Die offiziellen Daten für den Rheinisch-Bergischen Kreis zeichnen ein relativ entspanntes Bild: Seit sechs Tagen wird jeden Morgen eine Inzidenz von unter 150 ausgewiesen, heute gibt es in ganz NRW nur neun Kreise, die einen niedrigeren Wert ausweisen. Daher sind trotz der Bundesnotbremse die Schulen und Kitas in Rhein-Berg und die Geschäfte wieder offen. Das Bild hat aber einen Fehler: Es ist falsch.

Heute früh weist das Landeszentrum Gesundheit (LZG) eine offizielle Inzidenz von 145 Fällen je 100.000 Einwohner für den Rheinisch-Bergischen Kreis aus. Das sind zwar 13 Fälle mehr als am Vortag, liegt aber immer noch deutlich unter dem Schwellenwert von 150 oder gar 165. Und es ist dieser tagesaktuelle, unkorrigierte Wert, der von der Landesregierung als Maßstab für die Öffnung oder Schließung von Schulen, Kitas und Geschäften angelegt wird.

Die Grafik zeigt die jeweils aktuellen korrigierten Werte an. Für die letzten zwei oder drei Werte stehen noch Korrekturen aus, sie sind daher nicht aussagekräftig, sondern verfälschen das Bild.

Die reale Infektionslage in Rhein-Berg ist aber eine ganz andere, das lässt sich anhand einer Auswertung der Daten der vergangenen zwei Wochen nun belegen. Das Bürgerportal wird dabei von Hilger Müller unterstützt, der die Daten seit Beginn der Pandemie akribisch verfolgt.

Differenz zwischen Schein und Wirklichkeit

Besonders offensichtlich wurde die Differenz zwischen Schein und Wirklichkeit heute früh, nachdem das LZG seine Daten aktualisiert hatte. Wie immer werden in der Nacht die aktuellen Zahlen der Gesundheitsämter eingestellt.

Seit gut zwei Wochen meldet das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises jeden Tag Fälle nach, die jetzt bearbeitet wurden, im Labor aber schon am Vortag oder früher bestätigt wurden und seither liegen geblieben waren. Die Fälle werden mit diesem Labordatum in der Statistik verbucht.

Das machen auch die anderen Kreise so, in Rhein-Berg ist dieser Korrekturbedarf aber besonders hoch – und er reicht besonders weit zurück. Zum Beispiel heute: Für Samstag (24.4.) wurden 17 Fälle nachgemeldet, für Freitag waren es 35. Knapp zwei Wochen zurück wurden jetzt noch Fälle nachgetragen. Morgen folgen weitere.

Deutliche Zeichen der Überlastung

Das ist offenbar ein Anzeichen für eine Überlastung der Kreisverwaltung, des Gesundheitsamtes und/oder Corona-Lagezentrums. Der Kreis scheint nicht in der Lage zu sein, neue Fälle einigermaßen „zeitnah“ in das Meldesystem einzuspeisen.

Am Sonntag wurden nur 12 Fälle verarbeitet – was nach außen hin eine ruhige Lage vermittelte, tatsächlich aber offenbar Sonntagsdienst nach Vorschrift war. Dazu könnten auch Auseinandersetzungen über den richtigen Kurs innerhalb der Kreisverwaltung beitragen.

Die falschen Inzidenzen zeichnen das Bild einer entspannten Infektionslage, was wiederum bei der Festlegung der aktuellen Corona-Regeln zugrunde gelegt wird und zu falschen Maßnahmen führt.

Mit den neuen Fällen wird nun auch die Inzidenz korrigiert. Und zwar kräftig. Für Sonntag und Samstag wurde die Inzidenz alleine heute nachträglich um jeweils 17 Punkte hochgesetzt, am Freitag sind es nach mit mehreren Korrekturen 30 Fälle, für Donnerstag 27.

Das zeichnet die Grafik von Hilger Müller oben anschaulich nach. Es zeigt sich auch, dass diese Entwicklung am 9. April begann, offenbar mit einer Umstellung des Meldeverfahrens (siehe unten).

