Die Klimaschutz-Initiativen der Region wenden sich ein zweites Mal an die Stadtwerke: Sie sollen ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Konkret geht es um den Ausbau Erneuerbarer Energien, um die Abhängigkeit von Kohle, Erdgas und Erdöl schnell zu beenden.

Mit einem zweiten Rheinland-Appell haben Klimagruppen die Geschäftsführer*innen der Stadtwerke im Rheinland und im Bergischen Land erneut dazu aufgerufen, die Nutzung erneuerbarer Energien mit deutlich größerem Engagement auszubauen.

„Mit dem Import von Gas, Öl und Kohle sollten wir kriegstreibende Länder, wie aktuell Russland, nicht länger finanziell und wirtschaftlich unterstützen. Mit Erneuerbaren Energien können wir von Despoten wie Putin unabhängig werden, die jederzeit die Lieferung fossiler Brennstoffe stoppen können“, so Stefan Häusler von den Klimafreunden Rhein Berg e.V.

Die Klimagruppen fordern nicht nur, ein unmissverständliches Signal an Putin zu senden, sondern auch durch den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien eine echte Versorgungssicherheit herzustellen. „Indem wir grünen Strom und Wärme selber erzeugen, können wir zwar keinen Krieg verhindern, aber zumindest dafür sorgen, dass zukünftig kein Geld mehr durch den Kauf von fossiler Energie an Kriegstreiber fließt“, so Stefan Häusler.

Am Freitag werden auf den Klimastreiks in der Region 11.000 Postkarten verteilt, die an die Geschäftsführer*innen der Stadtwerke geschickt werden sollen, an denen die RheinEnergie beteiligt ist. Auf den Postkarten zeigen die Klimaschützer*innen auf, wie wenig Erneuerbare- Energie-Anlagen die meisten Stadtwerke bisher errichtet haben und wie groß demgegenüber das regionale Potential ist. Das Potential für erneuerbare Energien hat das Landesumweltamt ermittelt und im Energieatlas veröffentlicht.

RE-Stadtwerke-Kampagne

Zusammen mit 25 regionalen Klimagruppen hat Klimawende Köln im November 2021 mit dem „Rheinland-Appell“ eine Stadtwerke-Kampagne gestartet. Sie fordern die Energieversorger auf, bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen und den Weg dorthin mit konkreten Maßnahmen festzulegen.

Ziel der Stadtwerke-Kampagne ist es, die Erneuerbare-Energie-Potentiale in der Region aufzuzeigen, zwischen den Stadtwerken einen Wettbewerb im Ausbau der Erneuerbaren zu entfachen und den Austausch von Best-Practice-Beispiele anzuregen.
Grundlage bildet eine umfassende Recherche, deren Ergebnis in Form von „Stadtwerke- Steckbriefen“veröffentlicht wurde.

Klimafreunde RheinBerg

Die Klima Freunde sind ein private Initiative von Bürgern, die in Bergisch Gladbach möglichst viele Leute für den Klimaschutz mobilisieren will. Kontakt: info@klimafreunde-rheinberg.de

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11 Kommentare

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  1. Herr Schreiner hat im „Großen und Ganzen“ wahrscheinlich leider recht angesichts von aktuellen „Alternativen“ zu Putinˋs Blutgas, Trotzdem ist es ein Trauerspiel, wie wenig die BELKAW politisch gewollt für Erneuerbare „getan“ hat bzw NICHTgetan hat: 5,47 Gkw erneuerbar gegenüber 487 GWh an Gesamtmenge verkauftem Strom. Wir müssen jahrzehntelanges Verschlafen jetzt teuer und klimaschädlich ausbaden.

    1. Guten Tag Herr Thiel,

      Zunächst die Frage, ob die 5,47 Gkw vielleicht GWh heißen sollte.
      Dann die Frage zur Herkunft der Zahl. Können Sie uns die Quelle nennen?
      Das wäre ja nur knapp über 1%

      Laut Stromkennzeichnung sind im Gesamtstrommix bereits 7% sonstige Erneuerbare Energien ohne EEG-geförderten Ökostrom

      Betrachtet man nun den Ökostrom-Bereich sowie den Residualmix, so liegt die Zahl weit höher als von Ihnen angegeben.

      https://www.belkaw.de/rechtliches –>Stromkennzeichnung

  2. Erneuerbare Energien und Versorgungssicherheit, guter Witz, zumindest aktuell.

    Ohne entsprechende Speicherung oder P2G der P2X Technologien wird es da ganz schnell bergab gehen mit dem Industrieland Deutschland.

    Man betrachte bitte den aktuellen Strommix unter https://app.electricitymap.org/zone/DE
    Kohle, Gas, die restlichen AKW sowie ein wenig Wind und Biomasse.

    Aktuell ca. 460g CO2 pro kWh, während Kernenergie mit 12g bereits eingerechnet ist.

    In der aktuellen Krise und um den anthropologischen CO2 Ausstoß zu reduzieren, bleibt nur die Kernenergie in Verbindung mit EE und Speichern. Alles andere ist zum Scheitern verurteilt und wird und langfristig auf die Füße fallen.

