FFP2-Masken bieten höheren Schutz – Foto: Pixabay.com

DIE LINKE. RBK fordert den Rheinisch-Bergischen Kreis auf, mindestens 100.000 FFP2-Masken monatlich an bedürftige Bürgerinnen und Bürger im Kreis zu verteilen oder die entsprechenden Mittel dafür bereitzustellen.

Im Dezember hat der Kreis 13.000 Einmal-Mund-Nasen-Schutze (OP-Masken) an die Tafeln ausgegeben. Nach Ansicht des Kreisverbands DIE LINKE. ist das deutlich zu wenig und es werden nun die deutlich besseren FFP2-Masken dringend benötigt.

„Auf den 13.000 OP-Masken sollte man sich nicht ausruhen, denn tatsächlich sollen diese laut Robert-Koch-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (BfArM) explizit nur einmal verwendet werden und sind keine Mehrwegprodukte“, ergänzt Thomas Döneke, Pressesprecher DIE LINKE. RBK.

Die Zahl aller Bedürftigen im Kreis, welche über wenig Einkommen oder kein Einkommen verfügen und nicht von den Krankenkassen mit guten Masken versorgt werden, liegt bei mindestens 15.000 Menschen. „Wir gehen von 15.000 Menschen im Kreis aus, für die das Beschaffen der Masken eine hohe finanzielle Belastung darstellt. Die Forderung nach 100.000 Masken monatlich ist sicherlich völlig realistisch wenn man analog zu den Bezugscheinen für über 60igjährige von den Krankenkassen mindestens sechs davon im Monat brauchen wird. Für viele Menschen werden selbst diese 6 Masken nicht ausreichen. Unter den 15.000 Menschen sind viele schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die bald wieder in die Schulen gehen werden und dann täglich mindestens eine Einweg-Maske benötigen werden. Allein hier ist der Bedarf deutlich höher als sechs FFP2-Masken im Monat. Ich sehe dabei insbesondere Landrat Stephan Santelmann in der direkten Verantwortung eine Lösung zu finden und diese schnell umzusetzen. Zeit für Kompetenzwirrwarr haben wir nicht.“, so Thomas Döneke weiter.

Die geltende Schutzverordnung schreibt in NRW zwingend FFP2 oder OP-Masken zum Beispiel beim Einkaufen, im ÖPNV und vielen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens vor. Die selbstgemachten oder gekauften Stoffmasken dürfen an vielen Orten nicht mehr verwendet werden, da diese eben anerkannter Weise einen wesentlich niedrigeren Schutz bieten. Diese Masken konnten noch gewaschen, desinfiziert und mehrfach verwendet werden, bieten aber keinen hohen Schutz gegen den Virus. Nach gängiger Expertenmeinung zu diesem Thema ist der einzig wirkungsvolle Schutz der Gebrauch von FFP2 zertifizierten Masken. OP-Masken seien nur eine Notlösung.

DIE LINKE. RBK fordert den Rheinisch-Bergischen Kreis auf, mindestens 100.000 FFP2-Masken monatlich an bedürftige Bürgerinnen und Bürger im Kreis zu verteilen oder die entsprechenden Mittel dafür bereitzustellen.

DIE LINKE. warnt vor einem Zweiklassensystem bei der COVID19-Prävention

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Thomas Döneke (DIE LINKE. RBK)

„Das dürfen wir auf keinen Fall eine Zweiklassensystem bei der Prävention zulassen. Es darf nicht mehr oder weniger geschützte Menschen geben, denn bei dem Schutz geht es auch um den Schutz der anderen Menschen vor Infektion. Deshalb müssen mindestens 100.000 FFP2-Masken monatlich an Menschen verteilt werden, die die schützenden Masken kaum bezahlen können. Das Gesundheitsamt muss da kräftig nachlegen und sich nicht auf den bereits verteilten OP-Masken mit geringerem Schutz ausruhen. Durch die Länge der pandemischen Lage müssen wir weiter am Ball bleiben und es auch finanzschwachen Menschen ermöglichen sich selbst und ihre Mitmenschen zu schützen“, so Thomas Döneke weiter

