Unter dem Motto „Hip-Hop für Demokratie“ startete im Krea-Jugendclub auch 2021 das Herbstferienprojekt „Roots and Routes goes Bergisch Gladbach“. Inhaltlich stand das Thema „Privilegien“ im Vordergrund der Umsetzung.

Unterstützt wurden die Teilnehmer*innen von professionellen Coaches aus der Hip-Hop Kultur, die seit vielen Jahren im Krea-Jugendclub die beliebten Kurse und Workshops umsetzen. Wie in den Vorjahren gab es für das Herbstferienprojekt ein übergreifendes Thema, mit dem sich 28 Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren sechs Tage lang inhaltlich und künstlerisch beschäftigten

„Wenn du über etwas nicht nachdenken musst, ist es ein Privileg“ steht groß auf einem weißen Blatt an der Wand im Bistro des Krea-Jugendclubs, wo sich die Projekt-Teilnehmer*innen immer wieder kurz treffen zum gemeinsamen zum Mittagessen, Gedankenaustausch, relaxen.

Sigrid Brenner leitet den Krea-Jugendclub. Die Resonanz rund um „Roots and Routes“ ist immer wieder groß, beobachtet sie mit Freude. Zum aktuellen Projekt sagt sie: „Wir leben in einem System, das uns einredet, dass wir, wenn wir nur genug leisten, alle den gleichen Erfolg haben können. Wir haben aber unterschiedliche Ausgangsbedingungen, die es manchen Menschen erleichtern, Erfolg zu habe und es anderen Menschen erschwert.

Deshalb war es uns wichtig, in der Projektwoche das Thema zu behandeln. Mit den Jugendlichen zu arbeiten, sie zu ermutigen, ihre eigenen Privilegien zu reflektieren und zu erkennen, dass es kein persönliches Versagen oder Vergehen ist, Privilegien zu haben, die andere nicht haben oder umgekehrt. Denn das ist schlicht eine Tatsache. Unter anderem ging es auch um die Beantwortung der Frage, wie man die eigenen Privilegien zum Wohle aller einsetzen kann und so dazu beitragen kann, dass alle Menschen die gleichen Voraussetzungen haben.“

Die Möglichkeiten eigene Ideen, Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema künstlerisch zu artikulieren boten die Workshops Breakdance, Urban Dance, Streetdance, Graffiti, Musikproduktion und Medien. Die Urban-Dance-Gruppe setzte sich mit dem Privileg der körperlichen Uneingeschränktheit auseinander und erarbeitete dazu eigene Choreografien. Im Musikworkshop war man ebenfalls sehr aktiv. Das Ergebnis: Sieben produzierte Musiktitel..

Der Song „Nachts“ der beiden Rapper Georg und Yannis drückt beispielsweise aus, wie es sich anfühlt als Frau nachts alleine unterwegs zu sein. Andere Songs beschäftigen sich mit dem Privileg der freien Meinungsäußerung.

Die Graffitigruppe sprühte gemeinsam den Schriftzug „Know your History“ auf die Wand des Krea-Jugendclubs. Die Breakdance-Gruppe beschäftigte sich tänzerisch mit dem Thema Mobbing. Neben Songs, Graffiti und Choreografien entwickelte jede Gruppe eine kurze Story zu ihren Themen. Diese wurden von der Mediengruppe gefilmt und werden in der weiteren Verarbeitung zu einem Gesamtwerk zusammengefügt.

Das Filmprojekt kann man ab dem 10. Dezember 2021 auf der Vimeo-Plattform des Krea-Jugendclub ansehen. Der Link: .

Dort sind auch die Video-Präsentationen der beiden preisgekrönten Projekte aus den Jahren 2018 und 2019 verlinkt.

Kooperationspartner war der Verein „Roots & Routes Cologne“. Finanziell gefördert wurde das Projekt durch das Landesjugendamt des LVR Rheinland.

Helga Niekammer

ist freiberufliche Journalistin (Text und Bild), weitere Berichte und Fotos finden Sie auf bensberg-im-blick.de.

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