v.l.n.r.: Nicole Schuffert (Schulleiterin), Maria Fuchs (Schülervertretung), Stephan Hermanns (Fördervereinsvorsitzender), Melina Kaya (stellv. Schülersprecherin), Birgitta Ehmanns (Kassenwärtin des Fördervereins)

Seit November wartet das Berufskolleg Kaufmännische Schulen Bergisch Gladbach (BKSB) auf die bestellten Endgeräte für den Distanzunterricht. Um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden, spendete der Förderverein der Schule nun zehn Geräte für die Ausleihe.

Der Förderverein des kaufmännischen Berufskolleg in Bergisch Gladbach ist jetzt eingesprungen. Zwar hatte der Schulverband Mitte November rund 100 Endgeräte für bedürftige Schülerinnen bestellt. Die Lieferung lässt jedoch aufgrund von Lieferengpässen bis heute auf sich warten. Nun hat der Förderverein unbürokratisch reagiert und auf die Schnelle zunächst zehn Laptops als Leihgeräte angeschafft.

„Wir konnten jetzt nicht mehr länger warten“, erklärte Stephan Hermanns, Vorsitzender des Fördervereins. Seit Anfang des Jahres liegen verschiedene dringliche Anfragen von Familien vor, deren Kinder kein Endgerät haben.

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Täglich versuchen sie, die Inhalte des Distanzunterrichts auf anderem Wege nachzuarbeiten. „Wir wollen damit die Schülerinnen und Schüler unterstützen, die in dieser Notlage sind und von keiner Seite her Unterstützung erlangen können“, so Hermanns.

Die Schüler:innen der Abschlussklassen gehen zwar seit vergangenem Montag wieder in die Schule, jedoch nur im täglichen oder wöchentlichen Wechsel. Die anderen Unterrichtsstunden werden in Distanz gehalten. Besonders betroffen sind weiterhin Schüler:innen aus der 11. oder 12. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums und der Unterstufe der Höheren Handelsschule, die bis auf Weiteres ausschließlich im Distanzunterricht beschult werden.

Schülervertretung unterstützt Verteilung

Gemeinsam mit der Schülervertretung wird jetzt geschaut, wo der Bedarf am größten ist. „Ich kenne einige Mitschüler, die seit Wochen nur mit dem Handy zu Hause sitzen“, berichtet Melina Kaya, stellvertretende Schülersprecherin am BKSB. „Bei einigen bricht alles zusammen, da vor allem ältere Handys gar nicht sechs Stunden am Stück laufen“, so Melina. Ein Problem sei auch, dass nicht alle Handys alle Dateien öffnen könnten.

Die Lehrer:innen wissen von den Problemen und versuchen die Schüler:innen so gut es geht zu unterstützen. Aber „ein Text im Deutschunterricht zur Vorbereitung auf das Abitur muss gelesen und bearbeitet werden. Das funktioniert an einem kleinen Handybildschirm nicht.“, erklärt Klassen- und Deutschlehrerin Kerstin Scherbring. „Wir merken, dass eigentlich gute Schüler:innen gerade viel weniger leisten können.“

Nun wird schnellstmöglich geprüft, in welcher Klasse ebenfalls dringender Bedarf besteht, damit diese Schüler:innen sich eines der zehn Geräte ausleihen können. „Ich freue mich sehr, dass der Förderverein einzelnen Schüler:innen durch diese Laptops die Teilnahme am Distanzunterricht ermöglicht“, erklärt Schulleiterin Nicole Schuffert. „Allerdings deckt dies bei Weitem nicht den gesamten Bedarf. Dringend notwendig ist die ausstehende Lieferung des Schulträgers.“

Sehr viele Schülerinnen folgen zurzeit dem Unterricht lediglich über ein Smartphone. Die Lehrer:innen am BKSB versuchen dies bei der Unterrichtsgestaltung zu berücksichtigen. Auch sie arbeiten nach wie vor mit ihren eigenen Endgeräten.

Ein besonderer Dank gilt dem ehemaligen Kollegen und Fördervereinsmitglied, Herrn Rainer Koch. Der hatte sich kurzfristig bereit erklärt, alle Laptops für die Schüler:innen einzurichten, damit sie ab sofort sorglos am Distanzunterricht teilnehmen können.

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