Die Altenberger-Dom-Straße in Schildgen. Foto: Thomas Merkenich

Die CDU-Fraktion sieht die Nahversorgung in Schildgen ernsthaft gefährdet, falls  bei der geplanten Neugestaltung der Altenberger-Dom-Straße sämtliche 23 Längsparkplätze vor den Geschäften wegfallen sollten.

„Eine solche Maßnahme ist dazu geeignet, die Existenz der Geschäftsleute zu vernichten; auch für die älteren Bürgerinnen und Bürger hätte diese von der Ampel-Koalition initiierte und von den Grünen dominierte Streich-Aktion fatale Auswirkungen“, mahnt der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Harald Henkel, in einer Pressemitteilung.

Seine Äußerungen stehen im Zusammenhang mit der Beschlussvorlage „Verkehrsuntersuchung Schildgen“, die bei der Sitzung des Ausschusses für strategische Stadtentwicklung und Mobilität (ASM) am kommenden Dienstag behandelt wird.

Ein Auszug aus der Planung der Stadt Bergisch Gladbach. Quelle: Ratsinformationssystem

Nachdrücklich fordert Henkel, der auch Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Schildgen/Katterbach ist, Ampel und Verwaltungsspitze auf, die Belange der Geschäftsleute im Zentrum des Ortes ernst zu nehmen.  „Wer diese hohe Zahl an Parkmöglichkeiten mal eben so einkassiert, sollte zuvor 23 zentrumsnahe Alternativ-Parkplätze geschaffen haben“, betont der CDU-Politiker.

Genau deshalb habe die CDU-Fraktion den Prüfauftrag zum Bau einer Parkpalette auf dem städtischen Parkplatz „Am Schild“ gestellt. Henkel: „Wenn das scheinbar nur über eine Änderung des Bebauungsplans geht, dann sollte genau das gemacht werden –  oder es werden an anderer Stelle zentrumsnah neue Parkplätze bereitgestellt. Erst wenn diese errichtet sind, kann die Streichung der 23 Längsparkplätze ins Auge gefasst werden. Es ist die Reihenfolge zu beachten.“

Zudem müsse vor einer Entscheidung im Ausschuss eine groß angelegte Öffentlichkeitsbeteiligung in ganz Schildgen durchgeführt werden. „Die Ampel wie auch die Verwaltungsspitze scheuen sich offenbar vor dieser Beteiligung der Bürgerschaft“, mutmaßt der CDU-Politiker.

Geschäftsleute und Bürgerverein protestieren

Henkel, der sich als finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion intensiv mit der Finanzlage der Stadt befasst, verweist darauf, dass mit Blick auf die mittel- und langfristige Finanzplanung die Gewerbesteuer-Einnahmen von „eminenter Bedeutung“ seien.

Harald Henkel. Foto: Manfred Esser
Harald Henkel. Foto: Manfred Esser

Auch neue Unternehmen sollten deshalb angeworben werden. Der Fraktions-Vize wörtlich: „Da ist es nur folgerichtig, die Nahversorgung im Zentrum Schildgens nach besten Kräften zu stützen und zu fördern. Das muss doch eigentlich auch im Interesse der FDP liegen.“

Er könne verstehen, dass sowohl die Geschäftsleute als auch der Bürgerverein für Schildgen und Katterbach „den drohenden Parkplatz-Kahlschlag“ nicht hinnehmen wollte. Deren Protesthaltung sei absolut verständlich.   

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9 Kommentare

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  1. Tolle Idee alle Parkplätze abzuschaffen, dann können die älteren, gehbehinderten oder nicht “fahrradsicheren” Mitbürger ja direkt in die grossen Einkaufzentren fahren. Die “noch” bestehenden Nahversorgungsläden könnten dann alle schliessen und die Verkehrsproblem werden in die umliegenden EKZ verlegt. Hauptsache, die Fahrradfahrer können dann schneller und ungehindert durch das Dorf fahren.
    Hier liegt das gleiche Problem vor, wie in den anderen Fahradwegbaustellen in Bergisch Gladbach: für eine absolute Minderheit von Verkehrsteilnehmern wir die
    ( leider schweigende ) Mehrheit der Bürger einfach übergangen.
    Die Idee einer Parkpalette ist doch eine sehr logische und unkompliziert zu realisierende Möglichkeit für alle Bürger eine Einkaufsmöglichkeit zu behalten.

  2. Lieber Herr Henkel, die Ampel Fraktionen haben bereits letzte Woche beschlossen, morgen einen Ergänzungsantrag einzubringen, der die Verwaltung auffordert, Ersatzparkplätze für die wegfallenden Längsparkplätze zu schaffen.

  3. @Juergen M: Ich stimme Ihnen zu, dass nicht immer die Hauptverkehrsachsen genutzt werden müssen (für bzw. durch den Radverkehr). Die in Planung befindliche Penderroute nach Köln ist ein gutes Beispiel, oder die angedachte Fahrrad-Achse Leverkusen – Schildgen – Gladbach – Bensberg – Rösrath.
    In einigen Fällen gibt es jedoch keine „Nebenrouten“, und können aus Platzgründen auch keine neu angelegt werden. Ein solcher Fall ist die Altenberger-Dom-Straße: Als Nord-Süd-Verbindung durch Schildgen ist sie für Radfahrende „alternativlos“; alles Andere wäre ein deutlicher Umweg. Auch liegen viele Zielorte entlang der Hauptstraßen, etwa Geschäfte und Restaurants.

