Insgesamt 13 Bäume profitieren von einem neuen Projekt von StadtGrün, bei dem über kleine, tiefe Bohrlöcher mehr Wasser und Energie in den Wurzelbereich geleitet werden. Die Stadtverwaltung hofft, damit Schäden durch die klimatischen Veränderungen aufzufangen.

Ungewöhnliche Bohrarbeiten waren in der vergangenen Wochen an vier verschiedenen Stellen in der Stadtmitte zu beobachten. Die niederländische Firma tfi international war mit großen Lkw und zwei Mitarbeitern im Einsatz. Das Ziel: Bäumen im Stadtgebiet für die nächsten fünf bis zehn Jahre Unterstützung mit Nährstoffen und besserer Wasserzufuhr zu geben. 

Veranlasst wurde die Maßnahme, die in Summe rund 10.000 Euro kostet, von der Abteilung StadtGrün. Florian Filz ist Meister im Garten- und Landschaftsbau und für die Vitalität der Bäume zuständig. „Im Zuge der immer extremer werdenden klimatischen Bedingungen für unsere städtischen Bäume müssen wir die Standortbedingungen von mehreren Bäumen im Stadtgebiet nachhaltig und langfristig verbessern“, erläutert der StadtGrün-Kollege. Gerade innerstädtisch und im öffentlichen Raum sind gesunde Bäume von unschätzbarem Wert und absolut erhaltenswert.

Damit die Vitalität der Bäume erhalten bzw. erhöht wird, werden einzelne schwierige Standorte in Form von einer Nährstoffzufuhr sowie durch die Beseitigung von Bodenverdichtungen verbessert. „Bei der von uns ausgewählten Methode werden mit Hilfe von Luftdrucklanzen luftführende Risse, Spalten und Poren geschaffen und anschließend mit einem Substrat gefüllt“, erläutert Florian Filz, der sich vor Ort ein Bild der Arbeiten machte. 

Im Forumpark (Maria-Zanders-Anlage) wurden rund um die 98 Jahre alte Platane direkt an der Hauptstraße insgesamt 100 Löcher in die Fugen des Pflasters gebohrt. Bis zu 80 Zentimeter gehen diese Vertiefungen in den Untergrund. Die Bohrungen weisen einen Durchmesser von drei Zentimeter auf. Dabei hielt sich das ausführende Unternehmen an die Auflage, die Löcher in einem gleichmäßigen Raster und immer in einer Pflasterfuge zu erstellen.

Nährstoffspritzen für die Bäume

Nach der Fertigstellung wurden die entstandenen Bohrlöcher mit einem Pflasterfugensplitt aufgefüllt und sind dadurch kaum noch wahrnehmbar. Mit Druckluft wurden dann Nährstoffe, aber auch Pilze, Bakterien und andere unterstützende Elemente in den Boden eingeführt. Diese Methode bringt den Vorteil mit sich, dass am Standort die injizierten Nährstoffe für mehrere Jahre verfügbar sind. Ferner wird die Wasserhaltekraft des Bodens langfristig verbessert. 

Diese Bohr- und Füllarbeiten fanden zudem an sechs Bäumen am Busbahnhof, an fünf Bäumen auf bzw. an der Tunneleinfahrt sowie an einer Linde an der Kalkstraße statt. 

Bei der Platane am Forum-Park handelt es sich um einen der größten und imposantesten Bäume im gesamten Stadtgebiet, dessen Wurzelwerk sich auf circa 150 bis 200 Quadratmeter erstreckt. Die Platane ist rund 27 Meter hoch und hat einen Kronendurchmesser von circa 22 Metern. Der Stammumfang beträgt 4,5 Meter.

„Wir werden in den nächsten beiden Jahren beobachten, wie gut diese Maßnahme dem Erhalt des Baumes tut, damit sie mit voller Kraft den 100. Geburtstag feiern kann“, beschreibt der Baumfachmann das Ziel.

Pressestelle Stadt BGL

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1 Kommentar

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  1. Es ist schon ein Treppenwitz, wenn der Forumpark zunächst nahezu komplett versiegelt wird und dann ein, zwei Jahre später, weil die Bäume zu wenig Nährstoffe erhalten, Löcher durch das Pflaster gebohrt werden, um Nährstoffe in den Boden zu injizieren. Dafür feiert sich Stadtgrün und sagt: „Im Zuge der immer extremer werdenden klimatischen Bedingungen für unsere städtischen Bäume müssen wir die Standortbedingungen von mehreren Bäumen im Stadtgebiet nachhaltig und langfristig verbessern“. Ja, in der Tat, indem man vor jeder Versiegelung nach den eigenen städtischen Klimaschutzvorgaben prüft, ob sie vermieden werden kann. Beim Forumpark wäre das jedenfalls möglich gewesen.