Bundestag trifft Zanders Betriebsrat:  (v.r.n.l.: Tomás M. Santillan, Hale Bagherzadeh, Matthias W. Birkwald, Taner Durdu, Isabelle Casel, Frank Conrad)

Die Linke legt dem integrationsrat Bergisch Gladbach eine Resolution vor, in der sich der Integrationsrat und der Stadtrat zum Produktionsstandort für Papier in Bergisch Gladbach bekennen und sich solidarisch mit der Belegschaft des Werks erklären soll.

Hale Bagherzadeh, Mitglied des Integrationsrats für DIE LINKE. ist schockiert über vereinzelte Forderungen im Stadtrat, die tatsächlich die traditionsreiche Papierfabrik endgültig schließen wollen. „Eine Umwandlung des Zandersgelände würde mehr als 20 Jahre dauern und den Steuerzahler „viele viele“ Millionen Euro kosten, wie andere Beispiele beweisen. Wir müssen um und für die fleißigen Menschen bei Zanders kämpfen und den Mut haben einen Schritt auf das Papierwerk zuzugehen. Das ist nicht nur im Interesse der Belegschaft, die zu mehr als einem Drittel aus Migranten besteht, sondern der ganzen Stadt. Gerade wenn solche Forderungen nach Werksschließung kursieren muss die Politik deutlich machen, an wessen Seite wir stehen. Deshalb bitten wir den Integrationsrat und die Parteien des Stadtrats unsere Resolution „Zanders hat Zukunft!“ zu unterstützen.“

Bundestag trifft Zanders Betriebsrat!

Auf Initiative von Tomás M. Santillán (Sprecher DIE LINKE. RBK) hatte sich die Partei in der letzten Woche mit dem Betriebsrat Zanders getroffen, um über die Lage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sprechen und um ihre Solidarität zu zeigen. Die kleinen Delegation bestand aus Matthias W. Birkwald, Mitglied des Bundestags (DIE LINKE.) und stellv. Vorsitzender des „Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales“, Isabelle Casel (DIE LINKE. RBK), Hale Bagherzadeh (Integrationsrat Stadt Bergisch Gladbach) und Tomás M. Santillán.

Frank Conrad war als Gast und Vertreter des DGB-Netzwerks Bergisch Gladbach dazu eingeladen. Corona-Schutzvorkehrungen wurden eingehalten.

Zanders-Betriebsratsvorsitzender Taner Durdu (IGBCE) schilderte nachdrücklich die Ängste der Beschäftigten und ihrer Familien vor dem mit einer Schließung des Werkes drohenden Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage. Er erklärte aber auch, dass das Werk eigentlich gut arbeiten könnte, wenn die Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Matthias W. Birkwald, MdB DIE LINKE.

Matthias W. Birkwald, DIE LINKE. (MdB) meint nach dem Gespräch: „Auch für die Stadt Bergisch Gladbach hätte der Verlust von 380 gut bezahlten und tariflich geschützten industriellen Arbeitsplätzen schwerwiegende negative Folgen – durch den Verlust von Kaufkraft und mittelfristig steigenden Sozialausgaben.

Mit Nachdruck unterstütze ich deshalb die Forderung an die Stadt Bergisch Gladbach, mit einem eindeutigen Signal für eine sichere Zukunft von Zanders einen Erfolg der laufenden Sanierungsinsolvenz zu ermöglichen.“

Für Isabelle Casel (Bundestagskandidatin für DIE LINKE.) steht besonders die Frage im Mittelpunkt, wie es am Standort weitergehen wird. „Für DIE LINKE. ist klar, dass wir die Belegschaft in ihrem Kampf um ihre Papierfabrik unterstützen. Der Investor muss nach der Insolvenz eine tragfähige Strategie vorlegen und die Stadt muss den Anforderungen von Zanders entgegenkommen. Alle müssen miteinander reden, damit es weitergeht.“  

Hale Bagherzadeh freut sich darüber, dass Zanders trotz Insolvenzverfahren in der Zwischenzeit die Papierproduktion wieder aufgenommen hat: „Das ist ein gutes Zeichen! Zanders hat ein gutes Team, gute Produkte und dort arbeiten tolle Menschen. Zanders braucht Bergisch Gladbach und Bergisch Gladbach braucht Zanders!“