Frische Daten sind unzuverlässig

Das ganze Ausmaß der Korrekturen und die Unzuverlässigkeit der tagesaktuellen „frischen“ Zahlen verdeutlicht diese weitere Gegenüberstellung der Erstmeldungen mit den korrigierten Zahlen von Hilger Müller:

Die Daten zeigen zudem, dass die tatsächliche Inzidenz im Rheinisch-Bergischen Kreis (das sind die Werte in der Grafik über den grauen und gelben Säulen) seit 13 Tagen konstant über dem Schwellenwert 150 liegt. Mit einer einzigen Ausnahme (22.4.) auch oberhalb von 160.

Im Bereich der einigermaßen gesicherten Daten (gelb) befand sich die Inzidenz stabil zwischen 165 und 220 – was ein starkes Argument für die Schließung von Schulen und Kitas gewesen wäre.

Die Bundesnotbremse greift nicht

Auf die Anwendung der Bundesnotbremse, mit einer Schließung der Geschäfte und ab 165 auch der Schulen und Kitas, hatte das bislang aber keine Auswirkung. Dafür gilt wie gesagt alleine die am jeweiligen Tag festgestellte offizielle und unkorrigierte Inzidenz auf Basis der Erstmeldung. Und die lag seit dem 21.4. unterhalb von 150. 

Diese Verzerrung der Inzidenz ist offenbar das Ergebnis einer Umstellung des Meldeverfahrens durch Kreis und Land (offenbar ab dem 9.4.). Im Kern besteht das neue Verfahren darin, dass die Fälle jetzt sauber mit dem jeweiligen Labordatum in die Statistik eingehen – und nicht dann, wenn die Kreisverwaltung dazu kommt, ihren Stapel an Labormeldungen abzuarbeiten.

Das würde, wenn es tagesaktuell bewältigt werden könnte, zu mehr Transparenz führen. Aber selbst dann dürfte man die Daten der beiden letzten Tage nicht werten sondern müsste immer die Inzidenz von vor drei Tagen zugrunde legen. Das wären dann – Stand heute – 160 Fälle.

Derzeit ist die Kreisverwaltung allerdings ganz offenbar weit davon entfernt, neue Fälle in einem angemessenen Zeitraum in das Meldesystem einzuspeisen.

Grundsätzlich entscheidet das Land. Allerdings stünde dem Kreis und dem Landrat die Möglichkeit offen, die Verzerrung der Statistik offen zu legen und in Abstimmungen mit dem Land härtere Maßnahmen zu verfügen.


Hinweis der Redaktion: Wir haben den Landrat und die Kreisverwaltung in den vergangenen zehn Tagen vielfach um eine Erläuterung der Umstellung des Meldeverfahrens und der Auswirkungen auf die Inzidenz gebeten, bislang ohne Erfolg. Gestern wurden Auskünfte angekündigt; das könne aufgrund des Umfangs aber einige Zeit dauern. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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37 Kommentare

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  1. Interessanter Hinweis, danke. Das Ergebnis sieht verblüffend ähnlich aus, die Ursachen aber offenbar gegensätzlich. Wilhelmshaven meldet auch die positiven Selbsttests sehr früh, muss dann bei einer Bestätigung durch den PCR-Test auf diesen frühen Termin zurückbuchen.

    Wie der Rheinisch-Bergische Kreis tatsächlich bucht, wissen wir nach wie vor nicht, unsere Fragen sind nach wie vor unbeantwortet. Der Kreis hat aber immer wieder betont, dass Schnelltests erst nach der Bestätigung in die Statistik eingehen. Daher bleiben wir bei unserer Hypothese, dass Rhein-Berg aufgrund von personellen Überlastungen und internen Aufgabenneuverteilungen verspätet meldet und damit diesen Diskrepanz zwischen offizieller und realer Inzidenz produziert.

