Der Quartiersplatz mitten im Wohnpark soll neu gestaltet werden. Foto: Thomas Merkenich

Zwei Rundgänge im Wohnpark Bensberg mit den Anwohner:innen haben weitere Gestaltungsideen gebracht, einige Befürchtungen konnten ausgeräumt werden. Inzwischen sind viele Anregungen in einen Vorentwurf unter dem Motto „Dezenter ist besser“ eingeflossen. Den legt die Stadtverwaltung jetzt im zuständigen Ausschuss vor, bis zum Baubeginn wird es aber noch eine Weile dauern.

An zwei Rundgangterminen konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger auf dem Quartiersplatz im Wohnpark Bensberg teilnehmen. Am 18. und 24. Februar 2022 wurde einigen Anwohnenden „bei Wind und Wetter“ die neue Ideenskizze der Planung zum Quartiersplatz vorgestellt.

Die Neugestaltung des Platzes wird im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes (InHK) Bensberg und in enger Abstimmung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern entwickelt.

Der Vorentwurf wird am 29. März 2022 dem Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss zum Beschluss vorgelegt, nach weiteren Planungsschritten ist dann mit einer Umsetzung ab 2024 zu rechnen.

„Wir haben im letzten dreiviertel Jahr viele Gespräche mit den Anwohnenden geführt, um die Wünsche der Bevölkerung für ihren Quartiersplatz einfließen zu lassen. Uns wurden unzählige Ideen, Potentiale, Herausforderungen und Inspirationen für die neue Planung mit auf den Weg gegeben“, erzählt Corinna Joppien, Quartiersmanagerin im Wohnpark Bensberg.

„Umso mehr haben wir uns darauf gefreut, das Ergebnis bei den Rundgängen vorzustellen und die Meinung der Anwohnenden zu hören“, ergänzt Quartiersentwicklerin Claudia Werker der Stadt Bergisch Gladbach.

Neues Motto: Dezenter ist besser

Im Rahmen eines Workshops wurde das Motto „Dezenter ist besser“ für den Quartiersplatz formuliert. Die Planung lehnt sich stark an die Gegebenheiten an und akzentuiert diese. Der grundsätzlich zurückgenommene und naturnahe Charakter der Platzanlage bleibt gewahrt.

So bietet der neu gestaltete Quartiersplatz zwar auch Plätze zum Verweilen und für Spiel und Unterhaltung an, jedoch immer unter der Prämisse der Ruhe und des „Weniger ist mehr“.

Auf der Grünfläche soll eine Platzfläche entstehen, die mit einer S-förmigen Bank und Liegestühlen zum Verweilen einlädt. Damit keine „Betonwüste“ entsteht und Regenwasser gut abfließen kann, wurde für den Untergrund der zentralen Fläche des Platzes Schotterrasen gewählt.

Amberbaum und Schachtisch

Auch ein Liquidamber styraciflua (Amberbaum), der im Jahresverlauf durch bunte Farben sein Erscheinungsbild wechselt, und ein Schachtisch mit vier festen Sitzmöglichkeiten sollen auf der neugeschaffenen Platzfläche Aufenthalts- und Vergnügungsqualität schaffen.

Im nördlichen Teil entsteht eine kleine Erhöhung mit einem Margeritenband auf der Rasenfläche. Die Bäume des kleinen Waldes bleiben, wie alle anderen Bäume des Platzes, unberührt. Auf dem Weg durch den Wald entsteht ein Pfad zum Waldwissen, der besonders Kindern Spaß machen wird. Auf der Anlage werden entlang der Hauptwegeachse Laternen zu finden sein. Zudem sind an allen Aus- und Eingängen sowie Sitzstandorten Mülleimer geplant. Dies ist das Ergebnis vieler Wünsche der Anwohnenden.

Während der Rundgänge konnten die Teilnehmenden Fragen stellen und Ihre Sorgen und Wünsche mitteilen. So konnten die Planenden z.B. erläutern, dass die Errichtung des Quartiersplatzes zwar durch Fördermittel von Bund und Land möglich ist, eine dauerhafte Pflege aber auch über den Förderzeitraum hinaus von der Stadt sichergestellt wird. Diese wird für einen neuen Platz auch intensiver sein, als derzeit – dies ist im Vegetations- und Pflegekonzept vorgesehen.

Darüber hinaus werde insbesondere bei der Vegetation darauf geachtet, dass pflegeleichte Arten gepflanzt werden. Auch die Sorge nach zu viel Lärm und „unerwünschtem“ Publikum konnte genommen werden: Die neue Planung ist darauf ausgerichtet, den Platz lediglich zu ertüchtigen, ihn schöner und gepflegter werden zu lassen, ohne ihn aber gänzlich zu verändern.

Daher sei nicht damit zu rechnen, dass neue Zielgruppen davon angezogen werden. Es entstehe zwar ein „Ort der Begegnung, aber die Gestaltung des neuen Quartiersplatzes steht unter dem gesamten Motto der Lärmreduzierung“, versicherte Quartiersentwicklerin Claudia Werker zudem. 

Der lange Weg der Entwicklung

Der Entwicklung der neuen Ideenskizze vorausgegangen war eine digitale Informationsveranstaltung am 7. Mai 2021, bei der rege und konstruktive Diskussionen entstanden und die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Nutzergruppen des Platzes deutlich wurden.

Um diese breite Masse an Meinungen und Bedürfnissen zu ordnen, hat am 9. Oktober 2021 in einem zweiten Beteiligungsschritt eine Planungswerkstatt stattgefunden, bei der 14 Personen aus 7 identifizierten Nutzergruppen zusammenkamen, um eine auf Konsens ausgerichtete Planung im Sinne aller Teilnehmenden zu entwickeln.

Darüber hinaus haben zahlreiche Gespräche der Quartiersmanagerin Corinna Joppien mit den Anwohnenden stattgefunden. Aktuell wird ein Kartenwerk entwickelt, das die Ideenskizze zeigt und alle Teilbereiche detailliert beschreibt.

Das Kartenwerk kann auf der InHK-Homepage aufgerufen werden.

Weitere Planungsschritte

Am 29. März 2022 wird der Vorentwurf zur Planung dem Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss zum Beschluss vorgelegt. Danach wird ein ausgearbeiteter Entwurf entwickelt, der mit Kostenberechnung fristgerecht bis zum 30. September 2022 beim Fördermittelgeber einzureichen ist. Der Baubeginn der Maßnahme ist ab 2024 anvisiert, mit einer Umsetzung von einem Jahr ist zu rechnen. 

Mehr Informationen zur Entwicklung des Quartiersplatzes und den rund 30 weiteren Maßnahmen gibt es auf der Website des InHK Bensberg.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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