In Refrath nimmt die Umgestaltung der städtischen Grünfläche an der Wilhelm-Klein-Straße zunehmend Fahrt auf, der Mehrgenerationenpark rückt näher. Neben der Naherholung gibt es im Park spezielle Freizeitaktivitätsangebote.

Die von StadtGrün beauftragte Bergisch Gladbacher Landschaftsarchitektin Birgitta Höller hat einen Entwurf ausgearbeitet, der im Ausschuss für Infrastruktur und Umwelt, Sicherheit und Ordnung am 1. Dezember diskutiert und einstimmig befürwortet wurde. 

Die Entscheidung über die Umsetzung fällt der Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften am 10. Dezember, vorbehaltlich der Finanzierung im Haushalt 2021. Erste Arbeiten zur Umsetzung sind im Frühjahr 2021 geplant.

Damit geht die Initiative des Bürger- und Heimatvereins Refrath (BHV), der sich gemeinsam mit interessierten Anwohnern für den Erhalt der Grünanlage eingesetzt hatte, in die nächste Runde.

Bereits im Spätsommer 2019 hatten der BHV, der Obst- und Gartenbauverein Refrath und StadtGrün eine Beteiligungsaktion gestartet, um die Bürgerinnen und Bürger in die Gestaltung „ihres“ Parkgeländes einzubinden. Im Rahmen eines Bürgerfestes und einer Onlineumfrage waren viele spannende Ideen zur Umgestaltung gesammelt worden. 

Die Grünanlage heute. Foto: Helga Niekammer

Damals hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der einen Seite das starke Potenzial der Grünfläche hervorgehoben; auf der anderen Seite kristallisierten sich aber auch Kritikpunkte heraus, die es zu verändern galt: Die schlechte Ausstattung und der schlechte Pflegezustand machte wenig Lust auf eine Nutzung, die mangelnde Einsehbarkeit schaffte Angsträume.

So gaben viele an, den Park hauptsächlich als Abkürzung zur naheliegenden KVB-Haltestelle zu nutzen; außerdem beobachtete man oft genug Hundebesitzer, die den Park mit ihren Tieren zum Gassigehen aufsuchten.

Nun also viele neue Ideen: Diese wurden zunächst ungefiltert an die beauftragte Landschaftsarchitektin weitergeben, mit der Aufgabe zu prüfen, welche Maßnahmen im Rahmen des Konzepts „Mehrgenerationenpark“ machbar und sinnvoll erschienen.

Der daraus resultierende Entwurf wurde den Vertretern verschiedener Alters- sowie Nutzergruppen vorgestellt und entsprechend weiterentwickelt. Inhaltliches Ziel war dabei eine Erholungs- und Freifläche, die von allen gleichermaßen gut angenommen wird.

Die Ausstattung musste also so gestaltet sein, dass viele parallele Nutzungen konfliktfrei möglich sind. Außerdem sollte durch die Aufwertung der Bepflanzung die Grünanlage so ergänzt werden, dass ein Erleben der Umgebung mit unterschiedlichen Sinnen möglich ist und die Nutzenden zu vielerlei Freizeit-Aktionen animiert werden.

Was bedeutet dies konkret? Besonders ins Auge fällt im nun vorgelegten Entwurf die Ausstattungsvielfalt der Grünfläche, als unabdingbare Voraussetzung für die Nutzung als Mehrgenerationenpark.

Verschiedene Elemente wurden integriert, die man im übrigen Stadtgebiet vergeblich sucht. Unter anderem ist ein überdimensionales Schachfeld vorgesehen sowie ein Trampolin, das auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist.

Neben den Bänken mit erhöhter Sitzfläche gibt es auch Balancierstämme oder Holzdecks, die auf verschiedene Weise als Sitzfläche genutzt werden können. Als moderner Park im Zentrum von Refrath soll die Fläche für alle Altersgruppen ein Ort der Ruhe und Begegnung sein. 

Zunächst nicht eingeplant ist eine Beleuchtung zusätzlich zu den umgebenden Straßenlaternen. Auch die Idee, im Park eine Toilettenanlage zu installieren, wurde aus mehreren Gründen verworfen – zu hohe Kosten und zu starke Präsenz des Baukörpers im Park. Ebenso wenig sollen Spender von Hundekotbeuteln platziert werden – die bisherigen Erfahrungen sind zu negativ.

Wo es möglich ist, wird der Park allerdings barrierearm hergestellt, und mit Hilfe des Obst- und Gartenbauvereins entstehen mehrere „Green Boxes“  als mobile Hochbeete, die das Modell des Urban Gardening ermöglichen sollen.

Laut aktueller Kostenplanung schlägt die Anlage des Mehrgenerationenparks mit rund 285.000 Euro zu Buche. Ein Antrag auf Landesförderung aus dem Programm „Förderaufruf Grüne Infrastruktur“ in Höhe von 188.000 Euro wurde gestellt. Die Zusage steht noch aus. Zusätzlich wirbt der BHV Spenden ein.

Fragen oder weitergehenden Wünschen zu Informationen und Beteiligungen stehen die folgenden Ansprechpartner zur Verfügung: Bürger- und Heimatverein Refrath e.V., Christopher Schmitt, Tel. 0177 87725419, oder StadtGrün, Tel. 02202 14 2753. 

Spenden zum Park, ob allgemein oder für konkrete Installationen, sind nach wie vor willkommen und können direkt auf das Konto des Bürger- und Heimatvereins Refrath bei der Kreissparkasse Köln überwiesen werden: Stichwort MehrgenerationenPark – IBAN DE55 3705 0299 0313 5777 25.

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Pressestelle Stadt BGL

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1 Kommentar

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  1. Auf französisch sagt mensch ‘surfait’ – es ist einfach zuviel für die kleine Fläche.

    Das Bemühen, möglichst viele unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, ist dem Entwurf deutlich anzumerken. Leider verliert es sich dadurch in der Kleinteiligkeit.

    Viele neue Elemente, die aber jeweils nur kleine Nutzer*innengruppen ansprechen.
    Dafür keine größere Wiese zum Frisbee- oder mit dem Hund spielen, kein ‘essbarer’ Park und eines der Kernprobleme, die mangelnde Einsehbarkeit, wird sogar noch verschlimmert.

    Es bleibt abzuwarten, wie es angenommen wird. Ich hoffe, dass ich mich irre.