  2. Sehr geehrter Hilger Müller,

    im Stadtkreis Wilhelmshaven scheint es mit den Inzidenzwerten ähnlich zuzugehen wie im RBK: der “SPIEGEL” berichtet gestern vom „Inzidenzwunder von Wilhelmshaven“, siehe:

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/corona-pandemie-daten-das-inzidenzwunder-von-wilhelmshaven-a-9141114a-5fbd-49a1-88a7-e4aee0755b38

    Auch dort scheint es unter Bürgern und in sogenannten sozialen Medien heftige Diskussionen über die Ursache dieses ‚Wunders‘ zu geben. Vielleicht recherchieren Sie einmal dazu?

    Freundliche Grüße!

  3. Erst ab dem 13.4. geht die Schere zwischen „falscher Kurve“ und „korrigierter Kurve“ so richtig los. Umstellung des Meldeverfahrens hin oder her, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass auch der Abgang des Dr. Erik Werdel als Leiters des Krisenstabs zumindest mit ursächlich für die schlechte Arbeit in der Kreisverwaltung ist. Denn Landrat Santelmann ist am 12. April – ein Tag vor dem echten Beginn der großen Abweichungen – dem Wunsch Werdels vom 8.4. auf Entlassung aus der Verantwortung gefolgt.

    Es ist für mich nur schwer nachvollziehbar, warum man 10 Tage nach der beginnenden größeren Abweichung den Apparat nicht wieder auf die richtige Spur gesetzt hat.

    Daher ist es durchaus vorstellbar, dass sich der Landrat mit seinem Handeln (besser wohl Nichthandeln) eine Dienstaufsichtsbeschwerde von verärgertsten und um ihre Gesundheit besorgten Bürgern einhandeln wird, weil hierdurch der Eindruck erweckt wird, man wolle die Statistik nach eigenem Gusto gestalten. Aber genau so etwas sollte ja tunlichst vermieden werden.

  4. Mit diesen unzuverlässigen und nachlässig verarbeiteten Neuinfektionen, wodurch die Inzidenz entsprechend niedrig gehalten wird, kann man eine Notbremse auch aushebeln. Der Kreis sollte sich seiner Verantwortung bewusster sein und entsprechende Maßnahmen ergreifen, indem wieder ein neuer Krisenstab eingesetzt wird. Die Pandemie ist noch lange nicht zu Ende.

  5. Herr Laschet würde erstmal bis Pfingsten nachdenken um dann zu verkünden, dass wir ein Brückencoronateam benötigen.

  6. Ob nun die 165 er (Luftmarkeninzidenz) oder eine andere genommen wird. Es muss doch Hand und Fuß haben. Es wird mit indirekt mit Leben gespielt. Menschen sterben nicht sofort an Corona wie z.B. bei einem Autounfall, aber später wenn eine Versorgnung nicht mehr gewährleistet werden kann, oder wenn es das Immunsystem nicht schafft. Aus meine Augen ist das von der gesamten Politk fahrlässig mit ‚Augen zu und durch‘ in dieser Pandemie zu fahren. Kein Arzt, Raumfahrtingenieur oder Autobauer kann sich leisten ‚einfach mal‘ irgend einen Durchschnittswert zu nehmen. Eine Dosis an Medikamenten muss korrekt dosiert sein, als auch ein Raketentriebwerk…
    Es müssen belastbare Werte genommen werden, sicher zählt dazu auch eine Auslastung der Krankenhäuser. Ich bin mir sicher Experten könnten diese Rahmenwerte vorgeben, allerdings hört in der Politik natürlich keiner darauf. Herr Laschet ist eher mit Blick nach Berlin als in NRW unterwegs, und Herr Santelmann löst den Krisenstab des Kreises auf… Beide haben in meinen Augen versagt.

