Vier Routen führen RadPendler nach Köln hinein (Kartenausschnitt)

Seit zwei Jahren arbeiten die Kommunen im rechtsrheinischen Kölner Umland daran, vier leistungsfähige Routen für Radpendler in die Kölner Innenstadt einzurichten. Alleine aus Bergisch Gladbach könnten damit 2200 Pendler:innen zum Umsteigen auf das Rad bewegt werden. Jetzt schlossen die Beteiligten eine Vereinbarung ab, die Entwurfsplanung beginnt.

Im vergangenen Jahr waren in einer Machbarkeitsstudie vier Trassen definiert worden: Sie führen von Leverkusen, Bergisch Gladbach, Rösrath /Lohmar sowie Troisdorf / Niederkassel nach Köln-Deutz. Diese vier Routen mit einer Gesamtlänge von 80 Kilometer sollen nach und nach durch Zubringer ergänzt werden und ein Netz bilden.

Unmittelbares Ziel ist es, den Berufspendlern und auch Freizeitradlern schnelle Strecken in die Metropole anzubieten und damit mittelbar den Straßenverkehr zu entlasten.

Dafür gibt es offenbar ein großes Potential: Laut Machbarkeitsstudie könnten durch die Radpendlerrouten täglich auf den Trassen Bergisch Gladbach/ Köln rund 2.200, Leverkusen/Köln rund 1.500, Rösrath/Köln rund 2.300, Troisdorf/Köln 4.500 sowie Niederkassel/Köln 3.800 Fahrradfahrerinnen und -fahrer mehr unterwegs sein, als dies bisher der Fall ist.

„Die schnellen Radwegeverbindungen von und nach Köln sind ein wichtiger Bestandteil unserer Mobilitätsoffensive“, sagte Landrat Stephan Santelmann am Freitag bei einer Vertragsunterzeichnung in der Bergisch Gladbacher Radstation. Die Pendlerrouten ermöglichten es den Bürger:innen, schnell und klimafreundlich zwischen dem Rechtsrheinischen und Köln mobil zu sein.

Schulterschluss in der Region

In der Radstation unterschrieben Vertreter der Städte Köln, Leverkusen, Bergisch Gladbach, Rösrath, Lohmar, Niederkassel und Troisdorf sowie des Rhein-Sieg-Kreises und des Rheinisch-Bergische Kreis eine Kooperationsvereinbarung zur Umsetzung der sogenannten „RadPendlerRouten im Rechtsrheinischen“.

Die Kooperationsvereinbarung legt fest, dass die vier Trassen die gleichen hohen Qualitätsstandards erfüllen sollen, beispielsweise bei der Radwegebreite oder der durchgängigen Routenführung. „Eine einheitliche und attraktive Gestaltung der Routen soll Lust aufs Radeln machen, zum Umstieg auf das Fahrrad motivieren und eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr schaffen“, erklärt die Kölner Verkehrsdezernentin Andrea Blome.

Das Projekt RadPendlerRouten ist eine Kooperation der rechtsrheinisch von Köln gelegenen Kreise und Kommunen. Es ist Teil des Projektes „StadtUmland.NRW“.

In der Regionale 2025 eingebunden

Die Routen von Bergisch Gladbach und Rösrath nach Köln sind zudem ein Projekt der Regionale 2025 und haben bereits den B-Status erhalten. Weitere Partner im Prozess sind das Zukunftsnetz Mobilität NRW sowie der Region Köln/Bonn e.V.

Den gemeinsamen Schulterschluss in der Region besiegelten der Bergisch Gladbacher Beigeordnete Harald Flügge, die Leverkusener Verkehrsdezernentin Andrea Deppe, der Lohmarer Beigeordnete Michael Hildebrand, der Beigeordnete der Stadt Niederkassel, Dr. Stephan Smith, Christoph Herrmann von der Stadt Rösrath, den Technischen Beigeordneten Walter Schaaf aus Troisdorf, Dr. André Berbuir, Fachbereichsleiter Verkehr und Mobilität Rhein-Sieg-Kreis, Andrea Blome für die Stadt Köln sowie Umweltdezernentin Elke Reichert vom Rheinisch-Bergischen Kreis. Foto: Rheinisch-Bergischer Kreis.

