Heute ist Welttag der Patientensicherheit. Das hat das EVK zum Anlass genommen, sein Personal im „Room of Horrors“ zu schulen. In dem Trainingsraum wurden Gefahren für Patienten simuliert. In nur 15 Minuten mussten die Teilnehmer:innen Risiken aufdecken, um so die Patientensicherheit zu steigern. Das war nicht immer einfach.

Auf den ersten Blick sieht alles nach einem ganz normalen Patientenzimmer in einem Krankenhaus aus. Die Patientin, in diesem Fall eine Puppe, liegt im Bett – rechts von ihr ein Infusionsständer mit verschiedenen Ampullen und links der Patientenwagen mit Telefon und dem Mittagessen.

In Wahrheit lauern in diesem unscheinbaren Raum aber jede Menge kleinere und größere Gefahren – es ist ein regelrechtes Horrorzimmer. Anlässlich des Welttages der Patientensicherheit am 17. September konnte das medizinische und pflegerische Personal des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach (EVK) das Bewusstsein für Patientengefährdungen spielerisch trainieren – mit dem sogenannten „Room of Horrors“.

Joghurt auf Nachtschrank

In dem Trainingsraum, der eine simulierte Patientensituation abbildet, sind alltagsnahe Fehler und Risiken für Patienten versteckt. In den vergangenen vier Wochen war der Raum für die Mitarbeiter geöffnet. Nur wenige Fehler sind dabei plakativ und auf den ersten Blick zu erkennen, beispielsweise fehlende Schutzmasken, obwohl es sich laut Aushang an der Tür um ein Isolationszimmer handelt.

EVK-Chefarzt Marc K. Schuler überprüft die Patientenakte im “Room of Horrors”. Assistenzärztin Christel Schiffbauer notiert die entdeckten Fehler auf dem Auswertungsbogen. Foto: D. Beer (EVK GL)

Ein Joghurt auf dem Nachtschrank, obwohl die Patientin eine Laktoseintoleranz hat, gehört ebenfalls zu den offensichtlicheren Fehlern. Der Teufel steckt vielmehr im Detail. Für viele Gefahren ist ein genauer Blick in die Patientenakte nötig, um etwa zu entdecken, dass die Patientin das falsche Medikament bekommt. Für die Erkundung des Raumes sind insgesamt 15 Minuten vorgesehen.

Schweizer Konzept

Das Konzept des „Room of Horrors“ stammt aus der Schweiz. Anika Oßendorf, zuständig für das Risiko- und Qualitätsmanagement, hat die Lernerfahrung für das EVK umgesetzt und jeweils ein Szenario für die Innere Medizin und die Chirurgie erstellt. „Wir möchten über diesen Weg für das Thema Patientensicherheit sensibilisieren, denn in der Hektik des Alltags können schnell Fehler passieren“, so Oßendorf, die mit der Resonanz auf den Trainingsraum sehr zufrieden ist: „Die meisten der simulierten Fehler und Gefahrenquellen wurden von Teams oder einzelnen Personen aufgedeckt.“

Die Sicherheit der Patienten ist eines der wichtigsten Anliegen in der täglichen Arbeit des EVK, betont Betriebs- und Pflegedienstleiter Thomas Stokowy: „Der Patientenschutz dient gleichzeitig auch dem Schutz unserer Mitarbeiter, nicht nur während der aktuellen Corona-Pandemie. Wir schulen unser Personal regelmäßig und intensiv, um die höchstmögliche Sicherheit für alle Beteiligen zu gewährleisten. Dennoch kann es natürlich wie überall im Leben zu Fehlern kommen, aus denen es dann zu lernen gilt.“

Hintergrund

Der Welttag der Patientensicherheit wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit ihren internationalen Partnerorganisationen nach der Premiere 2019 in diesem Jahr zum zweiten Mal begangen. Weltweit beteiligen sich Gesundheitsorganisationen mit Veranstaltungen und Aktionen.

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