  7. @Astrid
    Mein Verständnis ist dieses: Für das Kriterium „Drei Tage über 165 für Schulschließung“ bzw. „Drei Tage über 150 für Ladenschließung“ mit diesen mehr oder weniger belastbaren Daten mit Nachmeldungen aus dem Balkendiagramm:
    20.4.: 167,7 // 21.4.: 161,3 // 22.4: 156,7 // 23.4.: 168,0 // 24.4.: 160,6
    Demnach hätten die Läden geschlossen werden müssen. Wegen dem 21.4 und dem 22.4 hätten die Schulen geöffnet werden müssen, ob der 24.4. herangezogen werden konnte ist ja nicht genau bekannt. Nach den Daten der Erstmeldung war alles zu öffnen.
    Mit dem Kriterium „Fünf Tage unter 165 bzw. unter 150“ und den Daten der Erstmeldung:
    18.4: 199,5 // 19.4.: 168,0 // 20.4.: 149,7 // 21.4.: 133,8// 22.4.: 129,2// 23.4.: 138,0// 24.4.: 143,0
    hätte mindestens wegen des 19.4. alles geschlossen bleiben müssen.

  8. @Christian-Andreas

    Die Info über die Öffnung der Schulen kam von Kreis (bzw. vom Land) am Abend des 23.4. Da kannte man dann vermutlich auch bereits die Zahlen, die das RKI und das LZG dann am 24.4. morgens verkünden. Das RKI korrigiert die Erstmeldungen für vorhergehende Tage im Gegensatz zum LZG nicht. Also egal, ob man nun von drei Tagen in Folge unter 165 (21.-23.) oder fünf Tagen in Folge unter 165 (20.-24.) ausgeht – in beiden Szenarien war die Öffnung (sowohl der Schulen als auch der Geschäfte) nach Maßgabe der zuerst gemeldeten Zahlen richtig – und nach Maßgabe der später korrigierten Zahlen falsch.

  9. @Astrid
    Dieselbe Frage kam schonmal auf. Mein Verständnis ist:
    Die Schulschließung kam nach altem Recht und wurden wegen Überschreitung von 200 verhängt. Nach diesem Recht hätte für eine Schulöffnung fünf Tage die 200 unterschritten sein müssen. Versteht man das neue Bundes-Gesetz so, dass der bestehende Schulzustand übernommen wird und für eine Öffnung fünf Tage unter 165 vorliegen müssen, hätten die Schulen nicht geöffnet werden dürfen.
    Versteht man das neue Gesetz so, dass am 23.4. ein „Reset“ aller Maßnahmen erfolgt und man sich am 23.4. die letzten drei Tage anschaut, hätte man die Schulen öffnen müssen. Am 21.4. und 22.4. war die 165 ja nicht überschritten.
    Das beinhaltet natürlich die Annahme, dass die Zahlen an diesen Tagen mittlerweile belastbar sind.

  10. @Klaus

    Die Schulen waren ja bereits im Distanzunterricht. Für die Aufhebung von Maßnahmen gilt §28b 2 – die Werte müssen an 5 aufeinanderfolgenden Werktagen UNTERHALB der jeweiligen Grenze liegen. Das ist laut den bislang korrigierten Werten maximal am 21. und 22.4. der Fall gewesen. Am 23. und 24. lag er bereits wieder über 165. Am 25.4. ist ein Sonntag (zählt laut RKI nicht). Und die Werte vom 26. (Stand gestern 145,1, Stand heute 158,2) und 27.4. (Stand heute 141,6) sind wohl noch nicht als endgültig anzusehen.

    Gleiches gilt für die Aufhebung der Öffnung der Geschäfte. Dürfte nur der Fall sein, wenn der Wert an 5 Werktagen UNTER 150 liegt. War es aber die ganze Zeit überhaupt nicht! Nur die Kurve der ERSTmeldungen lag in der letzten Woche konstant unter 150. Von daher ist es von erheblichem Einfluss, wenn Meldungen zu spät weitergeleitet werden. Ein absoluter Skandal!

