Foto: Thomas Merkenich

Am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium steht zum Schulstart „Impfen“ auf dem Stundenplan. Die Schule ermöglicht Schüler:innen, Eltern, Erziehungsberechtigten und auch Nachbarn an zwei Tagen einen einfache Zugang zur Corona-Impfung. Der Kreis organisiert weitere Impfaktionen mit Schulen, ein Termin für die IGP steht bereits fest. Bislang liegt die Impfquote bei den unter 18-Jährigen in Rhein-Berg noch weit unter dem Durchschnitt.

„Am morgigen ersten Schultag kommt ein mobiles Impfteam der Feuerwehr Bergisch Gladbach direkt in unsere Schule“, heißt es in einem Elternbrief des NCG, den Schulleiter Sven Hees und sein Kollege Jörg Schmitter heute an die Schulgemeinschaft des NCG versandt haben. Die Schule hat schnell reagiert und die Ankündigung der Ständigen Impfkommission STIKO umgesetzt. Diese empfiehlt seit gestern die Corona-Impfung auch für 12- bis 17-Jährige.

Wartezeit nutzen

Das NCG bietet die Impfung für Schüler:innen ab der Klassenstufe 7 an. Nach einem genau festgelegten Zeitplan kommen die Klassenstufen ab der 2. Stunde an die Reihe. Die Voraussetzungen bilden keine großen Hürden: Ein Elternteil müsse anwesend, die Einverständniserklärung und der Aufklärungsbogen unterschrieben sein. Volljährige Schüler:innen könnten selbstständig zur Impfung kommen.

Auch die Eltern sind zur Impfung am NCG eingeladen, sind ja viele von ihnen am ersten Schultag ohnehin an der Schule: „Sie können eventuell entstehende Wartezeiten zwischen unseren Informationsveranstaltungen und dem Unterrichtsschluss Ihres Kindes ganz unkompliziert zu einer Impfung nutzen“, werben die beiden Schulleiter in ihrem Brief.

Wer Fragen zur Impfung hat, könne diese vor Ort klären. So soll ein Kinderarzt bzw. eine Kinderärztin für eine abschließende Beratung vor Ort sein.

Die Impfungen am ersten Schultag finden in einem Containertrakt des NCG statt. Container dienen derzeit am NCG als Ausweichräume aufgrund der umfassenden Renovierungsarbeiten

Impfung wichtig im Kampf gegen Pandemie

Die Impfung am ersten Schultag (18. August) erfolgt durch die Feuerwehr Bergisch Gladbach. Für Freitag, 20. August, bietet das NCG einen zweiten Impftermin an. Dann werde Dr. Anand von der Hausarztpraxis Flachsberg rund 90 Biontech-Impfdosen an Interessenten der NCG-Schulgemeinschaft verabreichen.

Bei entsprechender Nachfrage wolle man zudem versuchen eine Zweitimpfung einzurichten, heißt es am NCG. Diese könne aber auch am Impfzentrum durchgeführt werden – am 21. Tag nach der Erstimpfung.

„Wir möchten (…) deutlich machen, dass wir die Impfung gegen das Coronavirus unterstützen und sie als den wichtigsten Weg ansehen, der globalen Pandemie Herr zu werden“, schreiben Hees und Schmitter in ihrem Elternbrief. Man sei sich bewusst, dass es möglicherweise Fragen oder Unsicherheiten zur Impfung gebe. Daher bestehe bei beiden Terminen die Möglichkeit zu einer ärztlichen Beratung.

Kreis klärt Impfung mit Schulen

Auch der Kreis wolle weitere Impfangebote auf den Weg bringen, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage des Bürgerportals. Nachdem bereits erste Angebote für Kinder angeschoben worden sind, stimme man sich nun mit den Schulleitungen ab, um die Bedarfe zu ermitteln.

„Dabei geht der Kreis auf die Schulen zu und auch die Schulen können sich mit dem Kreis in Verbindung setzen“, erklärt die Sprecherin. Die Feuerwehr Bergisch Gladbach stelle dann in Absprache mit der Schulleitung den Impfbus zur Verfügung. Ärzte und Impfstoff würden über das Impfzentrum koordiniert.

Erste Termine stehen nach Angaben des RBK bereits fest. „An der IGP in Paffrath findet am 24. August eine Impfaktion für Schüler:innen und Lehrkräfte statt“, kündigt die Sprecherin an. Derzeit liefen Planungen für Impfungen an einer weiteren weiterführenden Schule vor Ort. Am Berufskolleg in Wermelskirchen gebe es zudem am 1. September eine Impfaktion.

An der IGP wird es am 24. August ein Impfangebot des Kreises für die Schüler:innen geben. Foto: Thomas Merkenich

Impfquote U18 deutlich unter Schnitt

Nach aktuellem Stand seien bei den 12- bis 17-Jährigen kreisweit 5.122 Erst- und 3.232 Zweitimpfungen durchgeführt worden, erklärt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein auf Anfrage des Bürgerportals. Dies entspricht einem Anteil von rund 16 bzw. 10,1 Prozent (Erst- bzw. Zweitimpfung, Basis Altergruppe der 6 bis Unter-18-Jährigen).

