Entlang der Bensberger Straße unterhalb des Quirlsbergs soll schon bald ein Bürgerwald heranwachsen: mit einem Kalkfelsen, einem kleinen Platz und möglichst vielen blühenden Bäumen, gestiftet von den Bürger:innen. Für ein besseres Stadtklima – und als Beispiel, wie klimafreundliche Vorgärten aussehen könnten.

Ein umweltfreundliches „Denkmal“ können Bürgerinnen und Bürger ab sofort sich selbst, ihrer Familie oder ihrem Betrieb setzen. Viele Ereignisse kommen in Frage, um im künftigen Bergisch Gladbacher Bürgerwald einen Baum zu stiften, der je nach Wunsch auch auf einem Schild an Spender und Anlass erinnern.

Ganz nebenbei – und von den städtischen Initiatoren des Bürgerwaldes natürlich gewollt – entsteht dabei ein neues Stück hochwertig bepflanzte Fläche im Zentrum der Stadt, die optisch gut aussieht, eine hohe Biodiversität bietet und ihren Beitrag zum gesunden Stadtklima leistet.

Der städtische Ausschuss für Infrastruktur und Umwelt, Sicherheit und Ordnung hatte im Februar 2021 auf Antrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die Anlage eines Bürgerwaldes in der Stadtmitte beschlossen. In der Nachbarschaft des Kreisverkehrs Schnabelsmühle soll der neue Pflanzstreifen am Fuße des Quirlsbergs entstehen. 

2.500 Euro für einen Baum – und vier Jahre Pflege

„Unsere Wahl fiel auf diese Fläche, da sie am Rande des Stadtzentrums Bergisch Gladbachs liegt, fußläufig sehr gut erreichbar und auch vom fließenden Verkehr aus wahrnehmbar ist. Der Bürgerwald soll den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit eröffnen, etwas Bleibendes für die Stadt zu schaffen, auch wenn man selbst nicht über einen Garten verfügt“, erklärt StadtGrün-Leiter Christian Nollen, der mit seiner Abteilung für Planung und Umsetzung verantwortlich ist.

Die Pflanzungen werden über Baumpatenschaften für die ersten vier Jahre gesichert. Anschließend sorgt die Stadt für Unterhaltung und Pflege der Bäume. Der Spendenbetrag beläuft sich auf rund 2.500 Euro pro Baum und kann je nach Anzahl der gestifteten Bäume variieren. 

„Die Baumspenden sind insbesondere als Erinnerung an besondere Lebensereignisse wie Geburt, Hochzeit oder Jubiläen vorstellbar“, so Nollen. „So entsteht nach und nach eine neue grüne Infrastruktur entlang der Straßen Schnabelsmühle und Bensberger Straße als Vorgarten der Bergisch Gladbacher Innenstadt.“ Auch die biologische Vielfalt werde auf diese Weise gewahrt und erhöht.

Ein Gegenentwurf zu Schottergärten

Verwendet werden sollen kleinkronige und mittelgroße Bäume heimischer Arten in einer breiten Vielfalt von Blüten-, Blattschmuck-, Frucht- und Herbstfärbungsaspekten. 33 Arten – von Amberbaum über Hopfenbuche und Säulenfächerbaum bis zum Zöschener Ahorn – haben die Experten von StadtGrün ausersehen, in die Pflanzliste aufgenommen zu werden.

Damit wird ein fließender Übergang zur hoch aufstehenden Bewaldung des Quirlsbergs erreicht. Jeder Spendenbaum erhält ein Schild mit Informationen zur Baumart und auf Wunsch zum Spender.

Die Gesamtheit der zur Auswahl stehenden Bäume wird auf einer zentralen Infotafel präsentiert und auch zur Verwendung auf privaten Grundstücken empfohlen. So soll eine Brücke zum Engagement gegen Schottervorgärten geschlagen werden. Als Ergänzung wird eine Begleitvegetation mit Gehölz- und Staudengesellschaften vorgeschlagen. „Der Bürgerwald würde so zu einem Best-Practice-Beispiel für zukunftsweisende Vorgartenbepflanzungen“, erläutert Nollen.

Eine Pflanzparty im Oktober

Starten soll die Aktion Anfang Oktober 2021. Einen stabilen Rückgang der Corona-Pandemie vorausgesetzt, soll rund um den Tag der Deutschen Einheit  – zeitgleich mit der bundesweiten Aktion #Einheitsbuddeln – eine „Pflanzparty“ steigen.

Entwickeln wird sich der Bürgerwald zunächst auf einer Wildblumenwiese, die im Laufe der Zeit naturgemäß ihren Charakter verändert. Als Blickfang dient zusätzlich ein freigelegter Kalkfelsen als Zeitzeuge des devonischen Erdzeitalters; eine kleine Platzfläche wird nach dem Willen der Planer zum Verweilen einladen.

Nicht alle Vorhaben rund um den Bürgerwald können aus Finanz- und Personalgründen schon im laufenden Jahr umgesetzt werden; ab dem Jahr 2022 soll Stück für Stück das endgültige Gesicht des Bürgerwaldes hergestellt werden.  

Interessenten für Baumspenden können sich an die städtische Abteilung StadtGrün wenden: Tel. 02202 141308 oder m.breick@stadt-gl.de Mehr Information und eine Liste der möglichen Bäume Finden Sie auf der Website der Stadt.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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2 Kommentare

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  1. Um Ihre Frage im letzten Satz direkt zu beantworten: Weil Obstbäume, jung gepflanzt, erst nach Jahren Obst tragen und sie von Anfang an gepflegt und später beschnitten werden müssen. Wer macht oder zahlt das? Oder, würde das Angebot kostenfreies Obst ernten zu können, angenommen, wer schlichtet die Streitigkeiten darum, wem welche Mengen zustünden?

    Nette Idee nur schwer umzusetzen!

  2. Warum werden keine Obstbäume gepflanzt und alle Einwohner können sich dort „bedienen“? Insbesondere Einkommensschwache könnten sich dort mal einen Apfel, eine Birne, … pflücken. Vor ein paar Jahren hat die Stadt mal in einer Aktion Obstbäume an Einwohner (und damit an Hauseigentümer mit großem Garten) verschenkt. Die freuen sich über das kostenfreie Obst. Warum setzt man nun auf städtischem Grund und Boden nicht auch solche Bäume?