DIE LINKE. RBK setzt sich auch dafür ein, Masken nicht nur über die Tafeln zu verteilen, die besonders in der Pandemie eine wichtige Funktion haben und gute Arbeit leisten.
In allen Kommunen des Kreises gibt es Hilfsorganisationen, Kirchen, kleinere Träger und Suppenküchen, die sich um Obdachlose oder besonders Bedürftige kümmern. Diese Hilfsangebote organisieren die Versorgung mit Lebensmitteln, Desinfektionsmitteln und Masken häufig vollständig aus privaten Mitteln und wurden vom Landrat und dem Kreis in der Corona-Krise bisher nicht unterstützt. Doch gerade diese kleinen Hilfsgruppen erreichen besonders viele Menschen, die von den Tafeln nicht erreicht werden können, denn sie besuchen diese teilweise auch zuhause.

Über die direkte Verteilung hinaus fordert DIE LINKE. die Ausgabe von Bezugsscheinen für FFP2-Masken an TransferleistungsempfängerInnen (z.B. Grundsicherung und Hartz 4). Diese könnten über die Krankenkassen verteilt werden. Die Kassen hatten in den letzten Tagen Bezugscheine an Bürgerinnern und Bürger über 60 Jahre verschickt.
DIE LINKE. fordert eine Ausdehnung der Bezugsberechtigten, um Menschen mit geringen Einkommen zu helfen.

Webseite DIE LINKE. Rheinisch-Bergischer Kreis: www.dielinke-rbk.de

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1 Kommentar

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  1. Die Forderung von DIE LINKE. nach 100.000 FFP2-Masken monatlich geht von 15.000 Bedürftigen aus. Im Haushaltsentwurf 2021 geht der Rheinisch-Bergischen-Kreis für 2021 von 19.600 Personen in 10.500 Bedarfsgemeinschaften aus. Davon sind ca. 3500-4000 Personen über 60 Jahre alt und bekommen schon Bezugscheine von den Kassen.

    Mit der Schätzung von 15.000 bedürftigen Personen liegt DIE LINKE. damit also schon am unteren Ende der Menschen, die über geringe finanzielle Mittel verfügen, denn es gibt darüber hinaus eine Menge Personen, die nicht erfasst werden oder nur ein geringen Einkommen haben und sich gerade so durchschlagen. Hinzu kommen die Belastungen für Familien mit schulpflichtigen Kindern. 15.000 Bedürftige, die nicht mit Masken versorgt werden, sind eindeutig nicht übertrieben!

    Die Kassen verteilen an über 60igjährige 6 Masken im Monat und selbst FDP-Kommunalpolitiker sprechen davon, dass man mindesten 7 FFP2-Masken im Monat benötigt, selbst wenn man diese trocknet und mehrfach verwendet.

    15.000 x 7 = 105.000

    Da liegt DIE LINKE. Mit 100.000 monatlichen Bedarf eindeutig nicht bei einer überzogenen Forderungen, sondern eigentlich bei einer MINDESTANFORDERUNG, um SOFORT wirksame Maßnahmen bei der Eindämmung von COVID19 zu erreichen.

    Hier geht es nicht um Populismus, sondern um einen umsetzbaren und praktikablen Vorschlag, den der Landkreis auch sehr schnell in der freien Vergabe oder über Dringlichkeitsentscheidungen umsetzen könnte. Dabei muss man nicht auf Spahn, Laschet & Co. warten, sondern könnte sofort handeln. Dem Landrat liegen dazu auch Angebote von Großhändlern vor.

    Ich kenne genug Organisation, die die FFP2-Masken verteilen könnten und wollen. Das könnte auch über die Jugend- und Sozialämter und deren Ausdienstmitarbeiter gehen, über Kirchengemeinden, Caritas, Flüchtingshilfsgruppen, Kinderschutzbund, die Platte e.v., Netzwerk Wohnungsnot, und, und, und, … und selbst dann würde das noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

    Man muss aber jetzt handeln, um jetzt Leben zu retten und nicht erst wenn der Bund über einen Hartz4-Bonus entschieden hat, der dann erst im Mai ausgezahlt würde (analog zu Novemberhilfe, die immer noch nicht vollständig angekommen ist). Dann haben wir schon einige Corona-Tote mehr!