Im Vergleich zur Impfquote der Ü18 (67,8 bzw 59,4 Prozent, Stand 17. August 2021) wird deutlich: Bei der Impfung der 12- bis 17-jährigen im Kreis ist noch viel Luft nach oben.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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4 Kommentare

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  1. Sicher, dass die StIko-Empfehlung (der man folgen kann, aber nicht muss) eine rechtsfeste Anspruchsgrundlage für Folgehaftung gegen den Bund bildet …?

    Ich fürchte (kann mich irren), diese nach kaum zu überhörendem Dauerdruck auf die Kommission plötzlich doch gegebene „Empfehlung” wird im Detail so formuliert sein, dass dies nicht der Fall ist und keinesfalls den rechtlichen Gegenwert etwa eines „Beipackzettels” hat.

    Vom bereits erwähnten und dann zu erwartenden Krieg der Gutachter in sich hinziehenden Prozessen nach eingetretenem Fall nicht erst zu reden

    Interessant übrigens das Schweigen des StIko-Präsidenten seither (der wohl seinen eigenen Enkeln ganz persönlich und privat keine unmittelbare Impfung-Empfehlung geben würde).

    Aber diesseits von Haftungsfragen, die ja erst nach einem dann bereits eingetretenen GAU relevant würden, bleibt ja die Frage:

    Welche Risiken, nicht zuletzt im Blick auf potentielle Mittel- und Langfristfolgen, bestehen wirklich (oder nicht),
    und wer kann nach jetzigem Stand überhaupt verbindlich darüber Auskunft geben?

    Vor diesem Hintergrund bleibt jede (angesichts dessen verdammt schwere) Entscheidung zu respektieren, und hat jeder unmittelbare oder von der „Seitenlinie” / den „höheren Rängen“ her „animierte“ (umso fragwürdigere) Druck auf die Entscheidenden zu unterbleiben, ebenso jede „Sanktionierung” von ggf. „missliebigen” Entscheidungen bzw. Entscheidern durch wen auch immer!

  2. Mit der Stiko-Empfehlung haftet der Bund für Impfschäden. Nun also auch für Impflinge, die zwischen 12 und 17 Jahre alt sind.

  3. Eine der kritischsten (und nicht beantworteten) Fragen des Impfszenarios (vom Eintreten solcher Schäden ganz abgesehen).

    Niemand kann verbindliche Aussagen zumal über mögliche Mittel- und Langfrist-Folgen machen, weder positiv, noch negativ, nicht über das Ob, noch ggf. über das Was (das gilt für beide Seiten im Impfstreit)

    – weil dieser eben neuartig „konstruierte“ Impfstoff jetzt zum ersten Mal auf menschlicher Massenbasis angewandt wird.

    Sollte es daher (was nicht auszuschließen ist / sich niemand wünscht) und gerade zu m.o.w. Spätfolgen welcher Art immer kommen, kann man sich doch schon die klassischen Gutachterschlachten vorstellen,

    begleitet vom durchgereichten Negieren jeder Verantwortung aller aktiv Beteiligten und der Nachstrahlung des längst entfachten Glaubenskrieges Pro- und Contra-Impfung.

    Weil diese Unwägbarkeit nun einmal besteht, bleibt es und gerade bzw. mindestens im Blick auf Kinder und Jugendliche wesentlich, die Impfentscheidung so frei zu lassen wie sie es (und mglw. nicht ohne Grund) ist.

    Niemand wäre derzeit rechtlich für nicht ausschließbare Impfschäden haftbar zu machen

    – auch infolgedessen kann hier niemand derzeit rechtlich und sollte auch weder „moralisch” noch „pragmatisch” unter Druck gesetzt werden (Aktivitäten in dieser Richtung und erst recht m.o.w. „diskrete“ Aufrufe, „sozialen Druck” zu erzeugen, halte ich für mehr als bedenklich).

    Die Entscheidung, sich (und erst recht seine Kinder) impfen zu lassen oder nicht, ist und bleibt vor dem Hintergrund einer unantastbar persönlichen (stv. persönlichen) Abwägung des allenfalls sehr bis mehr als begrenzt einzuschätzenden Risikos schwer genug

    – von einer völligen Ungeklärtheit der Haftung, wenn das Schlimmste bereits eingetreten ist, nicht zu reden.

    Es bleibt zu hoffen, dass Impfentscheidungen (gleich, wie sie ausfallen) in wechselseitigem Respekt (stv.) persönlich getroffen werden können und d.h. auch ohne Pression noch Repression oder Sanktion durch wen auch immer!

    Wie schon an anderer Stelle vermerkt, kann im kmd. Jahr ein klassischer Impfstoff ggf. für „Entschärfung” des Szenarios sorgen:
    https://www.google.com/amp/s/www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_90642120/tid_amp/valneva-mit-diesem-corona-totimpfstoff-koennten-wir-2022-geimpft-werden.html

  4. Wer übernimmt die Haftung bei möglichen Impfschäden?
    Der Schulleiter, der Bürgermeister?
    Besteht dafür eine Versicherung?