Foto: Bürgerportal

Die noch junge paneuropäische Partei Volt hat am Montag auf dem Konrad-Adenauer-Platz Flagge gezeigt und sich während des „Spaziergangs“ der Gegner:innen der Corona-Maßnahmen für das Impfen geworben. Ihr Gesprächsangebot stieß jedoch auf wenig Gegenliebe.

„Wir wollten nicht länger tatenlos zusehen”, sagt Markus Blümke, Direktkandidat von Volt in Rhein-Berg für die Landtagswahl und Mit-Initiator der Demo gegen Skeptiker*innen der Corona-Politik.

Am vergangenen Montag zogen erneut rund 500 Menschen in Bergisch Gladbach bei sogenannten „Spaziergängen” durch das Stadtzentrum, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren. Volt sieht nicht mehr länger zu und stellte sich entschieden dagegen: Unter dem Motto “Impfen heißt, Verantwortung zu übernehmen” protestierten gut 30 Volter*innen für Solidarität, ein offenes gesellschaftliches Miteinander und das Impfen.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag von Volt. Das Bürgerportal steht – neben der eigenen journalistischen Arbeit – als Plattform für lokale Vereine, Verbände, Parteien und Institutionen zur Verfügung.

„Wir setzen uns für evidenzbasierte Politik ein und es ist wissenschaftlicher Konsens, dass die Impfung der Weg aus der Pandemie ist. Nun geht es darum, die Skeptiker*innen entschieden aber empathisch zu überzeugen. Wir zeigen klare Kante gegen Gewalt, Drohungen, die Leugnung von Fakten und Abkehr von der Demokratie”, so Blümke.

Markus Blümke und Gina Gießer. Foto: Volt

NRW-Spitzenkandidatin Gina Nießer aus Wuppertal fügt hinzu: „Wir möchten als Volt ein Zeichen für das Impfen und mehr Verständigung in der Gesellschaft setzen. Wir können diese Pandemie nur zusammen überstehen und es ist wichtig, jetzt Brücken zu schlagen und alle Menschen mitzunehmen.”

Volt Rhein-Berg hat ganz bewusst nicht etwa zu einer Großdemo aufgerufen, weil es ausschließlich darum ging ein Zeichen fürs Impfen zu setzen und den Spaziergänger zu zeigen, dass es auch andere Meinungen dazu gibt, die respektiert werden müssen.

Die Stimmung war am Montag friedlich, auf beiden Seiten. Volt war offen für den Dialog, Gespräche kamen mit den Spaziergängern allerdings leider kaum zustande. Die Reaktionen der Impfgegner waren ablehnend bis verwundert: „Wer hat euch denn hier eingeladen“, so einer der Impfgegner. Vereinzelt kam es aus deren Reihen auch zu Unterstellungen an die Volter, wie „Ihr werdet doch alle bezahlt dafür, dass ihr hier steht.“

Volt bezieht mit der Demo nicht nur eine klare Position zum Impfen, sondern möchte Offenheit für einen konstruktiven Austausch signalisieren. “Nicht alle “Spaziergänger*innen” sind rechts oder hängen Verschwörungstheorien an. Wir sind offen für konstruktiven Austausch. Gleichzeitig zeigen wir klare Kante gegen alle, die unsere Demokratie angreifen.”, so Nießer.

Über Volt: Als erste echte europaweite Partei setzt sich Volt dafür ein, die Europäische Union so zu reformieren, dass globale Herausforderungen gesamteuropäisch gelöst werden können. Getreu dem Motto “europäisch denken, lokal handeln“ holen wir von Volt NRW Europa noch näher, lernen aus den Erfahrungen Anderer und wenden sie konkret auf die Probleme vor Ort an.

Schon vor der Gründung des NRW Landesverbands im Oktober 2020 haben engagierte Freiwillige im ganzen Bundesland mit viel Energie und Herzblut beweisen können, dass europäisches Denken und Politik vor Ort bei Weitem kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: Bei den Kommunalwahlen, zu denen wir hier in NRW zum ersten Mal angetreten sind, konnten unsere Teams Mandate in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln, Münster, Paderborn und Siegen Mandate gewinnen und Fraktionen bilden.

Volt

ist eine paneuropäische Partei, die grenzübergreifend Politik für ein föderales Europa macht. In 29 Ländern bewegen wir Bürgerinnen und Bürger dazu, auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene Politik neu zu denken und mitzugestalten. Wir sind paneuropäisch, pragmatisch und progressiv....