Redaktion

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13 Kommentare

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  1. Leider fehlt hier völlig eine Route aus Bensberg und Rösrath und nachgelagerten Ortschaften in Richtung Porz/Gremberghoven (z. B. Deutz AG, Airport Business Parks usw.) Die von Radfahrern viel genutzte Strecken “Alter Deutzer Postweg” weist keine Radinfrastruktur auf, die Seitenränder sind unbefestigt und mit riesigen Schlaglöchern, die Autos fahren hier gerne auch mal 60-70 km/h obwohl max. 30 erlaubt sind. Platz für Radwege wären hier meines Erachtens vorhanden. Viel wäre allerdings auch schon gewonnen, wenn die als Zubringer genutzten Radwege entlang Rather Weg/Lützerathstraße (Bensberg) bzw. Rösrather Str./Kölner Str. (Rösrath) als vernünftige Radwege ausgebaut würden. Im Moment sind diese Strecken eher als Stoßdämpferteststrecken geeignet. Und dann wundern sich Autofahrer, dass die Radfahrer lieber auf der Straße fahren :-)

    Mein Fazit: auch ohne (neue) Radpendlerstrecken ließe sich die Situation von Radfahrern durchaus auch schon mit einfachen Mitteln verbessern.

  2. Ganz eindeutig fehlt eine fünfte Route entlang der KVB Linie 1. Von Moitzfeld / Herknerath startend würde man kaum auf die Idee kommen über Dellbrück nach Deutz zu fahren. Außerdem gibt es viele Radler, die in Brück oder Merheim arbeiten, da fehlt die Strecke einfach. In Brück ist die Situation ganz gefährlich ,wenn man mit dem Fahrrad nach / von Köln unterwegs ist.

  3. So soll er also aussehen, der große Befreiungsschlag für Radpendler aus Troisdorf, Rösrath und Bergisch Gladbach. Und schnell sind sie: Von Troisdorf aus errechnet Google-Maps 1 Stunde 30 und mehr, von Rösrath aus über 1 Stunde, von GL aus fast 1 Stunde, und das für jeweils eine Strecke. Die vielen ausgerechneten Pendler wollen also, wie man behauptet, zwischen über 2 Stunden und über 3 Stunden pro Arbeitstag auf dem Drahtesel sitzen, und das bei Wind und Wetter. Wer das glaubt, glaubt auch an den Nikolaus.

    Natürlich kann ich keine %-Zahl derer nennen, die wirklich diese Wege nutzen, aber ich behaupte mal, es werden nicht sehr viele sein, wobei auch das relativ ist. Man stelle sich im Gegenzug mal Seilbahnen vor, die die Strecken in 20 – 40 Minuten absolvieren, trocken, sauber, warm, wenns sein muss, mit Fahrrad zum Hin- und Weiterfahren. Die anzulegenden Radwege, die ohnehin teilweise Umwege bedeuten und stückweise nicht wie geplant errichtet werden können oder sollten (wer fährt von Bensberg mit dem Rad nach Dellbrücki, um von dort nach Köln zu kommen?), würden, wenn alle genannten Forderungen erfüllt werden, größere Kosten verursachen, als jede Seilbahn.

    Die neuen Radwege sind gut und schön, werden aber weder das Verkehrsproblem lösen noch die Umweltverpestung stoppen. Das können nur Seilbahnen, weswegen endlich das Brett vorm Kopf der Planer verschwinden sollte!

  4. Ich hatte schon gedacht, dass dieses Projekt komplett eingeschlafen ist. Würde mich wirklich freuen, wenn das in weniger als 5-8 Jahren angegangen wird…

    Ansonsten kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen. Eine zweite Route via Bensberg/Merheim/Kalk macht auch Sinn. Aber erstmal sollte Priorität haben, vom Gladbacher S-Bahnhof bis Deutz eine lückenlose Anbindung herzustellen. Wenn dies mit der Verbesserung der Erreichbarkeit der Innenstadt kombiniert wird (hier ist noch sehr viel zu tun), macht das für alle umliegenden Stadtteile sehr viel Sinn, von Start bis Ende den Weg zu nutzen (Sand, Heidkamp, Hebborn…). Die Paffrather und Hander werden den Weg wohl ohnehin erst ab Dellbrück nutzen. Und aus Schildgen fährt man vorzugsweise eher über Dünnwald, Stammheim und am Rhein entlang.

    Ich habe mehrere Routen aus der GL-Innenstadt nach Deutz ausprobiert, die sich zeitlich wenig unterscheiden. Es kommt letztlich auch darauf an, ob man beispielsweise nach Nippes möchte (via Mülheimer Brücke), in die Altstadt (via Deutzer Brücke) o.ä.
    Deutz als Zielpunkt der Route ist in jedem Fall sinnhaft. Die entsprechende Weiterfahrt sollten unsere Nachbarn dann aber auch mal aktiv angehen… Mal sehen ob Frau Reker in den nächsten 5 Jahren da etwas verbessert, oder weiterhin lediglich Schutzstreifen installiert.

