Martin Lucke nach seiner Wahl im Bergischen Löwen.

Fünf starke Bewerber:innen waren in das Rennen um die Kandidatur der CDU für die Landtagswahl in Bergisch Gladbach und Rösrath gegangen; in einer Stichwahl der beiden jüngsten Aspirant:innen entschieden sich die Mitglieder für den Mann, der in der Öffentlichkeit am wenigsten bekannt ist.

Die Mitglieder der CDU im Wahlkreis 21 (Bergisch Gladbach und Rösrath) haben Martin Lucke zum Kandidaten für die Landtagswahl 2022 gewählt. Der 32-jährige Rechtsanwalt aus Moitzfeld setzte sich in der Stichwahl klar gegen Claudia Casper mit 149 zu 79 Stimmen in der Stichwahl klar durch.

Im ersten Wahlgang waren Birgitta Wasser (Rösrath, 12 von 253 Stimmen), Peter Lautz (Bergisch Gladbach, 24 Stimmen) und Achim Müller (Rösrath 36 Stimmen) ausgeschieden. Alle Bewerber:innen hatten das Erscheinungsbild der CDU der vergangenen Jahre kritisiert und für eine Aufbruchstimmung, verbunden mit einer Rückbesinnung auf den konservativen Kern der Union, geworben.

Lucke, der seit fünf Jahren im Stadtrat sitzt und sich u.a. bei der Feuerwehr engagiert, präsentierte sich konservativ-kämpferisch. Die CDU brauche eine überzeugende Neuausrichtung mit klaren Standpunkten, sagte Lucke. Zum Einstieg in seine Bewerbungsrede verglich sich mit dem neuen Trainer des FC Köln, Steffen Baumgart. Der sei zwar relativ unbekannt gewesen, habe aber schnell und erfolgreich neue Akzente gesetzt.

„Mehr Lucke wagen“

Seine Schwerpunkte sehe er bei den Themen, Familien und Bildung, Natur und Nachhaltigkeit sowie Sicherheit und Ordnung, sagte Lucke. Die CDU dürfe sich die Themen nicht von den anderen Parteien diktieren lassen; eine geschlechtsneutrale Sprache (Gendern) lehnte er entschieden an, statt dessen müsse die strukturelle Benachteiligung abgebaut werden. Die CDU müsse „einfach mal mehr Lucke wagen“, schloss er seine Bewerbungsrede im Bergischen Löwen.

Lucke, der in einer Kanzlei in Wermelskirchen arbeitet, ist in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt, aber im Vereinsleben und Ehrenamt gut vernetzt – und hat offenbar in der CDU breiten Rückhalt. Zudem gilt er als erfahrener Wahlkämpfer, 2017 hatte er die Kampagne für Hermann-Josef Tebroke für den Bundestag organisiert. Vor der Wahl am Mittwoch hatte sich die Junge Union für ihn ausgesprochen, schon im ersten Wahlgang ließ er alle anderen Bewerber weit hinter sich.

Im Nordkreis hatte die CDU bereits Innenminister Herbert Reul (69) zum Kandidaten nominiert, er hatte sich am Montag mit 71 Prozent der Stimmen gegen den Kreisvorsitzenden Uwe Pakendorf durchgesetzt.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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