Foto: Thomas Merkenich

Die Stadt will die umstrittenen Radfahrstreifen auf der Buddestraße in Bensberg in den Sommerferien provisorisch einrichten. In einem dreimonatigen Probebetrieb soll untersucht werden, wie sich die Reduzierung der Fahrbahnbreite für Autos auf den Gesamtverkehr auswirkt.

Bergisch Gladbach packt die nächste Maßnahme an, um den Radverkehr in der Stadt attraktiver zu machen. Zunächst für einen Testzeitraum wird die Situation für Radfahrende auf der Buddestraße verbessert. 

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Auf dem stark frequentierten Abschnitt zwischen Kölner Straße und Saaler Straße fehlen heute Radwege. Das Mobilitätskonzept der Stadt Bergisch Gladbach weist die Buddestraße als Teil des Vorrangroutennetztes aus; in dem 2016 beschlossenen Gesamtwerk sind deshalb bereits Maßnahmen für den Radverkehr vorgesehen.

Nun sollen in der Örtlichkeit in beide Fahrtrichtungen und an den Kreuzungspunkten provisorisch Markierungen für den Radverkehr angebracht und die Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen überprüft werden. Zuvor erfolgt eine Phase der Verkehrszählung mittels Kameras, die in der ersten Juniwoche beginnt.

Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr hatte dazu in seiner Sitzung von Juni 2020 die Verwaltung beauftragt, die notwendigen Maßnahmen auf der Buddestraße ab der Kreuzung Saaler Straße bis zur Kreuzung Kölner Straße für einen repräsentativen Zeitraum – etwa 3 Monate – vorübergehend maßstabsgerecht herzustellen.

Damit sollen die reduzierten Fahrbahnbreiten und Fahrspuren auf ihre Belastbarkeit getestet werden. Nach der Bewertung und Abwägung der Ergebnisse soll über die finale Umsetzung der Maßnahmen dann im Ausschuss erneut beraten und beschlossen werden.

Fachlich unterstützt wird die Testphase durch das Gutachterbüro Planersocietät aus Dortmund. In einem ersten Schritt werden nun in der der ersten Juniwoche 2021 automatisierte Zählungen des Rad- und Kfz-Verkehrs in der Buddestraße und in möglichen Ausweichstraßen vorgenommen.

In den Sommerferien 2021 ist dann die provisorische Markierung der vorgesehenen Maßnahme geplant. Es folgt eine auf drei Monate angesetzten Testphase, in der Erfahrungen gesammelt und das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden untersucht werden soll. Im September wird eine zweite automatisierte Verkehrszählung durchgeführt.

Mit den Verkehrskameras, die an verschiedenen Stellen aufgestellt werden, können dabei Rückschlüsse auf das Funktionieren des neuen Radfahrstreifens und mögliche Schwierigkeiten gezogen werden. Auch mögliche Ausweichstrecken zur Buddestraße sollen dabei erneut gezählt werden, um Schleichverkehre erkennen zu können.

Die Beobachtung mittels Kameras erfolgt datenschutzkonform; die Rückverfolgbarkeit auf einzelne Fahrzeuge oder Fahrzeughalter ist ausgeschlossen. Sollten während der Testphase wider Erwarten gravierende Probleme mit der Verkehrssicherheit auftreten, ist ein Abbruch möglich.

Bis Jahresende sollen Aussagen zur Machbarkeit des Radfahrstreifens oder Vorschläge für mögliche Alternativen vorliegen.

Pressestelle Stadt BGL

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9 Kommentare

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  1. Auch wenn ich dafür bin, dass getestet wird, sollte man die Kirche im Dorf lassen, dieses kleine Stück Straße wird keine Veränderung bringen, außer dass wir an der Stelle mehr Stau haben werden.
    Hier müssten schon tiefgreifende Veränderungen erzwungen werden, damit der Autoverkehr abnimmt.

  2. Okay, Probebetrieb und Verkehrsmessungen in Ferienzeiten kommt mir bekannt vor. In der Graf-Adolf-Str. wurde in 2020 ähnlich gehandelt… und im Anschluss hat man keine weiteren Maßnahmen gesehen, Hurra…
    Ansonsten, herzlichen Glückwunsch Buddestraße und bedeutet für die Nebenstraßen zusätzlicher Ausweich- und Durchgangsverkehr, wir freuen uns…

  3. Ach Nikra (leidiges Pseudonym),
    da war wohl der Wunsch der Vater der Gedanken. Ein „paar weiße Farbstreifen“, Tempo 30 und jeweils eine Spur für Auto- und Radfahrer, und dann regeln Ampeln, welche Richtung auf der einen Spur für Autofahrer fahren darf und welche Rot hat, oder wie?

