Schräge Flächen prägen den neuen Stadtplatz vor der Schlosstreppe und Schlossgalerie. Foto: Helga Niekammer

Auch wenn das Gefälle des provisorischen Stadtplatzes vor der Schlossgalerie in Bensberg weiter für Debatten sorgt wollen die Marktbeschicker jetzt erst einmal keine neue Änderung. Daher zieht das Ampelbündnis seinen Antrag zurück, die Schlossstraße zum Teil für den Markt zu sperren. Bis zur endgültigen Gestaltung der Einkaufsstraße müsse jedoch neu über die beste Nutzung nachgedacht werden. Auch mit Hilfe von „autofreien Tagen“.

Wie bekannt weist der Stadtplatz an der Schlossstraße ein so großes Gefälle aus, dass die Marktbeschicker ihre Stände nur mit großer Mühe aufstellen können. Etwas weniger steil wird es frühestens in zwei Jahren, wenn der Platz und die ganze Schlossstraße endgültig neu gepflastert wird; dafür hatte die Stadtverwaltung gerade einen Vorschlag vorgelegt.

Bis dahin, so ein Antrag der Fraktionen von Grünen, SPD und FDP, könnte der Markt entlang der Schlossstraße stattfinden, wenn die Straße dafür zwischen den Wendehammern gesperrt wird. Diesen Antrag hat das Ampelbündnis jetzt zurückgezogen.

Anlass dafür sei eine neue Stellungnahme der Interessenvertretung der Marktbeschicker, teilt das Bündnis mit. Diese habe „gemeinschaftlich entschieden, den schiefen Marktplatz, bis zur Neugestaltung weiterhin wie aktuell zu beschicken“. 

„Mit der Herausforderung arrangiert“

Zwar sei es für einige Händler „weiter umständlich, die Wagen und Waren in Balance aufzubauen“, auch für Kunden mit Kinderwagen oder Rollatoren bleibe der schiefe Platz „eine Herausforderung“, urteilt die Interessengemeinschaft. Dennoch habe man sich arrangiert und wolle eine erneute organisatorische Änderung betreiben.

Das Ampelbündnis betont, trotz des Rückzugs des Antrags weiter das Ziel zu verfolgen, den „Platz der Begegnungen“ und den Wochenmarkt künftig so barrierearm wie möglich zu gestalten. Das müsse durch die weitere Planung gesichert werden.

Neue Bedingungen, neue Nutzungsüberlegungen

Zudem stellt die Ampel klar, dass aus ihrer Perspektive die Nutzung der Schlossstraße mit der endgültigen Neugestaltung neu organisiert werden müsse. Daher solle die Zeit jetzt genutzt werden, um die veränderten Verhaltensweisen durch den langen Lockdown, den neuen Supermarkt in der Schlossgalerie und die neue Aufstellung des Marktes zu reflektieren. 

Ein Hauptaugenmerk, so die Ampel, soll dabei auf Fußgänger und Menschen mit Bewegungseinschränkungen gelegt werden. Sie sollen durch das „shared space“-Prinzip besonders berücksichtigt werden.

Zudem will die Ampel mit „autofreien Tagen“ erproben, in welcher Mischung der verschiedenen Nutzungen „die größte Zufriedenheit für alle“ entsteht.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Ich lese mit großer Freude, dass die Ampel neue Nutzungsüberlegungen für die Schlossstraße mit Hauptaugenmerk auf FUSSGÄNGER und Menschen mit Bewegungseinschränkungen anstellt. Endlich gehen die Überlegungen in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass dabei wieder eine reine Fußgängerzone heraus kommt, wenigstens im Kernbereich wie vor der Öffnung. Autofreie Tage für die Schlossstraße, am besten 365 Tage pro Jahr von 0:00 bis 24:00 Uhr!

  2. Ein Experiment mit autofreien Tagen ist eine außerordentlich gute Idee. Die Menschen wollen, wenn Sie die Außengastronomie nutzen, überwiegend draußen sitzen. Da stört der Autoverkehr. Warum nicht außerhalb der Geschäftszeiten einen Poller auf Höhe des Symposiums errichten, damit der Verkehrsfluß von dieser Seite unterbrochen wird. Die Gastronomie, deren Gäste und die flanierenden Menschen werden es dankbar aufnehmen.