Auch die Notaufnahme m Marien-Krankenhaus ist mit einem Beatmungsgerät ausgestattet. Foto: Thomas Merkenich

Die dritte Corona-Welle ist auch in Bergisch Gladbach in den Krankenhäusern angekommen. Im Marien-Krankenhaus, im Vinzenz-Pallotti-Hospital und im EVK sind bereits keine Intensivbetten mehr frei, Neuzugänge müssen umverteilt, Operationen verschoben werden. Die Corona-Patienten werden jünger und bleiben in der Regel länger auf der Intensivstation, auch das Personal wird wieder knapp.

In den letzten Tagen hat sich die Situation auch in den GFO Kliniken deutlich zugespitzt, berichtet Pressesprecher Jörg Zbick. Die Intensivbetten beider Standort, im Marien-Krankenhaus (MKH) und im Vinzenz-Pallotti-Hospital (VPH) in Bensberg seien komplett belegt.

Im Evangelischen Krankenhaus (EVK) ist der Trend ähnlich. Nach Angaben von Sprecher Daniel Beer gab es dort am Morgen noch freie Intensivkapazitäten, aber die waren bereits nachmittags verschwunden.

Nach Informationen des DIVI-Intensivregisters stehen in Bergisch Gladbach tatsächlich keine freien Intensivbetten mehr zur Verfügung. Nur im Krankenhaus in Wermelskirchen, dem vierten Krankenhaus im Rheinisch-Bergischen Kreis, gebe es noch zwei freie Betten. Von den insgesamt 38 Intensivbetten sind demnach 36 belegt, zehn mit Corona-Patienten, 26 mit anderen Patienten mit schweren Erkrankungen.

Das deckt sich mit den Berichten aus den Krankenhäusern. Im Marien-Krankenhaus werden derzeit elf Corona-Patienten betreut, davon vier intensiv. Im Vinzenz-Pallotti-Hospital liegen auf der Corona-Normalstation 21 Personen und weitere drei auf der Intensivstation. Im EVK werden weitere fünf Corona-Patienten auf der Intensivstation betreut, die meisten von ihnen invasiv beatmet.

Zbick und Beer berichten übereinstimmend, dass die Corona-Patienten immer jünger werden, bei der GFO liege das Durchschnittsalter jetzt bei 60 Jahren. Diese jüngeren Patienten verblieben relativ lange auf den Intensivstationen.

„Die Mitarbeiter auf der Intensivstation sind belastet, das Personal knapp, die Stimmung gedämpft”, fasst Zbick die Lage zusammen. Aus anderen Bereichen der Klinik werde Personal in die Intensivstationen geschickt. Zum Glück seien sehr viele der Mitarbeiter:innen geimpft, die Ansteckungsgefahr sei also eher gering.

In den GFO-Kliniken werden bereits jetzt Operationen mit Personen, die anschließend auf die Intensivstation müssen, abgesagt. Im EVK ist es noch nicht so weit.

Das Personal im MKH hat aus den Erfahrungen der ersten Welle gelernt

Grundsätzlich seien die Kliniken jetzt besser aufgestellt. Die Erfahrungen aus den ersten beiden Corona-Wellen seien sehr hilfreich. „Wir können Entwicklungen jetzt viel besser abschätzen und analysieren”, sagt Beer. Davon hatten zuvor auch Fachkräfte des MKH berichtet.  

Trotz der akuten Engpässe müssen Patienten im Rheinisch-Bergischen Kreis nicht befürchten, im Fall der Fälle nicht versorgt zu werden. Alle Krankenhäuser kooperieren miteinander, betont Zbick, und verteilen die Patienten untereinander um. Auch über den Kreis hinaus.

Nach eher ruhigen Monaten sind die Krankenhäuser nun wieder im Krisenmodus. „Wir bündeln gerade ganz massiv all unsere Kräfte, schauen von Stunde zu Stunde”, sagt Zbick. Auch Beer spricht von einer „sehr dynamischen Situation”.

Der Appell der Krankenhäuser ist eindeutig und richtet sich an die Bevölkerung: Bitte halten Sie die bekannten Regeln (Abstand, Maske, Kontaktreduzierung) ein.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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3 Kommentare

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  1. Guten Tag,
    in einem Video von Frau Wagenknecht erfuhr ich mit Erstaunen, dass in 2020 rund 6000 Intensivbetten in Deutschland abgebaut wurden und rund 9000 Pfeger*innen ihren Arbeitsplatz wegen der unsäglichen Bedingungen verlassen haben. In wie weit macht sich das auf die 3 Häuser hier im Kreis bemerkbar? Wieviel Intensivbetten wurden hier abgebaut und wieviel Pfleger*innen haben hier gekündigt und in wie fern hat das dann Einfluss auf die prekäre Situation?
    Wenn weniger Betten und Pflegepersonal vorhanden ist, ist es ja nachvollziehbar, dass die jetzt noch vorhandenen Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen.
    Die genauen Zahlen dazu wären hoch interessant.