  11. Was macht der Kreis denn zur Zeit bei den Schulen falsch ? Das IfSG in der neuen Fassung gilt seit dem 23.04.2021. Der Kreis/das Land NRW haben sich doch ab 20.04.2021 an diese aktuellen Vorgaben für Schulen gehalten. Selbst mit den nachgemeldeten Daten verhält sich der Kreis/das Land NRW doch nach den Kriterien des IfSG in der Fassung vom 23.04.2021. Der Präsenzunterricht darf bis zur Inzidenz 165 (an 3 hintereinander folgenden Tagen) als Wechselunterricht ausgeführt werden. Erst dann ist Distanzunterricht vorgeschrieben.
    Was sagt das IfSG §28b ab 23.04.2021 ?
    Zur 165er Inzidenz => §28b 3 Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 165, so ist ab dem übernächsten Tag für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen, Hochschulen, außerschulische Einrichtungen der Erwachsenenbildung und ähnliche Einrichtungen die Durchführung von Präsenzunterricht untersagt.
    Zur 100er Inzidenz => Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 100, so ist die Durchführung von Präsenzunterricht ab dem übernächsten Tag für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen, Hochschulen, außerschulische Einrichtungen der Erwachsenenbildung und ähnliche Einrichtungen nur in Form von Wechselunterricht zulässig.

  12. Guten Morgen in die Runde, auch ich rege mich seit Tagen über diese Situation auf.
    Wenn unser Landrat und der Kreis nicht in der Lage sind korrekte und zeitnahe Zahlen zu liefern auf deren Basis grundlegende Entscheidungen getroffen werden ist das Versagen bzw. Unfähigkeit oder Unwilligkeit dies zu leisten.
    Dies ist in dieser Krise aus meiner Sicht jedoch erste Priorität. Insofern geht hier auch das Argument der fehlenden Personaldecke fehl. Auch ich muss täglich auf Sonderfälle und Schwierigkeiten reagieren und meine Mitarbeiter entsprechen steuern. Und Orgastrukturen sehr schnell anpassen. Ansonsten gewinnt man in der freien Wirtschaft schnell ein Problem. Ich bin fassungslos über dieses stoische Ignorieren und Aussitzen der derzeitigen Krise mit den Konsequenzen für die Bürger.
    Auch ich denke tatsächlich über juristische Möglichkeiten nach-ich bin vom Fach!
    Herzlichen Dank für die Transparenz durch die Arbeit in diesem Forum! Halten Sie durch und bleiben Sie dennoch zuversichtlich.

  13. Da fragt man sich wie schlimm es noch werden muss bis hier mal die Stadtverwaltung oder das Land die Augen öffnen. Ich wünsche allen Kollegen in den Krankenhaus starke Nerven und viel Kraft. Und Allen die in Schule und Einzelhandel arbeiten müssen bei diesem exorbitant hohen Zahlen – das sie gesund bleiben.

  14. Das “ Rumgeeiere “ kommt deswegen zustande, weil durch die Anwendung des einen Grundgesetzes das andere verletzt wird.
    Und es gibt in allen politischen Ebenen Parteien, die sich dann das eine verletzte Grundrecht raussuchen, und mit Klage drohen oder sogar klagen und damit flexibleres Reagieren unmöglich macht. Die Regierung sollte durch den Ausruf eines “ Ausnahmezustandes “ das Grundgesetz ausser Kraft setzen und einem Krisenstab das Pandemie Management übertragen. Das kollidiert dann auch nicht mit dem “ Superwahljahr “ 2021.
    Ich werde irgendwie das Gefühl nicht los, daß doch jeder der Entscheidungsträger die Situation politisch für sich ausnutzen will.

    Und was den Landrat angeht, der gehört vor Gericht. Es gibt doch schicke Dienstaufsichtsbeschwerden. Das hier wäre mal der Anlass für eine.

