Eine Woche lang hat das Gesundheitsamt jeden Corona-Fall im Rheinisch-Bergischen Kreis geprüft, ob die gefährlichen Virus-Varianten im Spiel sind. Tatsächlich war das Anfang Februar bei zehn Prozent so – womit der Kreis zu einer ähnlichen Erkenntnis gelangt, wie das Land NRW. Das ist aber nur eine Momentaufnahme, der Anteil verdoppele sich jede Woche, warnt die Bundesregierung.

In den ersten beiden Februar-Wochen hat das Kreisgesundheitsamt – wie angekündigt – alle positiven Ergebnisse der PCR-Tests noch einmal durch das Labor geschickt, um einen sogenannten Target-PCR-Test durchführen zu lassen. Dieser Test zeigt an, ob es Hinweise auf Virus-Varianten gibt. Der endgültige Nachweis ist nur mit einer echten sogenannten Sequenzierung möglich; das dauert jedoch mitunter Wochen.

Eine erste Auswertung der Testwochen ergab, das in der Zei vom 1. bis 8. Februar bei 9,48 Prozent der positiv Getesteten Hinweise auf eine Virusvariante vom britischen Typ vorlagen, teilte die Kreisverwaltung jetzt mit. Die Ergebnisse der zweiten Testwoche stünden noch aus. Die Tests werden bis auf weiteres fortgesetzt.

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Echte Sequenzierung durch das Land

Auch das Land NRW ist den Mutanten auf der Spur und hat am 27. Januar 933 Stichproben von positiven Fällen einer echten Genomsequenzierung unterzogen. Das Ergebnis bestätigt die Erkenntnisse aus Rhein-Berg: schon Ende Januar waren neun Prozent der Fälle auf sogenannte „besorgniserregende Virus-Varianten“ zurückzuführen, vor allem auf den britischen Typ.

Dieses Ergebnis sei repräsentativ für alle 53 Kreise und kreisfreie Städte in NRW, betont das Gesundheitsministerium. Dabei würden die Mutanten offenbar nicht über die Grenze aus den Niederlanden hereingetragen, sondern „durch überregionale Mobilität hinein in die Ballungsräume“, sagt Alexander Mellmann, Direktor des Instituts für Hygiene am Universitätsklinikum Münster und Leiter der Studie. Ländliche Regionen seien weniger betroffen.

Bundesweit bereits bei jedem 5. Fall eine Mutation

Allerdings geben die Zahlen aus NRW und Rhein-Berg nur eine Momentaufnahme wieder, die schon wieder längst wiederholt ist. Der Anteil alleine der britischen Virus-Variante liege in Deutschland bei mehr als 22 Prozent, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch mit Bezug auf Daten des Robert-Koch-Instituts. Vor zwei Wochen seien es noch sechs Prozent gewesen. Der Anteil der britischen Variante verdoppele sich jede Woche.

Die Südafrika-Variante habe einen zusätzlichen Anteil von 1,5 Prozent, so Spahn. Das RKI habe 23.000 positive Testergebnisse in einer repräsentativen Stichprobe ausgewertet.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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