und die Betonier-Bombe“
    Vortrag von Architekturhistoriker Dr. Alexander Kierdorf
  • Drei Kirchenführungen mit Dr. Kierdorf
  • Eine wunderbare Kinder-Kirchenführung mit Meike Ditscheid und Christiane Kurth
Führung durch die Herz-Jesu-Kirche

Vom Bolzplatz in die Kirche

Wo beginnt man einen Rundgang durch die „Böhm-Kirche“ in Schildgen? Der Archtekturhistoriker Dr. Alexander Kierdorf bat am „Tag des offenen Denkmals“ zum Auftakt seiner Führungen zunächst auf den Bolzplatz hinter der Kirche: Auf dem Weg dorthin hatten die Besucher nicht nur Gelegenheit, die trutzige, meterhohe Mauer von allen Seiten in Augenschein zu nehmen. Von dort ist auch der Blick frei auf die Vorgängerkirche, die heute als Pfarrsaal Teil des Ensembles der neuen Herz-Jesu-Kirche ist.

Warum ein aufstrebender und nachgerade wagemutiger Architekt wie Gottfried Böhm, Sohn immerhin des berühmten Architekten und Kirchenbauers Dominikus Böhm, hier überhaupt eine Kirche plante, die auch 60 Jahre nach ihrem Bau weiterhin als architektonisch wegweisend gelten darf, dafür hatte der versierte Lokalhistoriker eine Erklärung:

Die Bayer-Manager, die sich hier in Schildgen, vor den Toren von Leverkusen, ihre Häuser bauen ließen, hatten zuvor in aller Welt nicht nur Aspirin verkauft, sondern auch moderne Architektur kennen- und schätzen gelernt. So hielt avantgardistischer Geist auch Einzug ins beschauliche Schildgen und ebnete den Weg für einen „katholischen“ Kirchenbau, der mit Türmchen, Hütchen und jeder Menge Sichtbeton bis heute aus dem Rahmen fällt. 

Kinderführung und Betonierbombe

Um Gottfried Böhm drehte sich aus Anlass seines 100. Geburtstags im vergangenen Januar am „Tag des Offenen Denkmals“ alles in Bergisch Gladbach: Landrat Stephan Santelmann und Kreiskulturreferentin Charlotte Loesch hoben die Böhm-Bauten zur „Expedition Rheinland“ aufs Schild, und damit natürlich auch die Herz-Jesu-Kirche in Schildgen:

Pfarrer Dürscheid begrüßt die Besucher

Neben den drei über den Tag verteilten, übrigens restlos ausgebuchten Führungen boten die Veranstalter – die Pfarrgemeinde vertreten durch Pfarrer Wilhelm Darscheid, das Begegnungscafé Himmel un Ääd mit Achim Rieks, das Katholische Bildungswerk und die Familienbildungsstätte sowie das Kulturamt des Rheinisch-Bergischen Kreises mit Kreiskulturreferentin Charlotte Loesch – eine Kinderführung sowie einen Vortrag von Dr. Kierdorf über das kühne Böhmsche Bauprojekt, bei dem laut Kierdorf eine „Betonierbombe“ den Takt vorgab. 

Glockenläuten

Die Kinder entdeckten die „Böhm-Kirche“ spielerisch: Auf Schatzsuche machte sich eine kleine Gruppe von Kindern zwischen drei und acht Jahren mit ihren Eltern. Ausgestattet mit Schatzkisten, die sich über die Zeit füllten, gingen die Kinder auf Entdeckungsreise. So konnten sie z. B. die großen Kirchenglocken zum Läuten bringen, haben erfahren, warum die Osterkerze eine ganz besondere ist und mit Knete kleine Kunstwerke geformt, so wie Gottfried Böhm auch Modelle seiner Bauwerke modelliert hat.

Im „Paradies“ hatten sich kleine Fische als Symbol für die Taufe versteckt und die Kinder haben entdeckt, dass der Fisch früher ein „Geheimzeichen“ der Christen war. Zum Abschluss konnten es sich die Familien rund um das Wasser gemütlich machen und die Schatzkisten voller Schätze noch von außen verzieren. 

Fazit

Nach 9 Stunden, ausführlich dem Schaffen Böhms in Schildgen gewidmet, waren Besucher wie Veranstalter einmal mehr gewiss, dass es ein ganz besonderes Bauwerk ist, in den der Baumeister Gottfried Böhm sie seit 60 Jahren einlädt, ihre Gottesdienste zu feiern. 

„Danke für die gelungene Kooperation in Sachen “Expedition Heimat 2.0” dem Team vom Kulturamt des Rheinisch-Bergischen Kreises um Frau Loesch, Herrn Andres vom kath. Bildungswerk Rhein-Berg, Frau Ditscheid von der Katholischen Familienbildungsstätte sowie Frau Kurth und Herrn Dr. Kierdorf für Vortrag und Kirchenführungen“, so Achim Rieks, Mitglied des Kirchenvorstandes Herz Jesu Schildgen und Vorsitzender des Himmel un Ääd e.V.

Das Team des Böhm-Tages in Schildgen

Kooperationspartner dieses Tages im Rahmen der Böhm-Veranstaltungsreihe „Expedition Heimat 2.0“ waren der Rheinisch-Bergische Kreis, das Begegnungscafé Himmel un Ääd, die Pfarrei Herz Jesu Schildgen, das Katholische Bildungswerk Rheinisch-Bergischer Kreis sowie die Katholische Familienbildungsstätte Bergisch Gladbach. 

Himmel un Ääd

Himmel un Ääd ist das ökumenische Begegnungscafé in Schildgen. Sie finden uns auf der Alteberger-Dom-Str. 125

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