  15. Vielen Dank für diesen Artikel, der meine aktuellen Sorgen und meine Verwirrung widerspiegelt.
    Seit Wochen erscheint es mir mehr als merkwürdig, dass die Zahlen im RBK im Verhältnis zu den umliegenden Kreisen so niedrig sind.
    Dass das Meldeverfahren umgestellt wurde, erscheint mir sinnvoll. Umso weniger kann ich nachvollziehen, dass massiv Infektionen nachgemeldet werden und der Kreis es nicht hin bekommt, zeitnah die bestätigten Fälle zu erfassen.
    Ich bin sicher, dass alle Beteiligten im vergangenen Jahr härter gearbeitet haben als jemals zuvor. Wenn das noch immer nicht ausreicht, die Meldungen zeitnah zu erfassen, stimmt doch was mit der Organisation nicht.
    Mich wundert sehr, dass Rundschau und Kölner Stadt Anzeiger noch nicht detaillierter berichten und durch Bürger und Medien (das Bürgerportal ausgenommen) nicht mehr Druck ausgeübt wird.
    Was können wir noch tun um den Kreis/das Land oder wen auch immer zum Umdenken zu bewegen?

  16. R. Talmon fragt, ob „es eigentlich eine wissenschaftliche Begründung für die Inzidenzzahl von 165“ gibt? Nein, wie SPD-Fraktions-Vize Dirk Wiese sagt: „Letztendlich resultiert die 165 daraus, dass am letzten Montag der Durchschnitts-Inzidenzwert aller 16 Bundesländer bei ungefähr 165 lag“

    (Quelle: https://taz.de/Grenzwerte-fuer-Bundesnotbremse/!5768119/)

  17. Auf was warten wir denn hier in diesem Kreis?
    Seit mehr als einem Jahr schotten wir uns ab, sitzen zu Hause und halten uns an alle Regeln. Arbeiten komplett im Home Office . Weil wir es vernünftig finden . Wir haben drei Kinder !! Die muss ich aber jetzt zur Schule schicken .
    Und das obwohl die Schulen sich wirklich hervorragend auf den Distanzunterricht vorbereitet und eingestellt haben.
    Und bitte, fur alle die kein gutes Internet haben oder ein Betreuungsproblem – es gibt an jeder!!! Schule eine Not Betreuung . Nur, ich habe wirklich Sorge , dass sich die Kinder anstecken und am Ende wir. Und das weil man hier nicht in der Lage ist entsprechend zu steuern.
    Aus dem KSTA:
    Die Kölner Schulen sind seit Montag geschlossen, an 75 Prozent von ihnen sind aktuell Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Von den 297 Kölner Schulen gibt Fälle an 225 Einrichtungen. Insgesamt sind 716 Schülerinnen und Schuler momentan infiziert.

    Ist das hier auch das Ziel ???

    Aber auf welche Reaktion warten wir? Der Landrat ist krank, seine Pressestelle abgetreten ( wirklich auch interessant , sind die nicht verbeamtet ) und er selbst kann derzeit keine Meldungen verfassen.
    Bananenrepublik RBK!

  18. Hallo Herr R. Talmon,

    Die Grenzwerte sind natürlich reine Willkür (inzwischen), sie sind politisch und nicht wissenschaftlich begründet!

    Ich bin schon lange für ein #NoCovid Strategie (eine Forderung und Bewegung von vielen Wissenschaftlern, Presseleuten, Künstlern und Geschäftsleuten). Heißt 3 bis 4 Wochen ALLES DICHT machen (natürlich bis auf lebenswichtiges) und der Keks wäre (wahrscheinlich) gegessen und hätte auch der Industrie, dem Mittelstand und den Selbstständigen viel weniger Schaden gebracht, als wie dieses ständige rumgeeiere!

    Aber die Politik hat nun mal anders entschieden (über die Gründe kann man diskutieren und spekulieren, aber es hilft uns JETZT nichts!).

    Wir als brave Staatsbürger halten uns an das neue 4. Bevölkerungsschutzgesetz und DAS erwarte ich verdammt nochmal auch von unserer Kreisverwaltung (und dem Landrat) bzw. den zuständigen Stellen im Gesundheitsamt des Landes!

