Mit einem umfassenden Kulturprogramm greift der Verein Musik- und Kulturfestival GL das Festjahr 1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland auf. Das Bildungsprojekt kombiniert Podiumsgespräche mit Musikbeiträgen und präsentiert eine Ausstellung sowie Theateraufführungen. Acht Veranstaltungen schlagen so einen Bogen von jüdischer Kultur bis zur Politik.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe, die unter der Überschrift „kennenlernen – verstehen – Miteinander gestalten“ läuft, bildet ein Gespräch mit Jechiel Bruckner, Rabbiner der Synagogengemeinde Köln am 29. August.

Dabei werden die Grundlagen aus der Entstehung des Judentums anhand von schicksalhaften Ereignissen in der Torah vermittelt. Mordechai Tauber, Kantor der Synagogengemeinde Köln, gibt anschließend ein Konzert, begleitet von Roman Salyutov am Klavier.

kennenlernen – verstehen – miteinander gestalten
– August bis November 2021 –
Weitere Informationen auf den Webseiten von Musik- und Kulturfestival GL e.V. sowie in der Terminübersicht des Bürgerportals. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, Spenden sind erbeten.

Eine Anmeldung ist bei allen Veranstaltungen zwingend erforderlich unter salyutov@musik-kultur-gl.de oder 0177 – 1398268

Es folgen weitere Termine mit Gespräche zu jüdischen Bräuchen oder Situation der deutschen Juden im ersten Weltkrieg. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Sonderausstellung von Jugendlichen zum Gedenktag an die Reichspogromnacht 1938. Unter dem Titel „Erinnern durch Schaffen“ zeigen Schüler:innen der Bergischen Kunstschule am 10. November Nachbauten von Synagogen, die in der Reichsprogromnacht 1938 zerstört wurden.

Vorträge zur Geschichte der jeweiligen jüdischen Gemeinden sowie ein Fachvortrag von Florian Beer (Servicestelle für Antidiskriminierung, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus SABRA, Düsseldorf) über Antisemitismus an Schulen runden die Ausstellung ab.

Weitere Highlights bilden zwei Theatervorstellungen. Der Puppenpavillon Bensberg von Gerd-Josef Pohl wird mit der Legende vom Prager Golem eine der bekanntesten und beeindruckendsten Geschichten der jüdischen Folklore inszenieren (24. Oktober).

Die Theatergruppe des Albertus-Magnus-Gymnasiums Bensberg unter der Leitung von Daniel Klisch präsentiert am 21. November eines der berühmtesten Werke der Jiddischen Literatur – „Tewje, der Milchmann“ des Jiddischen Klassikers Scholem Alejchem.

Hintergrund
Das Bildungsprojekt wurde konzipiert in Kooperation mit der VHS Bergisch Gladbach. Die Förderung erfolgt durch die BB Bank. Projektpartner ist der Verein „321 – 2021: 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland e. V.“ Informationen zum Festjahr in Deutschland auf diesen Webseiten.

Wissen erweitern, Desinformation verhindern

Die Reihe bündele mehrere Akteure aus der Region sowie bundesweit und verstehe sich vor allem als Bildungs- und Aufklärungsprojekt, erklärt Roman Salyutov, erster Vorsitzender des Vereins Musik- und Kulturfestival GL. „Unser Ziel ist es, den Austausch zwischen unseren jüdischen und nichtjüdischen Mitbürgern zu intensivieren, das Wissen über das Judentum und Israel zu erweitern und somit der Verbreitung von Desinformationen über das Jüdische Volk und den Jüdischen Staat entgegenzuwirken.“

Abgesehen von den beiden reinen Theatervorstellungen bieten die Veranstaltungen Podiumsgespräche mit anschließenden Musikvorträgen. In Podiumsgesprächen, moderiert von Roman Salyutov, werden Experten aus verschiedenen Fachbereichen erwartet, beispielsweise Religionsvertreter, Historiker, Politikwissenschaftler und Antisemitismusforscher.

Anschließende Musikvorträge, die sich den Themenschwerpunkten widmen, präsentieren die ganze Bandbreite jüdischer Musik – von den traditionellen synagogalen Gesängen über die aschkenasische und sephardische Volksmelodien bis zur Klassik des 19. und 20. Jahrhunderts.  

Roman Salyutov (rechts) mit Akteuren und Unterstützern des Programms. Foto: Susanne Schröder

Noch bis in den Oktober hinein widmet sich die 14. Auflage von Forum Ostwest im Rheinisch-Bergischen Kreis ebenfalls dem Festjahr 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland. Informationen finden Sie dazu auf der Webseite der Veranstaltungsreihe sowie in diesem Beitrag des Bürgerportals.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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