Die neuen Corona-Maßnahmen bringen harte Einschränkungen mit sich: private Kontakte werden auf ein Minimum reduziert, Unterricht findet nur aus der Ferne statt, Kitas sollen nur zur Not in Anspruch genommen werden. Die NRW-Landesregierung hat allerdings einige Sonderregeln erlassen; wir fassen alles übersichtlich zusammen.

Grundsätzlich werden alle bestehenden Einschränkungen und Regeln bis zum 31. Januar verlängert. Das betrifft vor allem dem Lockdown im engeren Sinne: viele Geschäfte und Dienstleister, Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen. Die Masken- und Abstandspflicht gilt natürlich wie bisher.

Darüber hinaus gibt es einige einschneidende neue Regelungen ab dem 11. Januar – und einige Ausnahmen in NRW.

Kindergärten: eingeschränkte Pandemiebetrieb

Die Kitas bleiben grundsätzlich geöffnet, aber alle Betreuungsangebote werden um zehn Wochenstunden reduziert und nur noch in festen Gruppen angeboten.

Wo immer möglich sollen die Eltern ihre Kinder zuhause betreuen, dazu bekommen sie vom Bund pro Elternteil bis Ende Januar zehn weitere bezahlte Kinderkrankentage, um sich um die Kinder kümmern zu können. Alleinerziehende erhalten 20 Tage.

Die Kitas erhalten vom Land weitere FFP2-Masken und weitere personelle Unterstützung.

Die ErzieherInnen und sonstige Mitarbeiter können sich weiterhin testen lassen, bis zu sechsmal bis zu den Osterferien.

Wenn letzte Details geklärt sind sollen die Eltern am Donnerstag direkt durch einen Brief des Ministeriums informiert werden.

Schulen: Distanz- statt Präsenzunterricht

Nach Ferienende gibt es bis zum 31. Januar keinen Präsenzunterricht, das gilt für alle Jahrgangsstufen und auch für Abschlussklassen. Ein Stufenplan, der jüngere Klassen wieder in die Schulen lässt ist erst ab Februar wieder denkbar.

Die Schulen müssen ab dem 11. Januar, falls noch besondere Vorbereitungen zu treffen sind, spätestens ab dem 13. Januar Distanzunterricht anbieten.

Alle Schulen müssen eine Notbetreuung für die Stufen 1 bis 6 sowie für SchülerInnen mit besonderen Betreuungsbedarf auch darüber anbieten. In dieser Zeit wird aber kein Unterricht erteilt, die Betreuung soll „sonstiges Personal“ in den Schulen übernehmen.

Klassenarbeiten fallen bis zum 31. Januar aus; Ausnahmen sind nur in wenigen zwingenden Fällen in Abschlussklassen möglich.

Die LehrerInnen und sonstige Mitarbeiter können sich weiterhin testen lassen, bis zu sechsmal bis zu den Osterferien.

Auf die beweglichen Ferientage zu Karneval sollen die Schulen möglichst verzichten.

Die Schulen sind am Donnerstag per Schulmail vom Ministerium informiert worden, daraufhin haben die meisten Schulen eigene Mails mit Erläuterungen an die Eltern rausgeschickt.

Alle Infos des NRW-Schulministeriums finden Sie hier.

Kontakte auf Minimum reduziert

Private Kontakte sind nur noch innerhalb des eigenen Hausstandes und mit einer weiteren Person erlaubt.

Als Appell gilt das in NRW sowohl für den privaten wie für den öffentlichen Raum. Rechtlich bindend gilt es allerdings nur für den öffentlichen Raum. Entgegen der Ankündigung von Ministerpräsident Armin Laschet wird der private Raum in der Corona-Schutzverordnung des Landes nicht erwähnt.

Zudem gewährt die Landes-Verordnung für „betreuungsbedürftige Kinder“ eine Ausnahme: „Treffen im öffentlichen Raum sind nur zwischen Angehörigen eines Hausstands sowie einer weiteren Person zulässig. Diese Person kann von betreuungsbedürftigen Kindern aus ihrem Hausstand begleitet werden.”

Bislang war der Kontakt mit zwei weiteren Personen erlaubt. Zudem waren Kinder bis 14 Jahren nicht mitgezählt worden, diese Altersgrenze wird durch das Kriterium „betreuungsbedürftig“ ersetzt.

Spielplätze

Auf Spielplätzen müssen Kinder in NRW nicht auf einen Mindestabstand achten, dürfen sich also treffen. Kinder im Vorschulalter können dabei sogar auf ihre Alltagsmaske verzichten

Feiern und Partys

… sind zwar grundsätzlich untersagt. In NRW ist das Treffen naher Angehöriger bei standesamtlichen Trauungen und Beerdigungen weiterhin erlaubt.