    Was zur Zeit bei uns im Kreis läuft, IST EIN SKANDAL! Auch wenn einige Mitdiskutanten diese Bezeichnung für überzogen halten!

  19. Hallo Herr Talmon,

    nette Idee, aber das wäre auch nicht aussagekräftiger, weil die Belegung der Krankenhäuser, Intensivstationen und Beatmungsplätzen erst frühestens nach 14 Tagen sichtbar werden, und dann ist ein Gegensteuern bereits zu spät.
    Aber eigentlich …, wo ist denn der Unterschied zu dem unzuverlässigen Meldewesen des Kreises?

  20. Gibt es auch eine Notbremse für unfähige, ignorante und unkooperative Landräte?
    Ich kann nur allen hier meine Hochachtung aussprechen, die den Finger in die Wunde legen.

    Herr Landrat, ist Ihnen eigentlich klar, wer Sie bezahlt? Es sind die Menschen, die Ihnen anvertraut wurden und die Sie nach allen Regeln der Kunst für dumm verkaufen wollen. Sind wir aber nicht!!!

  21. Hallo,
    gibt es eigentlich eine wissenschaftliche Begründung für die Inzidenzzahl von 165? Sind danach unsere Krankenhäuser überlastet? Oder das Gesundheitsamt? Oder zeigt das ganze nicht viel mehr wie unzuverlässig diese Zahl ist?
    Wäre es nicht viel sinnvoller Maßnahmen an Krankenhauskapazitäten zu koppeln. Die können wenigstens genaue und tagesaktuelle Zahlen liefern und sind auch die, die wirklich relevant sind. Die Inzidenzzahlhochrechnungen z.B. haben bisher auch nicht zugetroffen:
    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/covid-prognose-rki-101.html

    Mal so ein Gedanke.

  22. Und jetzt?
    Was ist die Konsequenz ?? Die Schule bleibt auf . Es ist unfassbar wirklich.
    Was wir uns hier bieten lassen müssen !

    Bin voll und ganz bei Herrn Müller !

  23. Ich denke, HIER wäre mal ein Bürgerprotest angebracht!

    ICH fühle mich mit meinen 67 Jahren DADURCH gefährdet, selbst wenn ich seit fast seit einem Jahr kaum noch Außenkontakte habe. Aber einmal die Woche Einkaufen und Arztgänge müssen halt sein!

    An wen wendet man sich da am Besten?

  24. Mal abgesehen von den überall greifbaren, auch sehr unterschiedlichen Ergebnis verursacht durch die Pandemie, ist das Ergebnis dieser Fehlleistung der Verantwortlichen noch nicht zu bezeichnen. Das erfordert lückenlose Aufklärung, auch wenn es weh tut.

    Wer weiß denn schon wie unsere nächste Herausforderung bei einer Krise aussieht?

    Wollen wir dann wieder in der Krise den dafür geschaffenen und verantwortlichen Stab abschaffen?

    Welches überaus verunsichernde Signal in die Bevölkerung gesendet wird, für deren Wohlergehen man eigentlich die Verantwortung trägt in einer solchen Ausnahmesituation und mit welcher verheerenden Wirkung?

    Da möchte ich mich bei Herrn Watzlawek ganz persönlich herzlich bedanken schon für die bislang geleistete Arbeit und bei den Mitwirkenden der Redaktion ebenso. Beweisen Sie die Hartnäckigkeit und bleiben Sie dran bis zur Aufklärung.

    Das hilft uns nicht nur bei der Offenlegung der Schwachstellen und deren Beseitigung, es präpariert uns auch besser für die nächste Krise und deren Bewältigung.

  25. Ein einziges Desaster! Eine einzige Zumutung! Wenn dies keine Konsequenzen hat geht der letzte Funken Vertrauen in Amtsträger tatsächlich verloren.
    Dann ist es auch legitim sich zu fragen ob und wer davon profitieren mag.