  5. Wofür braucht man Standards für diese Fahrradwege, die doch jeweils überwiegend von getrennten Nutzergruppen benutzt werden. Werden die Projekte durch die Einbindung von x Personen nicht langsamer? Wie wäre es einfach mal mit “umsetzen” eines guten Plans. Im Wahlkampf sprach F. Stein, lieber schnell den Fahrradweg über den Bahndamm in GL zu realisieren, anstatt jahrelang auf eine potentielle Autostrasse zu spekulieren. Bin gespannt, welche Radwege ich noch zu Lebzeiten erleben werde, von der Reparatur der miserablen Radwegen innerorts mal ganz abgesehen.

  6. Ich fahre jetzt schon die Strecke täglich mit dem Fahrrad und wäre schon einmal froh, wenn die vorhandenen Wege, nicht so holprig wären. Für den offiziellen Fahrradweg wäre an manchen Stellen ein Mountainbike erforderlich.

  7. Es gibt verschiedene Typen von Radfahrern.
    Ich bevorzuge den gemütlichen Fahrstil, befahre Nebenstraßen und Wege, auf denen mir kein Auto begegnet.
    Dafür nehme ich auch Umwege in Kauf.
    Von Refrath komme ich bis zur Frankfurter Straße in Mülheim ohne Autoabgase einatmen zu müssen. Da geht es durch den Wald, durch die Heide, kein Highway, ich muss mehr Zeit einplanen.
    Andere sind starke Durchtreter, die ihre Geschwindigkeit von Start bis Ziel möglichst durchziehen wollen.
    Man hat ja Termine und will wissen wann man losfahren muss.

    Es ist schon abzusehen, dass Verwaltungsvorschriften das Projekt behindern werden, so kann zB ein Fahrradschnellweg nicht durch den Thielenbrucher Wald geführt werden, weil er per Definition in vorgegebener Breite asphaltiert und beleuchtet sein muss, dem stehen wiederum Naturschutzbestimmungen entgegen.

    Aber ist schon gut
    dass sich überhaupt mal was tut.

  8. Man darf gespannt sein…. geplant, geredet wird viel in Politik und Verwaltung, einzig an der Umsetzung hapert es…

  9. Es hat sich anscheinend ein Fehler im Text eingeschlichen. Es muss doch sicher heißen: im Jahre 2200 könnten Pendler:innen zum Umsteigen bewegt werden.

    Bis dahin bleibe ich bei meiner Express Route über Gierath und Holweide.

  10. Da kann ich Herrn Carsten Vogt nur recht geben, selbst ein ungeübtes Auge hätte diesen Fehler leicht erkennen können.

    Völlig abgesehen von der Anzahl der Menschen die in diesen Stadtteilen wohnen und mit dem Fahrrad gen Köln fahren, Moitzfeld, Bockenberg, Bensberg, Kaule, Frankenforst, Refrath, Lustheide, selbst Herkenrather würden es noch vorziehen über Bensberg nach Köln zu fahren, allein der Topographie wegen.

    Es scheinen die Spätfolgen der kommunalen Neuordnung zu sein, die sich hier ein Ventil gesucht haben. Schließlich gibt es auf dieser Seite der Stadt für den Verkehr nach Köln den Vorzug der lautstarken und häufig verstopften Autobahn A 4 und der KVB Linie 1. Der modale Shift wird dann richtig ab Delbrück unterstützt.

    Wie schön der Weg ab Delbrück nach Deutz auch sein mag, auf die Idee, den von Bensberg aus zu fahren, da muss man erst einmal drauf kommen, erst recht, wenn es sich um den Weg zur Arbeit handelt.

    Da sollte die Planung, wenn auch schon so besiegelt, nochmals nachgebessert werden. Geschätzt könnte es sich um die Hälfte der Radfahrer handeln, die von GL nach Köln fahren. Der ADFC war doch an den Planungen beteiligt, eine Frage der Streckenführung kann es doch kaum gewesen sein.

  11. Dass in der Karte “Bergisch Gladbach” mit Bindestrich geschrieben wird – geschenkt! Aber über den Ansatz, eine Route von Bensberg/Refrath im Dreieck über Dellbrück nach Deutz zu führen, sollte doch nochmals gründlich nachgedacht werden. Aus Autofahrersicht mag das vielleicht sinnvoll erscheinen, als Radler wird man aber auch zukünftig immer den direkten Weg über Brück und Merheim nehmen. Ideal wäre hier eine fünfte Route – immer an der KVB-Linie 1 entlang.