Foto: EVK

Am „Internationalen Tag der Pflege“ hat der Rotary Club dem Personal des Evangelischen Krankenhauses seinen Dank für die Leistungen während der Pandemie ausgesprochen. Das EVK steht dabei stellvertretend für alle stationären Pflegeeinrichtungen, in denen Menschen ganz persönlich mit ihrer Tatkraft einen so wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Am „Internationalen Tag der Pflege“, Mittwoch, 12. Mai, hat der Förderverein des Rotary Clubs Overath-Rösrath/Bergisches Land „Danke“ gesagt: den Pflegerinnen und Pflegern des Evangelischen Krankenhauses (EvK), die seit über einem Jahr großen Belastungen ausgesetzt sind und Menschen pflegen, die an Corona erkrankt sind. Überreicht wurden 75 Rucksäcke mit Wanderführer („Die bergischen Streifzüge“) und kleiner Verpflegung für alle Pflegekräfte der Ambulanz-, Intensiv- und Covidstationen.

Thomas Büscher, Präsident des Rotary Clubs, berichtete, ein dominierendes Thema in seinem Präsidenten-Jahr sei bei vielen Videotreffen Corona gewesen: „Häufig haben wir darüber gesprochen, wie es wohl auf den Intensivstationen aussieht. Sie haben mit großen Sorgen zu tun und einen extrem anerkennenswerten Beruf“, sagte er zu den anwesenden Pflegern. „An Florence Nightingales Geburtstag möchten wir daher einfach einmal Danke sagen.“

Allen Pflegenden der Intensiv- und Infektionsstation hatte der Club daher auch einen Dankesbrief geschrieben. „Da sich Pflegekräfte auch selbst pflegen sollten, kamen wir auf die Idee mit dem Wanderführer durchs Bergische. Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass wir ihnen bald eine Erholungsphase und einen Ausgleich zum stressigen Alltag wünschen“, ergänzte Rotary-Vorstandsmitglied Doro Dietsch.

Die Belastung sei allerdings noch nicht zurückgegangen, viele Mitarbeiter seien ausgepowert, sagte Dr. Harald Januschewski, Geschäftsführer des Krankenhauses. „Seit über einem Jahr haben wir fast täglich eine Corona-Krisensitzung. Danke, dass der Rotary-Club an uns gedacht hat.“

Enorme psychische Belastung

Der ärztliche Direktor des Hauses, Dr. Andreas Hecker, bestätigte, seit einem Jahr herrsche Ausnahmezustand: „Wir arbeiten eigentlich gerne in festen Bahnen, aber seit fast anderthalb Jahren ist das nicht möglich. Am Anfang mussten wir lernen, COVID-Patienten unter den Menschen, die wegen anderer Krankheiten zu uns kommen, rauszufiltern. Dann den Kontakt mit Infizierten aufnehmen, ohne selbst eine Impfung zu haben. Wir hatten Schwierigkeiten Mundschutz zu bekommen, dann wurde bei uns noch eingebrochen und es wurden 2000 Masken entwendet… Jetzt sterben 40- bis 50-Jährige, die wir wochenlang betreut haben, eine enorme psychische Belastung.“

Peter Dane und Marcus Obermayer berichteten von ihrem Alltag auf der Intensivstation: Das Umbetten eines Patienten, der tief komatös ist und an Schläuchen hänge, benötige bis zu fünf Personen und sei körperliche Schwerstarbeit. „Die Schutzkleidung ist laminiert, damit man vor Flüssigkeiten geschützt ist – dadurch steht man aber auch in seinem eigenen Schweiß. Und die Patienten, die wach sind, leiden sehr darunter, dass sie ihre Angehörigen nicht berühren können.“ Die Pflegenden ergänzten allerdings, dass der Beruf auch Spaß mache. Auf jeden Fall ist er krisensicher.

Auf dem Bild zu sehen sind (in alphabetischer Reihenfolge): Thomas Büscher (Rotary), Peter Dane (Abteilungsleitung EvK), Doro Dietsch (Rotary), Dr. Andreas Hecker (Ärztlicher Direktor), Dr. Harald Januschewski (EvK-Geschäftsführer), Norbert Lenke (Vorsitzender des Aufsichtsrates), Cornelia Lübbe-Roggen (Vorsitzende des EvK-Fördervereins), Bianca Markowski (Bereichsleitung Somatik) und Marcus Obermayer (Stationsleitung intensiv).

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