Das für die Feuerwache vorgesehene Waldstück liegt direkt an der Autobahn.

Bürgermeister Frank Stein hat auf eine Anfrage der „Frankenwald“-Initiative reagiert und stellt klar, dass beim geplanten Bau einer neuen Feuerwache Süd nur ein Teil der benötigten Flächen versiegelt wird. Der Hochwasserschutz spiele bei der Planung eine wichtige Rolle, als Retentionsfläche eigne sich das Waldstück ohnehin nicht.

In einem Offenen Brief an den Bürgermeister, den Stadtrat und den Feuerwehrchef hatte Martina Knieps, Mitbegründerin der „Petition Frankenwald“ ein weiteres Mal gefordert, das Waldstück an der Frankenforster Straße nicht für den Bau der Feuerwache Süd zu opfern. Als Argument führte sie an, dass weitere 6000 Quadratmeter Waldboden versiegelt würden, zudem gingen Ausweichflächen (Retention) für den Frankenforstbach verloren (sie Dokumentation unten).

Bürgermeister Frank Stein. Foto: Thomas Merkenich

In einer ausführlichen Antwort stellt Bürgermeister Frank Stein klar, dass beim Bau der Feuerwache auf rund 6000 Quadratmetern in dem Waldstück nicht diese ganze Fläche versiegelt werde. Die Verkehrs- und Funktionsflächen, die mehr als die Hälfte des Grundstücks ausmachten, würden „möglichst mit versickerungsfähigem Belag versehen“.

Die Flächenversiegelung und der Umweltschutz seien bei den Planungen wichtige Problembereiche, betont Stein – „welche es zu lösen gilt“.

In der Zwischenzeit war bekannt geworden, dass die Stadtverwaltung die Feuerwache noch größer dimensionieren will, in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Umwelt, Sicherheit und Ordnung am 31.8. liegt ein 9.500 Quadratmeter umfassender Vorschlag auf dem Tisch. Darauf ging Stein in seiner Antwort nicht ein.

Der Hochwasserschutz, so Stein, spiele bei allen Bauprojekte eine große Rolle. Da es sich bei einer Feuerwache um „kritische Infrastruktur“ handele seien die Anforderungen besonders hoch und würden bei der Planung umfangreich geprüft.

Als Retentionsfläche „gänzlich ungeeignet“

Ob die Feuerwache an diesem Standort überhaupt realisiert werden kann ist ohnehin Gegenstand zahlreicher Gutachten. Diese liegen erst zum Teil vor, erläutert der Bürgermeister.

Als Retentionsfläche bei Starkregen, so Stein weiter, sei das Grundstück „gänzlich ungeeignet“. Es handele sich um eine Art Hügel mit bis zu vier Metern Höhenunterschied zu den umliegenden Straßen.

Dokumentation:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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9 Kommentare

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  1. @Lothar Eschbach:

    Im Grunde wäre doch ein solches „Betonium” am Stadteingang oder besagtem Tor auch einfach ehrlich:
    Es stünde eben für den (städtebaulichen) Geist GL‘s.

    Spinnt man das wacker asphaltierend weiter, etwa im Blick auf die immer wieder geforderte „Leitlinie” beim Gestalten der Bensberger City, dann wäre eine künftige Ortsbeschilderung vorstellbar:
    „Bergisch Gladbach – Stadt der Parkplätze”.

    Das alles würde übrigens nicht allein Verdienst „der Politik” sein,
    denn die richtet sich immer auch nach dem gemutmaßten oder tatsächlichen Meinungsbild im Wahlvolke.
    Oder geht davon aus, dass ein jeweiliger Widerstand nicht genügend Gewicht oder Schwung aufbrächte, um dann (stimm)spürbar massenwirksam zu werden.

    Nur vor diesem Hintergrund erklärt sich ja auch das Zustandekommen des sog., von Herrn vom Hofe hier zu Recht erwähnten „Flächennutzungs-Plans (??!!)“
    – Gegen tausende Bürgereingaben, deren gesammelte Kompetenz für das Aufstellen eines richtigen Plans (!) gereicht hätte …

    PS: Könnte irgendwer, der den ganzen Feuerwachen-Komplex im Detail präsent hat, nochmal die (un)möglichen (…?) Alternativen (z.B. Bockenberg-Areal, wie Mark vom Hofe es erwähnt) aufzeigen bzw. sogar das allem offenbar (und seit 15 Jahren …) zugrunde liegend konzeptionelle Problem kurz darlegen?

  2. Auch mein großer Freund ist der Wald. Aber diese Berichte laufen aus dem Ruder. Nach meinem neuen Kenntnisstand wurde nach anstrengender Suche keine andere Möglichkeit zur Unterbringung gefunden. Dann müssen wir so schwer es auch fällt diese Entscheidung hinnehmen. Es ist ja keine Verwaltung die da im Wald gebaut werden soll sondern die Feuerwehrwache, welche für die Sicherheit der Menschen in unserer Stadt von großer Bedeutung ist. Eine anderer Standort ist wohl deswegen so schwer aus zu machen, da möglichst schnelle und unbehinderte Einsätze erforderlich sind.

  3. Wir lieben unsere Feuerwehr, aber Bergisch Gladbach, das Tor zum Bergischen Land???

    dann lass auch den (Rest)Wald am Ortseingang Grüßen wie zu Jan Wellems Zeiten, das Schloss fest im Blick!!!

    Walk as you talk!!!

