Der geplante Neubau an der Malteser Komturei sorgt für heftige, teils kontroverse Debatten. Nun äußert sich auch der Bürgerverein Herrenstrunden. Der Denkmalschutz müsse beachtet werden, der Teich dürfe nicht teilweise zugeschüttet werden. Die Bürger sollten unbedingt mit in die Debatte einbezogen werden, so der Vorschlag.

Die aktuelle Diskussion zum neuen Bebauungsplan zeige, dass es viele Fragen, Einwände, Bedenken und Anregungen zur geplanten Wohnbebauung auf dem Malteser-Gelände gebe, schreibt der Bürgerverein in einem offenen Brief an Bürgermeister Frank Stein. Der Verein schlägt vor, unter Federführung der Stadt alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, um die Kritikpunkte zu erörtern:

„Der Bürgerverein Herrenstrunden e. V. appelliert an die Stadt, vor weiteren Beschlussfassungen zum Bebauungsplan 3262 – Malteser-Komturei – eine Informations- und Erörterungsveranstaltung mit den Bürgern durchzuführen.” Einschränkungen durch die Corona-Pandemie dürften nicht zu weniger Bürgerbeteiligung führen.

Entwurf des Bauvorhabens an der Malteser Komturei (Foto/Grafik: Häck Architekten)

„Ja, aber…”

Dabei ist der Bürgerverein mit dem Bauvorhaben grundsätzlich einverstanden: Die Reithalle könne abgerissen werden, da sie nicht mehr genutzt würde. Eine Wohnbebauung sei dem Bauherren zuzugestehen. Die daraus resultierenden Einnahmen würden letztlich der Erhaltung der Mateser Komturei zugute kommen.

Aber: Der Entwurf müsse sich in die Umgebung einfügen, argumentiert der Verein. Mindestabstände zur Strunde, dem Rosenthaler Bach und dem Teich seien wichtig, um Wasserläufe und Teich als Teil des historischen Burggrabens zu schützen.

Komturei und Teich als Ensemble betrachten

Nach Auskunft des Bürgervereins habe das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland die Schutzwürdigkeit des Ensembles Malteser-Komturei mit dem Gebäude und dem Teich in einem Gutachten vom 17.05.2010 festgestellt. „Daraus ergibt sich, dass die Komturei und der Teich ein historisch bedeutsames Ensemble bilden, das gemeinsam betrachtet werden muss”, zitiert der Verein aus dem Gutachten.

Zudem solle der nahe Dorfplatz geschützt werden. Dort gebe es ein Spielgerät für Kinder sowie Bänke und Brunnen. Der Platz werde für Dorffeste genutzt, hier dürften keine Stellplätze für die Anwohner des Neubaus entstehen.

„In Herrenstrunden sind Baudenkmäler, Bodendenkmäler und Naturdenkmäler auf engstem Raum konzentriert. Dies macht Herrenstrunden zu einem attraktiven Ausflugsort und Naherholungsgebiet”, erklärt der Bürgerverein. Eine Weiterentwicklung sei daher mit großer Sensibilität vorzunehmen.

Der erste Mühlteich der Strunde, kurz hinter der Quelle, gehört zum ehemaligen Burggraben der Malteser Komturei. Kritiker des Neubaus wenden sich gegen dessen womöglich beabsichtigte teilweise Zuschüttung. Foto: Thomas Merkenich

Proteste von Anwohnern

Gestern war der Protest von Anwohnern gegen den Neubau bekannt geworden. Eine Unterschriftenliste mit 60 Befürwortern einer Stellungnahme soll der Stadt überreicht werden. Darin werden Bedenken bei Denkmal- und Umweltschutz im Rahmen des geplanten Neubaus geäußert.

Die Stadt sicherte zu, das Umwelt- und Denkmalschutz bei dem Vorhaben geprüft würden. Auch Bauherr Dieter Eyberg machte deutlich, dass er sich mit den Bürgern zusammensetzen wolle um die Kritikpunkte auszuräumen.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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1 Kommentar

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  1. Neubau ja, aber so was doch bitte nicht! Noch hässlicher geht’s kaum! Absolut unpassend. Was ist mit Umwelt? Grünes Dach und grüne Fassade? Bestimmt noch nie davon gehört. Wenn diese Häuser so gebaut werden dürfen, dann ist das eine Schande für BGL!