    Und einen Kreisverkehr, der so groß wie der Turbokreisel in Gladbach sein müsste, damit er den richtigen Affekt hat. Dort hatte man geschätzte 150 m Durchmesser zur Verfügung, an der von Ihnen gewünschten Stelle müssten dann die Eckhäuser an der Kreuzung abgebrochen werden. Toller Einfall. Da bitte ich doch um etwas mehr Nachdenken, bevor sowas im Bürgerportal aufschlägt!

  4. @drucker:
    ganz meiner meinung. ich habe es aus der Denke der Stadtverwaltung gesehen. und die köpfe sitzen nunmal hinter einem steuerrad eines KFZ und fragen sich, ob der Stau vor der Ampel autofahrern zumutbar ist. ob tempo 30 zumutbar ist.
    Sonst hätten wir längst ein paar weiße farbstreifen auf diesem Straßenstück.
    wenn wir die buddestraße auf 30 setzen würden, und eine spur für die autofahrer , eine spur für die radfahrer und einen kreisverkehr statt der lichtsteuerung an der kreuzung. Ist auch eine lösung, die allen gleiche rechte gibt.

  5. @nikra: Bei der Radverkehrsförderung kann es nicht darauf ankommen, dass etwas für Kfz-Fahrer akzeptabel ist. Der Kfz-Verkehr wird immer schon mehr als ausreichend gefördert.

  6. BUDDESTRASSE, für Radfahrer starker Anstieg ab der Straße „Am Milchbornbach“, topographisch für ältere Menschen ohne Pedelec nicht möglich, ebenso wenig für Kinder oder Menschen mit Behinderung oder Radfahrer mit größerem Gepäck. Es bleiben nur die Tage im Frühling (ohne Regen!), im Sommer (unter 25 Grad) und im Herbst (ohne Stürme und Regen), an denen Radfahrer diese Steilstrecke befahren werden.

    Nun die Örtlichkeit!

    Kurz nach der Gladbacher Str. z.Zt. Richtung Kölner Str. 3-spurig. Enge 3 Spuren, an denen Busse und LKWs kaum aneinander vorbeikommen. Einzige Möglichkeit für Radspuren: Zugunsten Radstreifen auf beiden Seiten eine Fahrspur opfern. Folge: Jeden Tag 3 Stunden Staus bis zum St. Nimmerleinstag, mindestens aber bis zum Turbokreisel in GL, Schadstoffemissionen zum Weinen, da können Radfahrer nur noch mit Atemmaske fahren.

    Und das ist der Plan, GL Fahrradfreundlicher zu sein? Ich fasse es nicht!

  7. Schutzstreifen in beide Richtungen?!

    War das letzte Konzept nicht die Einrichtung eines Radstreifens bergauf und bergab die Einordnung in den normalen Verkehr?
    Zwei Schutzstreifen gestrichelt bergauf und bergab ist doch die schlechteste Lösung, da bei Gegenverkehr und Einhaltung der 1,5m kein Überholvorgang bergauf möglich sein wird.

    Und warum wird dieser Test ist der Urlaubs- und Sommerzeit gemacht, wo üblicherweise der geringste Verkehr stattfindet? Warum wird dies nicht in Zeiten gemacht, wo ein hohes Verkehrsaufkommen herrscht, um die maximalen Auswirkungen zu ermitteln?
    Oder kann dies hochgerechnet werden?

    Ich bin jedenfalls gespannt, bis wohin es sich nun morgens zurückstauen wird, wenn man sich bereits jetzt die morgendliche Stausituation dort anschaut.

  8. Guten Morgen,
    es ist sehr lobenswert, das sich hier nun etwas tut.
    Es ist leider nicht lobenswert, wieviel Mühe und Steuermittel investiert werden, um den Nutzen von Radstreifen abzuschätzen. Mit Kameras und provisorischen Testmarkierungen…
    Es wäre interessant, wieviel Autos am Tag zu Pendelzeiten die 2 Fahrspuren wirklich benötigen, bzw. Wie lang dieses erhöhte verkehrsaufkommen besteht.
    Hat schon mal jemand daran gedacht, diese Kreuzung in einen Kreisverkehr umzubauen? vermutlich nicht möglich wg der begrenzten Platzverhältnisse.
    Leider darf Strassenverkehrsoptimierung in Bergsich Gladbach nichts kosten.

    Mal drei schritte weiter gedacht, was machen wir denn und wie erklären wir es , wenn die testmarkierungen für die Autofahrer nicht funktionieren. Wir dann wieder alles zurückgebaut, weil der Autofahrer nun 5min. statt 1min vor der Kreuzung steht? Das ist ja das ergebniss der untersuchung: wie lange steht das KFZ nun vor der Kreuzung und ist es für den KFZ-Halter akzeptabel.
    Und nun winkt die Sonne und wir geniessen viele Radfahrer diese Woche in der Stadt.