  4. Sehr geehrte Redaktion,
    auch in Ihrem zweiten Artikel haben Sie ein schlechtes Bild des Frankenwaldes abgebildet. Leider bin ich jetzt überzeugt, dass Sie für die Politik bzw. für die Enstehung der Feuerwehr Lobby arbeiten tätigen. Der Grundsatz des freien und neutralen Journalismus wird Ihrerseits anscheinlich nicht befolgt! Deshalb dürfen Sie auch den Bürgern nicht übel nehmen, wenn Ihre Artikel auch über Online zu wenig Leserschaft hat.
    Der Bürgermeister nutzt Ihr Medium als Sprachrohr, um seine politischen Ziele umsetzen. Es stellt sich die Frage wo bleiben die belange der Umwelt und der Bürger? Ich erwarte auch eine kritische Haltung der Redaktion, damit die neutralität geleistet wird, denn bei allen Ihrer Artikel geht es um die Verteidung des Feuerwehrs.

  5. Jeder gefällte Baum ist einer zu viel. Schlechte Beispiele gibt es genug. In Köln ist es immer 3 Grad wärmer als in Bergisch Gladbach. Enge, schlechte Durchlüftung, viel Verkehr, wollen wir dem wirklich nacheifern? Wer den Wald schützt, der schützt auch die Menschen. Wer das nicht einsieht und umsetzt, kann auf dauer nur verlieren und das werden wir alle sein. Sokrates sprach der Erforschung der Natur jede Relevanz für das menschliche Leben ab, scheinbar ist die Politik in den letzten 2500 Jahren darüber nicht hinaus gekommen. Reden allein reicht nicht. Auch das planlose raushauen von Fördergeldern kann kein Ziel sein, denn letztlich sind auch diese Töpfe aus Steuergelder finanziert, die wir alle zahlen müssen. So kann es nicht weitergehen. Liebe Politiker und Verwaltung, vielleicht denkt ihr nochmal nach, aber mal so, das was raus kommt.

    Mit freundlichen Grüßen Frank Schiemann

  6. Von der Versiegelung der Flächen mal abgesehen, jeder Baum trägt dazu bei, dass die zu erwartenden Sommer nicht zu heiss werden. Peter Rohleben hat dazu Bücher geschrieben, ist des öfteren im Fernehen und zuletzt als Podcast mit Herrn Bosbach und Rach als „Die Wochentester“ zu hören. Warum wird das Wissen nicht umgesetzt? Die Stadtplanung in Bensberg ist eine einzige Katastrophe. Wir sind die Lachnummer der Nation. Steuergelder werden sinnlos verschwendet, keiner ist verantwortlich. Das ist ja in der Politik inzwischen so üblich. Siehe die letzten erschütternden Ereignisse.

  7. Mit großem Erstaunen verfolgt der (Rheinisch)-Bergische Naturschutzverein (RBN) den Fortgang der Planung um den Standort der Feuerwache Süd in Frankenforst und stellt sich eine Reihe von Fragen:
    – Ist erst in dieser Phase aufgefallen, dass neben der Feuerwache Süd dort auch Einrichtungen der Feuerwache Nord untergebracht sollen?
    – Fielen deshalb alle anderen Grundstücke, die seitens der Stadt untersucht wurden, aus dem Rennen, weil sie nicht „groß“ genug waren?
    – Kam nur deshalb das Waldgrundstück in Frankenforst in Frage, weil dort von zwei Straßen aus praktischerweise der Betrieb, ausgeweitet um Bestandteile der Wache Nord, bedient werden kann?
    – Wie und wo soll der Verlust an Wald ausgeglichen werden?
    – In welchem Verhältnis soll ausgeglichen werden? Ein verlorener Baum mindestens gegen wie viele neue?
    – Wo stellt die Stadt entsprechend große Aufforstungsflächen zur Verfügung?
    – Wie sind die Flächen gegenwärtig genutzt?
    – Sollten sie landwirtschaftlich genutzt sein, wo findet sich für sie innerhalb des Stadtgebiets Ersatz?
    – Wie ist zu erklären, dass in einem aufwändigen Verfahren ein neuer Flächennutzungsplan erstellt wurde, nach dessen Inkrafttreten gleich zwei großflächige Waldbereiche neu in Anspruch genommen werden sollen – nämlich der Wald für die Feuerwache Süd und der Wald für den grünen Mobilhof der RVK am Bockenberg?
    – Warum, so bleibt weiter zu fragen, ist nicht auf dem gesamten Grundstück am Bockenberg im Gespräch mit dem Eigentümer über eine funktionale Nutzung gesprochen worden, die beiden Projekten Platz bietet?

  8. Vor der Wahl gemachten wohlmeinenden Äußerungen interpretiert Herr Stein nun anders als es von der Frankenwaldgemeinde positiv verstanden wurde. Diese Art der Salamitaktik entspricht dem seinerzeitigen Vorgehen der Frau Opladen in Bezug auf die Baumschutzsatzung

  9. Herr Bürgermeister Stein, sollen wir Ihnen dankbar sein, dass nicht 100% des zwar von Straßen umzingelten, aber völlig intakten (!) Mischwald der Feuerwache geopfert wird? Aber bitte wieviel % bleiben noch von den Laubbäumen (be-)stehen? Wird gegen NULL gehen.
    Bürgermeister Stein und die Ampel sind jetzt fast EIN JAHR im Amt. Hat jemand etwas klimapolitisch Neues bemerkt ??
    Vielleicht ist ja hinter verschlossenen Türen Großes in Vorbereitung ?