+ Eine Anzeige in eigner Sache +

Bewegungsfreiheit in Hotspots einschränken

In Landkreisen und Großstädten mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Fällen hat die Ministerpräsidentenkonferenz den Bewegungsradius auf 15 km um den Wohnort gegrenzt. Ausnahmen erfordern einen triftigen Grund.

Auch hier geht NRW einen Sonderweg: Landkreise mit einer Inziden von über 200 können die 15-km-Regel in Absprache mit der Landesregierung einfügen; hierzu soll es zudem eine spezielle „Hotspot-Strategie“ geben.

Alten und Pflegeheime schützen

Bis die Impfungen mit beiden Impfdosen in den Alten- und Pflegeheimen abgeschlossen sind solle vor dem Betreten Schnelltests angeboten werden. Um mehr Personal für die Test zu mobilisieren starten Bund und Länder eine Initiative, um Freiwillige zur Durchführung der Schnelltests in die Einrichtungen zu finden.

Zuhause arbeiten

Betriebskantinen und Mensen werden geschlossen wo immer die Arbeitsabläufe es zulassen. 

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden dringend gebeten, großzügige Home-Office-Möglichkeiten zu schaffen.

Bibliotheken

In Bibliotheken und Archiven in NRW ist die Abholung und Auslieferung bestellter Medien sowie deren Rückgabe zulässig.

Fahrschulen

Der Betrieb von Fahrschulen ist weiter nur für berufsbezogene Ausbildungen zulässig und ansonsten untersagt. Eine Ausnahme gilt für Fahrschüler, die bereits mehr als die Hälfte der verpflichtenden Ausbildungsstunden absolviert haben. Diese dürfen ihre Ausbildung einschließlich der Prüfung abschließen.

Dokumentation:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

6 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Ich habe die Schlagzeilen heute auch gelesen. Dann haben wir wohl Glück mit/an unserer Schule. Heute wie “gewohnt” alle Stunden digital plus Hausaufgaben. Aber über Teams, nicht Moodle etc.
    Es scheint sehr unterschiedlich zu sein….. das muss sich bessern!!

  2. Ich habe am 09.Januar 2021 um 16:47 einen Kommentar hier geschrieben. Meine Thesen wurden von den anderen Kommentatoren als haltlos und falsch betrachtet.

    Nun ja…. keine 48 Stunden nach dem Ich diesen Kommentar geschrieben habe, ist eine der Hauptschlagzeilen, dass die gängige Plattform Moodle streikt.
    Beweise gefällig ? Hier liest selbst:
    https://www.ksta.de/ratgeber/digital/plattform-moodle-streikt-viele-schueler-koennen-nicht-arbeiten—gebauer-weiss-von-nichts-37913640

    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/stoerungen-bei-moodle-100.html

    Als hätte ich es ahnen können. Meine Analyse und meine Prognose erwies sich also als Richtig. :)
    Wie gesagt: Ich war selber vor einigen Jahren Schüler und all die ganzen Plattformen haben FAST NIE FUNKTIONIERT.
    Die Lehrer können nichts dafür. Ich hatte immer sehr gute Lehrer die stets guten Unterricht gemacht haben. In fast allen Fächern haben wir moderne Technik wie Computer, Kamera und Internet benutzt. Mal mehr mal weniger.

    Ich prognostiziere sogar noch mehr: Es wird noch viel mehr Ausfälle und Störungen solcher Art geben.

    Am Ende sollte die Digitalisierung vor allem eins:
    Einfach sein und funktionieren :)

  3. Wenn stimmt, was Maria M. schreibt – woran ich nicht zweifele – dann bewegen sich die Probleme, die Herr Bosbach kritisiert, um die Schulleiter und Lehrer anderer Schulen, deren Arbeitsauffassung ich jahrzehntelang auch ohne Pandemie beim schulischen Werdegang meiner Kinder beobachten konnte. Unter den Pädagogen gibt es heute noch – mal mehr, mal weniger je nach Schule – solche, die seit ihrem Studium auf der damaligen Ebene agieren. Vor 20/30 Jahren war es die Frage: Was studieren wir? Mangels eigener Ideen hieß es dann: Ach, gehen wir zur PH, da ist es am einfachsten und da werden die besten Feten gefeiert.

    Kein Hörensagen, von Bekannten erzählt bekommen.