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9 Kommentare

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  1. Wir von Volt haben wahrgenommen, dass der Graben zwischen Impfbefürwortern und Impfgegnern von Tag zu Tag tiefer wird. Besonders besorgniserregend ist der immer harscher werdende Sprachgebrauch. Glücklicherweise war es bei uns in Bergisch Gladbach bisher immer friedlich. Die Meinungen und Sorgen ziehen sich quer durch die Reihen der Befürworter wie Gegner. Oft genug gibt es mehr Schnittmengen, als es zunächst den Anschein hat.
    Wir haben am Montag für das Impfen geworben. Es war keine Kundgebung für die Impfpflicht. Wir sind davon überzeugt, dass die Impfung der Weg aus der Pandemie ist. Wir wollen aber vor allem das Gespräch suchen. Viel zu wenig gehen wir alle – auch die Politik – aufeinander zu. In den (leider wenigen) Gesprächen, die wir führen konnten, haben uns die Menschen von ihren Ängsten und Verunsicherung berichtet. Dies gilt es ernst zu nehmen. Volt spricht mit den Menschen – nicht über sie. Die Politik war in der Pandemie viel zu oft geprägt von fehlender Transparenz, Unehrlichkeit und mangelnder Berechenbarkeit. Das hat maßgeblich zu der Verunsicherung der Menschen beigetragen.
    Dialog ist der Schlüssel, wie wir Corona gemeinsam überwinden können. Vorteile und Risiken der Impfung müssen ehrlich kommuniziert werden. Es besteht die Hoffnung, dass Omicron im Zusammenspiel mit einer ausreichenden Impfquote der Weg aus der Pandemie sein kann. Dennoch müssen wir vorbereitet sein, sollte sich eine weitere, gefährlichere Mutation durchsetzen. Die bisher nur reaktive Politik muss endlich einer vorausschauenden weichen. Dafür steht Volt. Es gilt aber eben auch: Drohungen oder Übergriffe, Anfeindungen gegen die Presse, Diktatur Vorwürfe, Leugnung von Fakten oder die Duldung rechtsradikaler Mitläufer sind ein absolutes No Go. Hier sollten wir alle gemeinsam klare Position beziehen und unsere Demokratie schützen und wertschätzen.

  2. Ich kann miterweile die Menschen verstehen .
    Das machen wir nun schon 2 Jahre mit.
    Und es ist kein Ende in Sicht. Immer wieder andrere Hiobsbotschaften.
    Masken Pflicht ich persönlich kann es nicht mehr hören weil, ich muss 8.std.
    Mit der Maske arbeiten.
    Die Maske ist ja kaum wegzudenken.
    Ein Kollege von mir hat sogar von der Maske Ausschlag bekommen und mußte in Notaufnahme und wurde 1.w. stationär behandelt. Hat Kortison Salbe bekommen. Die Maske schützt nicht meiner Meinung nach.
    Sondern der der Abstand.
    Sie ist eine Behinderung besonders
    dann wenn man Brillenträger ist und die Brille beschlägt. ganz toll .
    Man sieht nichts mehr.
    Mit oder ohne Brille .
    Ich bin generell gegen die Maske.
    Wir gucken schon keine Nachrichten mehr. Denn die Medien machen die Bevölkerung unsicher u. Ängstlich.

  3. „ … Diskurs und eine freie Entscheidung für oder gegen das Impfen müssen immer möglich sein! Respekt vor der Meinung des anderen braucht es, liebe Mitmenschen!“
    So schrieb es hier weiter unten der „Johannes“, und dem ist zuzustimmen, finde ich.

    Im Übrigen waren dann am Montagabend unter´m Strich anscheinend zwei Kundgebungen im besten demokratischen Sinne unterwegs, die einen (Volt) wohl mit, die anderen (Spazierer) ohne Plakate und mit eben je unterschiedlicher Auffassung zum Thema „Impfpflicht“:

    Soweit ich verstehe, wollen die einen diejenigen verpflichtet oder gezwungen wissen, die ihrerseits und je für sich auf eine Impfung verzichten wollen; die anderen wiederum möchten, dass die Entscheidung über eine Impfung jedem Einzelnen überlassen bleiben solle.

    Das lässt sich in einem absoluten Sinne kaum auflösen, deshalb neige ich insgesamt zu obigem „Satz des Johannes“:
    „ …Diskurs und eine freie Entscheidung für oder gegen das Impfen müssen immer möglich sein! …“