    Viele Planungen im (Rad-)Verkehrsbereich sind in der Tat Stückwerk. Dass jetzt die Ortsdurchfahrt Schildgen „aus einem Guss“ neugestaltet werden soll, finde ich da eine positive Ausnahme.

  4. @Michael Funcke: Vielen dank für den Hinweis.

    Das Problem ist doch, dass wir es schaffen müssen, ein durchgehendes Fahrradnetz aufzubauen….Dieses Stückwerk ist nicht hilfreich.
    Warum wird nicht einmal groß gedacht?
    Wir brauchen gut geplante, sichere und durchgehende Fahrradwege, von Schildgen nach Bergisch Gladbach, Leverkusen und Köln auf denen der Fahrradverkehr wirklich Priorität hat.
    Es müssen ja nicht immer die Hauptverkehrsachsen genutzt werden. Ich erwarte von den Stadtplanern, dass dies im Zeitalter von CO2-Einsparung mit Priorität angegangen und eine langfristige Vision erarbeitet wird.

  5. Bemerkenswert die Wahl des Beitragsbildes: Ohne den Ausbau der Gehwege und die gleichzeitige Anlage geschützter bzw. separater Radwege ist auch „Der sichere Schulweg“ auf der so stark verkehrlich belasteten ABD-Str. lediglich Wunschdenken. Längs-Parkplätze die u.a. sämtliche Sichtverbindungen im Ortskern blockieren, die Gehwege massiv einschränken und Radfahrende auf Schutzstreifen durch den unmittelbaren Verlauf in der „Dooring-Zone“ gefährden und den ohnehin knappen Verkehrsraum zur Umgestaltung blockieren können bei einer Lösung der Gesamtgemengelage zu Gunsten aller Mitbürger nicht länger Berücksichtigung finden. „Wenn dagegen die Unfallgefahr für Radfahrer und Fußgänger hoch ist, muss man sich trauen, die Verkehrssituation drastisch zu ändern, um ihre Sicherheit zu erhöhen“, sagt Ensink (niederländische Mobilitätsexperte). Der Platz, der dafür notwendig sei, müsse immer vom Autoverkehr kommen. Quelle: https://www.zeit.de/mobilitaet/2021-11/radverkehr-niederlande-fahrrad-auto-infrastruktur-verkehrsplanung-verkehrspolitik

    @Juergen M. Sie beziehen sich wahrscheinlich auf Radwege entlang der Leverkusener Str. Die aktuellen Planungsaktivitäten beinhalten zwar den Kreuzungsbereich mit der Altenberg-Dom-Str. aber nicht den weiteren Verlauf Richtung Leverkusen. Für Radwege oder Spuren sehe ich dort keinen ausreichenden Platz. Eine deutlich ausgewiesene Nutzung von Radfahrenden im Mischverkehr über s.g. Sharrows (Fahrradpiktogramme auf der Straße) wäre vielleicht ein Kompromiss. Ich meide diesen Bereich in den Stoßzeiten und wähle Nebenstrecken. Mit dem Ziel Schlebusch kann alternativ der im weiten Verlauf sehr gut ausgebaute Radweg an der Schlebuscher / Odenthaler Straße genutzt werden.

  6. Dann will ich ja mal hoffen, dass bei der Planung auch ein Radweg in Richtung Leverkusen eingeplant wird. Sonst ist das mal wieder nur halb gedacht….

    Und: Vielleicht kann man die Broetchen ja auch mit dem Fahrrad oder zu Fuss holen….

  7. @Patricia W.
    Ich vermute ganz stark, dass die Bäckerei Kraus ihnen eine Parkmöglichkeit direkt vor der Tür bieten wird, wo sie eben beim vorbei fahren Ihr Fahrrad anschließen können.
    Ansonsten könnten sie ja auch wie gewohnt, wenn bereits alle Parkplätze an der Straße belegt sind, VOR dem Edeka Weiden parken.

    @Maria Schichtl
    Ich mache mir auch ernsthafte Sorgen, was aus der Verkehrswende werden soll. Wer eh schon im Auto sitzt, kauft doch dann häufig größer ein. Also direkt in die Stadt oder zu Aldi & Co.
    Aber der lokale Einzelhandel lebt doch hauptsächlich von den Leuten vor Ort, die gar nicht erst ins Auto steigen müssen oder können. Und denen ist vor Ort doch sehr geholfen, wenn die Wege sicherer und lebenswerter werden, indem sie nicht primär fürs Auto sondern für den Menschen gebaut werden. Also drücken wir uns die Daumen!

  8. @Patricia W.
    Sie bewerten also Ihren persönlichen Komfort höher als die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Interessant…
    Glücklicherweise ticken nicht alle meine Mitmenschen so.
    Mit der Einstellung könnten wir die Verkehrswende gleich einstampfen.

  9. Es ist unfassbar, was sich als Lösung für Schildgen überlegt wird. Wenn ich bei der Bäckerei Kraus mal eben ein Brot kaufen will, parken ich doch nicht auf dem Parkplatz hinter EDEKA Weiden.