    Das ist natürlich heute ein geringer Teil, aufgrund des Dienstalters aber ein bestimmender, der sich gerne mangels Interesse gegen Neuerungen stemmt. (Ebenfalls aus Berichten von mir bekannten Lehrern) “Digitaler Unterricht, soll ich auf meine Tage noch diesen Unsinn praktizieren?”, so urteilen wahrscheinlich einige Pädagogen und beeinflussen Jüngere.

    Grundsätzlich Kritik an den Corona-Maßnahmen zu üben darf m.E. nur der, der bessere Ideen hat, wobei wieder problematisch ist, wer beurteilt, was besser und was weniger gut ist. Sie, Herr Bosbach, wollen mehr Mitspracherecht der Bevölkerung, was hochgefährlich sein kann, wie man an den Querdenkern und Konsorten erkennen kann. Wir leben in einer Demokratie, in der die Bevölkerung wählt, wer “einfach etwas beschließen” kann. Ich kenne kein besseres System, weil “viele Köche …” usw., was Niemandem dienen kann.

    Schüler sollen ein Mitspracherecht erhalten, was nach meiner Auffassung nicht zu einem gemeinsamen Ziel führen würde, aber man sollte sie zumindest fragen.

    Alle anderen Vorschläge kann ich unterschreiben, wobei man sich das nicht allzu leicht vorstellen sollte!

  4. Ich kann Ihre Kritik nicht nachvollziehen. An unserer Schule hier in Bergisch Gladbach wird digital unterrichtet nach Stundenplan. Jüngere Schüler, die betreut werden müssen, können zur Notbetreuung und nehmen so online am Unterricht teil. Alle ohne entsprechende Geräte können ausleihen. Für Kinder ist Digital-Unterricht doch wesentlich ansprechender als PDFs zum Drucken (was auch nicht in jedem Haushalt möglich ist und ein Wansinnsvolumen an Papier ergeben würde bei 3 Kindern, dazu würden hier Eltern wirklich zu Lehrern, um den Stoff zu vermitteln). Das System wurde sehr gut trainiert und mit den Schülern geübt und erprobt. Kann also nur positive Erfahrungen darüber berichten
    …..

  5. Liebe Bergisch Gladbacher Bürger,

    Ich bin ja grundsätzlich Kritiker der Corona Maßnahmen. Das habe ich schon
    in einigen Kommentaren zum Ausdruck gebracht.

    Wenn ich mir so durchlese wie das mit den Schulen gehandhabt wird. Ich sage dazu nichts mehr.
    Meines Erachtens nach sollte es mehr Mitspracherecht für die Bürger von Deutschland geben.

    Da wird einfach was beschlossen und dann umgesetzt.

    Gebt den Schülern ein Mitspracherecht ! Und sorgt für eine geordnete Digitalisierung des Unterrichts !
    Die Digitalisierung soll kein Problem für manche darstellen sondern eine Bereicherung. Das sollten die Hohen Tiere im Bildungswesen erkennnen.

    Mein Vorschlag:
    Macht die Digitalisierung so einfach wie Möglich ! Und so gleichberechtigt wie möglich.
    z.B.Dokumente in PDF-Form kann jeder lesen, ausdrucken und dann bearbeiten.
    Zusätzlich hat man ja die Schulbücher.

    Es mag verlockend sein Neue Technologien zu verwenden. z.B. Apps, Programme, Video-Technik.
    So schafft man aber enorme Ungleichheit unter den Schülern. Manche kommen aus sozial schwachen Haushalten, andere haben langsames Internet, manche verstehen die Anwendungen nicht usw.

    Bis vor wenigen Jahren war ich Selber Schüler. Obwohl wir alle LapTops und Smartphones hatten, haben die experimentellen Internetseiten der Schule nie richtig funktioniert. Immer gab es schwierigkeiten.

    Sollte dann noch ein Schüler Schwierigkeiten haben oder ein Lehrer dann sollte es Ansprechpartner geben.
    Und Falls jemand keinen Computer hat dann soll er die Erlaubniss bekommen in der Schule zu arbeiten. Mit oder ohne Betreuung. Im Übrigen gibt es immer noch so einiges was in den Schulen rumläuft nicht nur der Hausmeister….. :)

    Am Ende hat die E-Mail sich bewährt. :D

    Mit freundlichen Grüßen
    Fabian Bosbach

  6. 49 Jahre lang habe ich meine schwerbehinderte Tochter gepflegt. Über die Hilfe von außen kann ich mich nicht beschweren sie war immer da wenn ich sie brauchte. Aber was oft vergessen wird, ist, die Behinderung der Familien . Meine Frau ist nicht zuletzt daran zugrunde gegangen.