  4. @Kerstin (Warum nicht der volle Name?)
    Betrifft Ihren Verweis auf den Link von EbM-Netzwerk
    Wissenschaft lebt von These und Gegenthese und Widersprechen ist der Motor von Wissenschaft. Dass ein neuartiger Virus, der weltweit eine Pandemie auslöst, diese an ihre Grenzen bringt, sollte jedem klar sein. Rechthaber sind hier fehl am Platz. Es gilt tatsächlich in einem Kampf gegen die Zeit, Mittel und Wege zur Eindämmung zu finden. Niemand hat dieses riesige Experimentierfeld gewollt, auch wenn Verschwörungsverbreiter es anders verkünden, um sich wichtig zu machen.
    Die heftige Auseinandersetzung in EbM-Netzwerk ist also systemimmanent und somit konstruktiv zu verstehen. Ihn unkommentiert in die Öffentlichkeit zu tragen ist zwar legitim aber m.E. nicht besonders klug. Um ihn qualifiziert nachvollziehen zu können, erfordet es den Zugang zu den bisherigen Veröffentlichungen in der Fachliteratur weltweit und zwar seit Anbeginn der Pandemie. Welcher Laie kann und will sich dem stellen? Nur um eigene Argumente zu stützen und Teile daraus zu verwenden, führt von Halbwahrheiten bis zu Lügengebilden und wäre m.E. ein Missbrauch dieses Forums.
    Es gibt zuverlässig arbeitende Quellen in den öffentlichen Medien und im Internet, die uns täglich mit gut verständlichen Worten auf den aktuellen Stand bringen. Die Mühe denen zu folgen, sollte sich jeder machen, damit die in diversen sozialen Netzwerken verbreiteten „Faktenlagen“ nicht zur Glaubenssache mutieren. Vertrauen ist das Gebot der Stunde und wird von einer überwältigen Mehrheit unserer Gesellschaft auch aufgebracht.

    Zu den Spaziergängern: Wir sollten uns alle darüber bewusst sein, dass der derzeitige Stand an Impfmöglichkeiten nur vorrübergehend ist. Dass selbst ein Mangel an Perfektion hier immer noch mehr ist, als nichts. Es ist doch erwiesen, dass mit den Impfungen bereits unzählige Leben gerettet und gesellschaftliche Freiräume geschaffen wurden, die vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wären. Wer also mehr Freiheit – also die Abschaffung der gesetzlichen Reglementierungen – wirklich will, sollte sich konsequenter Weise unbedingt impfen lassen. Und diejenigen, die meinen, sich auf einer Spielwiese der Demokratie tummeln zu können, sollten endlich erwachsen werden.

  5. „Volt bezieht mit der Demo nicht nur eine klare Position zum Impfen, sondern möchte Offenheit für einen konstruktiven Austausch signalisieren. “Nicht alle “Spaziergänger*innen” sind rechts oder hängen Verschwörungstheorien an. Wir sind offen für konstruktiven Austausch. Gleichzeitig zeigen wir klare Kante gegen alle, die unsere Demokratie angreifen.”

    Wann wird endlich begriffen, dass es wissenschaftlich valide Argumente sowohl bei den Impfbefürwortern als auch bei den Impfskeptikern gibt? Inzwischen zahllose Untersuchungen belegen, dass Impfungen absolut kritisch zu sehen sind, die Impfpflicht ist ein Angriff auf die Demokratie. Und: Impfungen können vermutlich auch vor schweren Verläufen schützen. Wie Vitamin C und D. Und Sport. Und gesunde Ernährung.

    Aber Diskurs und eine freie Entscheidung für oder gegen das Impfen müssen immer möglich sein! Respekt vor der Meinung des anderen braucht es, liebe Mitmenschen!

  6. „Wir setzen uns für evidenzbasierte Politik ein und es ist wissenschaftlicher Konsens, dass die Impfung der Weg aus der Pandemie ist“
    Wenn nur Wissenschaftler, die die selbe Meinung vertreten, in den etablierten Medien zu hören und zu sehen sind, mag das den Anschein haben. Wenn man alle Wissenschaftler, also auch diese mit anderen Erkenntnissen und Untersuchungsergebnissen, einladen und anhören würde, sehe das ganz anders aus.
    Hier im Netzwerk für evidenzbasierte Medizin können Sie ja mal eine andere wissenschaftliche Seite wahrnehmen: https://www.ebm-netzwerk.de/de/medien/pdf/ebm-10_21_kvh-journal_wissenschaftsleugnung.pdf

    1. Die Aufgabe seriöser Medien ist es, Fakten und Entwicklungen zu prüfen, die relevanten Fakten auszuwählen und einzuordnen. Falsche Informationen werden dabei ausgefiltert, oder wenn erforderlich, entsprechend gekennzeichnet. Daher finden Sie in den seriösen Medien nicht „alle Wissenschafter“.

      Und in der Tat ist es bei der übergroßen Mehrheit der Wissenschaftler:innen weltweit Konsens, dass die Corona-Impfungen sinnvoll sind.

  7. Endlich stellt sich mal jemand gegen diese kleine Minderheit, bei der auch noch viele Faktenverweigerer mitlaufen. Ein wichtiges Zeichen von Volt. Auch wenn es bis jetzt nur eine kleine Partei ist, das kann ja noch werden.

  8. Volt hatte heute mit knapp 20 Teilnehmern mehr am Start als sie Prozente bei der Bundestagswahl eingefahren haben – 0,4%. Dass Georg Watzlaweck dieser Splitterpartei mehr Raum in seinem Regierungs-Propagandablatt bietet als den berechtigten Interessen der Verteidiger des GG, spricht nicht gerade für ihn.