  26. Das zeigt doch nur, wie weltfremd manche Politiker sind. Anstatt die Gedanken in Interessen der Bürger aufzunehmen, werden interne Querelen hochgespielt, dies ist eigentlich ein Kündigungsgrund wegen Unfähigkeit, aber gewählt ist gewählt

  27. In den Presseerklärung aus dem Kreishaus heißt es, dass die Inzidenz nachträglich durch die Landeszentrale geändert wird. Allen Beteiligten wissen, daß die Erstmeldungen der Inzidenz falsch sind und dass diese nicht die Wirklichkeit darstellen. Trotzdem halten sich alle an diesen falsche Zahlen fest und setzen auf dieser falschen Basis „falsche“ Gesetze um.

    Inkompetenz, Unfähigkeit, Dummheit oder alles zusammen? Ich weiß es nicht, aber meine Wahlentscheidung hat sich geändert, auch wenn ich noch nicht an die These glauben will, dass hinter den Falschmeldung der Inzidenz eine bewußte Absicht steht.

  28. Das ist Augenwischerei und Schönrechnung. Natürlich wäre es das Beste die Schulen und Kita’s sind offen. Auhc den Geschäften Täte es gut. Wenn es aber nicht geht, dann geht es nicht. Die Umstellung der Erfassung ist nicht mehr tragbar, keiner kommt da mehr mit. Das letzte bisschen Akzeptanz geht damit verloren. Ob Land oder Kreis, beide sind da in der Verantwortung auch uns den Bürgern gegenüber das Beste für Gesundheit und Wirtschaft zu ermöglichen. In beiden versagen sie nur noch.

    Der Beitrag hat vollkommen Recht, das Rückwirkende korrigieren zerstört wenn noch vorhanden das letzte Vertrauen und Akzeptanz. Wenn ich Werte anerkenne dich nicht gesichert sind, vorgestern, gestern und heute, betreibe ich Kaffeesatzleserei. Auf dieser Basis soll dann entschieden werden? Warum nicht gleich in Innereien lesen… Würfeln wäre vielleicht versändlicher.

  29. Die Kritik an der Kreisverwaltung erscheint gerechtfertigt zu sein. Allerdings werden die Fälle ja offenbar nachgemeldet, was der Landesbehörder nicht entgehen wird. Vor diesem Hintergrund sollte hinterfragt werden, inwiefern nicht auch eine Hol-Pflicht seitens der Landesbehörde besteht.

  30. Ich möchte hier dem Kreis gar keinen Vorsatz unterstellen, aber auf jeden Fall ein vollkommenes Versagen. Die offiziellen Zahlen sind im Vergleich mit dem umliegenden Kreisen und Städten so auffallend niedrig, dass jedem halbwegs intelligenten Menschen auffallen müsste, dass hier etwas grundsätzlich nicht stimmen kann. Merkwürdig ist, dass dem Land das auch nicht von selbst auffällt.
    Danke, dass ihr als iGL das Thema hoch haltet und dran bleibt!

  31. Wie heisst es so schön, glaub keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

    Würde mich nun interessieren, ob sich dafür auch jemand verantwortlich fühlt, das Problem zu beheben und die Ursache zu finden. Vor allem wenn so viele Existenzen und Einzelschicksale an diesem dämlichen Wert hängen.

  32. Sehr geehrter anonymer Besorgter, für Ihre kausale Schlussfolgerung haben wir keine Hinweise, die Hintergründe haben wir im Text ausführlich erläutert. Sie können gerne Ihre Meinung äußern, aber dann bitte auch unter Ihrem Namen.

  33. Fallzahlen werden nachgemeldet damit die Notbremse nicht greift, hier will jemand unbedingt die Schulen und Läden offen halten! Es gibt noch 1 freies Intensivbett, Coronapatient, Unfallpatient und Herzinfarktpatient können sich dann drum streiten und im Umkreis sieht es auch nicht besser aus. Ihr könnt zwar Fälle Rückwirkend melden aber die Kranken sind trotzdem da! Es wird sich rächen, leider auf Kosten derer die beim Russisch Roulette dabei verlieren!