* Die Resolution “Zanders hat Zukunft!” als PDF-Download

Webseite DIE LINKE. Rheinisch-Bergischer Kreis: www.dielinke-rbk.de


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1 Kommentar

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  1. “. . . einzelne Forderungen im Stadtrat, die tatsächlich die traditionsreiche Papierfabrik schließen wollen”

    Fake!!! Die Schließung des Werkes wurde erst Thema, als bewusst war, welches Ei man sich ins Nest gelegt hatte. Das Gelände zu kaufen war doch wohl geboten. Dass ein “Investor” – inzwischen äußerst schlecht besetztes Wort in GL – mit Hilfe des Betriebsrates derart falsch spielen würde, war wohl vorher kaum zu eruieren. Oder wie soll man die Spielchen beurteilen, die jahrelang mit wechselnden Personen, komischerweise immer aus Nordeuropa, über Firma und Belegschaft hereinbrachen? Wie kann ein solcher Investor einen Mietvertrag über 1/2 Jahr ablehnen (weil er klamm ist?) und wenige Wochen später anbieten, dieses halbe Jahr im Voraus direkt zu bezahlen. Warum wollte er nicht über den ersten Insolvenzverwalter zahlen, wonach in Ruhe hätte weiter produziert werden können und die Behauptungen, die Auftragsbücher wären voll, Rohstoffe und Material vorhanden, bewiesen werden konnten? Die Stadt war verpflichtet, Zahlungen nur über den Insolvenzverwalter anzunehmen, um sich keine Probleme bei einer endgültigen Insolvenz einzuhandeln.

    Dass die Linke nicht unbedingt Fachpersonal für Insolvenzrecht oder wirtschaftliche Zwänge hat, war bekannt und wird mit diesem Artikel wieder bewusst. Das Kaffeesatz-Lesen Frau Bagherzadehs über die Zukunft des Geländes und die Aufforderung, “auf das Papierwerk zuzugehen”, hilft ebenso wenig wie die Behauptung, die Schließung des Werkes wär eine “Forderung”. Ließ sich die Stadt nicht 1 Jahr lang alle 3 Monate auf den Wunsch des Investors ein, den Mietvertrag zu verlängern, während sie auf die von ihr geforderten Gutachten wartete, die ebenso häufig versprochen wurden? Hätte sich die Stadt Hals über Kopf – Linke Manier – in ein finanzielles Abenteuer stürzen sollen, die ohnehin knappen Mittel der Stadt aufs Spiel setzend? Was hätte die Linke dann geschrieben? Zeter und Mordio hätten sie geschrien, Rat und Bürgermeister des Geldvernichtens bezichtigt und mit erhobener Faust “alle Macht dem Volk” verlangt.

    Man kann in diesem Artikel schon die Ahnungslosigkeit der Linke erkennen, die im Übrigen von allen Besitz genommen hat, die nicht wie Stadt und Investor unmittelbar involviert sind. Noch im Januar waren angeblich Rohstoffe und Material vorhanden, vor einigen Wochen sollten die Läger lehr sein. Der neue Insolvenzverwalter hat plötzlich Geld, die Produktion wieder anlaufen zu lassen, P3 läuft wieder. Niemand löst den Hickhack auf, keine Stadt, kein Investor und auch keine Medien. Und dies alles auf dem Rücken der Belegschaft, die fest zu ZANDERS steht – jedenfalls der Rest, der noch da ist.

    Herrn MDB Birkwalds Aussage, die Stadt müsse ein “eindeutiges Signal für eine sichere Zukunft an ZANDERS senden”, zeugt höchstens von “fishing for voters”, nichts anderem. Die Stadt hat, was Herrn Birkwald in Berlin entgangen sein mag, wirklich genug getan, ZANDERS zu retten. Davon hätte er sich vorher bei Herren Santillan überzeugen können, der es besser wissen müsste, sich aber in den Armen der Linke und ihrer Thesen wohler fühlt als Tatsachen zu akzeptieren.