Roland Vossebrecker im „Sinngewimmel“. Fotos: Malte Kurbjeweit

Seit Jahren sammelt der Pianist Roland Vossebrecker mit seinen Benefiz-Konzerten Spenden für Oxfam und für den weltweiten Kampf gegen die Armut. Im Lockdown fallen alle Auftritte aus, daher bringt er seine Benefiz-Aktion jetzt ins Netz. Mit kräftiger Unterstützung der Technik-AG des Otto-Hahn-Gymnasiums in Bensberg.

Ab 15. Februar spielt Pianist Roland Vossebrecker wieder für eine gerechtere Welt – in virtuellen Konzert-Clips auf YouTube. Unterstützt wurde er dabei von den Schüler:Innen der Technik-AG des Otto-Hahn-Gymnasium Bensberg, unter der Leitung von Oliver Kaestle, die seine Konzert-Clips in den Räumen des „Sinngewimmel“ in Refrath professionell aufzeichneten.

Hier können Sie für das Projekt bei Oxfam spenden.

„Da muss man doch was machen!“

Der Komponist und Pianist Roland Vossebrecker ist jemand, der das nicht nur denkt, sondern einer, der tatsächlich etwas tut. Vor fünf Jahren hat sich der Musiker das erste Mal auf Benefiztournee begeben – und die Einnahmen an die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam gespendet. Die für den Winter 2020/2021 geplante Konzertreise musste ausfallen.

Doch ab 15. Februar spielt Roland Vossebrecker wieder für den guten Zweck: Bis Anfang April lädt er jeden Montag ein neues Video auf YouTube hoch – inklusive Spendenlink: Gutes können seine Zuhörer:Innen so ganz einfach per Mausklick tun.

Hier finden Sie die Konzertvideos

Die verheerenden Erdbeben in Nepal im Frühjahr 2015 waren für Roland Vossebrecker der Auslöser. Angesichts der Nachrichten aus dem Katastrophengebiet habe er gedacht: „Da muss man doch was machen!“

Mehr als 100 Konzerte für Oxfam

Innerhalb von sechs Tagen hat er sein erstes Benefizkonzert organisiert. 100 Leute kamen und am Ende des Abends waren 2.500 Euro gesammelt worden: „Mittlerweile habe ich mehr als 100 Benefizkonzerte für Oxfam gegeben; rund 70.000 Euro Spenden sind dabei zusammengekommen“, freut sich der Komponist und Pianist aus Bergisch-Gladbach.

Die Summe soll noch größer werden, deswegen tritt Vossebrecker trotz des Lockdowns auf – virtuell: Er lädt sein Konzertprogramm Clip für Clip auf YouTube hoch, jede Woche ein neues Stück.

Bach@home

Für Vossebrecker steht nicht der persönliche Erfolg im Vordergrund: „Wenn ich Konzerte gebe, geht es nicht um mich, sondern um die Musik – die von mir und die von meinen Lieblingskomponisten.“ Mit den Konzerten für die gute Sache „versuche ich außerdem mit meinen begrenzten Mitteln ein kleines bisschen mehr Gerechtigkeit zu schaffen“, sagt Vossebrecker bescheiden.

In diesem Video erläutert Roland Vossebrecker seine Motivation:

Wenn er ab 15. Februar seine Konzerte nach und nach für Oxfam streamt, hat Vossebrecker neben eigenen Stücken auch Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ im Programm. Dem können nun viele Menschen bequem vom heimischen Sofa aus zuhören – weltweit, Corona-sicher und mit akustischem Aha-Effekt statt AHA-Regeln.

Konzert-Ersatz bei YouTube – Spenden per Mausklick

Die Tournee habe er vergangenen Herbst aufgrund des Infektionsgeschehens noch vor dem erneuten Lockdown schweren Herzens abgesagt. Auch wenn Auftritte vor Publikum nach wie vor nicht möglich sind, möchte Roland Vossebrecker mit seiner Musik weiterhin Gutes tun – und hat wie viele Künstler*innen eine digitale Alternative gefunden.

„Die Corona-Krise erschwert und verschlechtert die Lage vieler Menschen – deshalb ist es jetzt ganz besonders wichtig, sie zu unterstützen. Daher trete ich virtuell auf“, so Vossebrecker.

Der Eintritt zu seinen Benefizkonzerten ist üblicherweise frei, das Publikum spendet stattdessen, was es geben kann und mag – das Geld geht komplett an Oxfam. Das ist auch in der virtuellen Variante nicht anders: In die Konzertclips auf YouTube ist ein Spendenlink zum Oxfam-Benefiz-Projekt integriert.

Hilfe von der Technik-AG des Otto-Hahn-Gymnasium

Fachliches Know-how sowie die nötige technische Unterstützung erhielt Vossebrecker von der Technik-AG seiner früheren Schule, dem Otto-Hahn-Gymnasium Bensberg. Unter der Anleitung von Oliver Kaestle, der seit dreieinhalb Jahren die Technik-AG des OHG leitet, entwickelten acht Schüler:Innen ein entsprechendes Aufnahmekonzept – inklusive Corona-konformem Hygienekonzept – und zeichnen sich sowohl für die Ton- & Videoaufnahmen wie auch für die Post-Produktion verantwortlich.

Die dabei genutzte, professionelle Aufnahmetechnik – diverse Kameras, Beleuchtung, Mikrofone usw. – stellte das OHG. In folgendem Video stellen sich die Techniker vor, und erläutern, wie sie vorgegangen sind:

Beim nötigen Konzertraum wurde das Team um Vossebrecker in Refrath fündig, die Betreiber des „Sinngewimmel“ stellten ihre Räumlichkeiten in der Wilhelm-Klein-Straße kostenfrei zur Verfügung. 

Spenden für Nothilfe- und Entwicklungsprojekte

Die Nichtregierungsorganisation Oxfam freut sich über diese musikalische Unterstützung: „Dass Roland Vossebrecker seit Jahren für mehrere Monate auf Konzertreise geht – ausschließlich für eine gemeinnützige Sache: Das ist beeindruckend“, sagt Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland.

„Er unterstützt damit gezielt unsere Arbeit in Projekten gegen die weltweite Armut und unsere Kampagnen gegen soziale Ungleichheit – die sind sowohl Roland Vossebrecker als auch uns ein wichtiges Anliegen. Wir schätzen dieses außergewöhnliche Engagement sehr – auch und gerade während der Pandemie.“

Wer Oxfam ebenfalls helfen möchte, kann das übrigens nicht nur monetär, sondern auch ganz tatkräftig tun: als Ehrenamtliche oder Ehrenamtlicher in den Oxfam Shops zum Beispiel. Sobald die Läden nach dem Lockdown wieder geöffnet sind, freuen sich die Teams über Verstärkung!

Hier können Sie online für das Projekt von Roland Vossebrecker bei Oxfam spenden.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Das Netz tut dem Engagement für Oxfam keinen Abbruch, großartig, was Roland Vossebrecker hier jedes Jahr anstößt und der Kreis der Unterstützer wächst.

    Abgesehen vom Dank an Roland Vossebrecker kann man hier der Technik AG des Otto Hahn Gymnasiums und den Betreibern des „Sinngewimmel“ in Refrath nur Danke sagen.

    Auf das wieder persönliche Erleben im nächsten Jahr freuen wir uns schon.