Sonja Limbach, fotografiert von Lena Reiner

Die Großplakate mit dem Gesicht der 19-jährigen Sonja Limbach und dem Schriftzug ,,Not for Sale“ hängen überall in Bergisch Gladbach. Damit macht die Bono Direkthilfe auf Gewalt gegen Frauen in Deutschland aufmerksam. Wir haben Sonja nach den Hintergründen gefragt – und wie sie sich damit fühlt.

Sonja Limbach ist 19 Jahre alt, hat 2019 am Albertus-Magnus-Gymnasium Abitur gemacht und studiert jetzt Umweltwissenschaften. Sie hat bei der Kampagne ,,Not for Sale“ mitgemacht und sich anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen auf einem Plakat abbilden lassen.

Mit dieser Aktion will der Bensberger Verein Bono Direkthilfe die Bergisch Gladbacher auf Gewalt gegen Frauen in Deutschland aufmerksam machen. Gewalt, Menschenhandel und Zwangsprostitution seien auch in Deutschland ein großes Thema, betont der Verein, der eigentlich in Länder wie Nepal und Indien aktiv ist.

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Schon im Januar hatten Workshops an drei Schulen in Bergisch Gladbach stattgefunden, um auf Gewalt gegen Frauen in Deutschland aufmerksam zu machen. Auch über die Loverboy-Methode wurde ausführlich diskutiert.

Ein paar Teilnehmer:innen haben etwas gezögert, aber am Ende haben sich viele mit dem Schriftzug ,,Not for Sale“ fotografieren lassen. In Bergisch Gladbach, sowie in Hamburg sind sie zu sehen. Organisiert wurden die Workshops von der Bono Direkthilfe, die Fotos sind von Lena Reiner.

Drei Gesichter von Mädchen aus Bergisch Gladbach sind auf Plakaten in der Stadt zu sehen. Auf ihrer Haut steht ,,Not for Sale“, sie zeigen kein Lächeln.

Das eigene Gesicht auf riesigen Plakaten in der Stadt

Sonja Limbach möchte mit ihrem Blick zum Ausdruck bringen, wie ernst das Problem ist, obwohl wir in Deutschland einen guten Lebensstandard haben, erzählt sie. Viele Frauen werden in Deutschland belästigt oder vergewaltigt, dagegen müsse man handeln.

,,Am Anfang hatte ich ein mulmiges Gefühl dabei, mein Gesicht aufhängen zu lassen“ berichtet die 19-Jährige. ,,Aber das ist ein wichtiges Thema, das muss man in die Öffentlichkeit bringen. Ich stehe zu Hundert Prozent dahinter und ich bin sehr glücklich, dass ich das gemacht habe.“

Sonja hatte nicht vielen Menschen erzählt, dass Plakate mit ihrem Gesicht in Bergisch Gladbach hängen. Manche Bekannte und Freunde von ihr haben sie erkannt und sie darauf angesprochen – und haben sich so besonders für das Thema interessiert.

Erst schockiert, dann begeistert

Insgesamt hat Sonja viel positives Feedback bekommen. Vor allem wurde sie von ihrer Familie unterstützt – ihre Mutter ist Gründungsmitglied der Bono Direkthilfe und ihre Schwester hat genau wie sie bei der Kampagne mitgemacht. Ihre Freunde seien erst etwas schockiert gewesen, erzählt Sonja. ,,Aber dann fanden das alle richtig cool.“

Die Bono Direkthilfe setze sich auch in Nepal und Indien, wo das Problem noch viel größer sei als in Deutschland, für misshandelte Frauen ein. Dort befreien Partnerorganisationen Frauen aus Rotlichtvierteln, in denen diese unter schlimmen Bedingungen festgehalten werden.

Die Bono Direkthilfe unterstütze ihre Partnerorganisationen finanziell, außerdem seien für die Organisation der Projekte alle zwei Jahre Mitglieder des Vereins vor Ort. Die Organisationen stehen in sehr nahem Kontakt, berichtet Sonja.

,,Wir haben Glück, in Deutschland aufgewachsen zu sein,“ sagt die 19-Jährige zum Abschluss. Trotzdem sei es sehr wichtig, die Menschen über das Thema aufzuklären, und damit werde ein großer Schritt in die Richtung der Besserung gemacht.

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