    1. Atomkraft und Versorgungssicherheit? Ein schlechter Witz, über den die Menschheit spätestens seit Tscherhobyl nicht mehr lachen kann! Mir wurde auch in der Volksschule in den 1960ern das Perpetuum-Mobile der Kernspaltung als optimale Energielösung aufoktruiert. Sie unterbreiten mit Ihrer Linkempfehlung doch eher das Festhalten an längst überholten Wahrheiten. Das Hauptziel für die Entwicklung von Nuklearreaktoren war übrigens nicht die Energieversorgung, sondern die Produktion von Plutonium, um im kalten Krieg das Atomwaffenpotential zu steigern.
      Die Entsorgungsfrage der nuklearen Abfälle (z.B. Plutonium) scheint für die Atomkraftbefürworter, die jetzt aus ihren verdienten Löchern kommen, offensichtlich auch wieder gelöst zu sein, Putin sei Dank.
      Tatsache jedoch ist: Der einzig sinnvolle Weg aus einer Sackgasse ist immer noch die Umkehr. Auf dem gilt es zu bleiben.

      1. Nachtrag: Die PV-Anlage, die ich seit Dezember 2021 auf meinem Dach betreibe, produziert aktuell übrigens die vierfache Menge an Energie, die ich selbst benötige. Im Quartalsdurchschnitt (kurze Sonnenscheindauer, viel Wolken) immer noch die doppelte Menge – und der Sommer hat noch gar nicht angefangen. Die Effizienz von Solaranlagen ist noch gar nicht richtig im Bewusstsein der Bürger vorgedrungen. Die Atomstromgläubigen versuchen seit zwei Jahrzenten durch Desinformation dies zu verhindern. Warum eigentlich? Auch ja, fast hätte ichs vergessen: der Profitausfall an den Kapitalmärkten ist für sie mit den Erneuerbaren garantiert.

      2. Herr Richter, es ist schön, dass Ihre PV Anlage mehr Strom produziert, als Sie verbrauchen. Wieviel kWh beziehen sie zusätzlich vom Stromanbieter?
        Das Problem ist aktuell, dass ohne Speicher der Strom in dem Moment produziert werden muss, wenn er gebraucht wird.
        Sollen wir demnächst die Wirtschaft nach Stromverfügbarkeit steuern?
        Produktion und E-Auto-Laden nur tagsüber, damit die Sauerstoffgeräte im Krankenhaus nachts weiter laufen können?

        Sobald technisch, ökonomisch und ökologisch sinnvolle Speicher vorhanden sind, können wir gerne zu 100% EE wechseln. Bis dahin bleibt für einen c02-armen Strommix nur Kernenergie und EE, auch wenn sie es nicht wahr haben wollen.

        Das, was Ihnen in den 60ern von der einen Seite eingebläut wurden, wurde Ihnen danach von der anderen Seite genauso falsch eingebläut. Es bleibt eine Abwägung von Risiken und bei der Anzahl Toter je TWh ist Kernenergie nun mal eine der sichersten und saubersten Energieformen, die gleichzeitig immer verfügbar ist.

      3. Herr Schreiner, Ihre Frage nach den aufgelaufenen Werten (Stand jetzt) beantworte ich gern:
        PV-Erzeugung: 850 kWh
        Netzeinspeisung: 552 kWh
        Eigenverbrauch: 298 kWh
        Netzbezug: 172 kWh
        Danke auch für den Hinweis auf den Diskussionspunkt ‚Speicherung‘.
        Es freut mich, diese Desinformation einmal richtig zu stellen: Eine optimale ökologische Ausbeute für das Weltklima findet unabhängig von einem Speicher statt!
        Speicher machen ca. 30 v.H. der Gesamtinvestition aus und können somit ein Investitionshemmnis sein. Ein Speicher lohnt sich ökonomisch (!) für mich evtl. erst, wenn über Nacht ein KFZ „aufgetankt“ werden muss. Diese Energie wird dann jedoch nicht mehr ins öffentliche Netz eingespeist. Letzten Endes hole ich mir beim Netzbezug nur einen Teil der von mir eingespeisten Leistung zu höheren Kosten wieder zurück und bleibe trotzdem zu 100% ökologisch. Die dann noch verbleibenden eingespeisten Leistungen mindern allerdings weiterhin den allgemeinen Bedarf an Atomstrom.
        Der Wartungsaufwand für eine PV-Anlage ist marginal. Der Amortisationszeitraum verringert sich für meine Anlage übrigens mit jeder Strompreiserhöhung der BELKAW. Das ist diesmal auch kein Witz, jedoch ein guter Grund für mich, zu lächeln :O)

      4. Herr Richter,
        vielen Dank für die Information.
        Sie decken Ihren Verbrauch also zu 2/3 aus Eigenproduktion und zu 1/3 aus dem allgemeinen Stromnetz, d.h. mit dem durchschnittlichen Energiemix aus AKW, Kohle, Gas und EE. Da sie das 1/3 sicherlich nachts beziehen, hauptsächlich aus AKW, Kohle, Gas und Wind.
        Nun nehmen wir die ersten 3 Lieferanten weg, bleibt volatiler Wind.

        Wie sie selbst sagen, lohnen Speicher aktuell ökonomisch nicht. Privat, wie im Großformat. Wo kommt nachts all der Strom her? Es ist jedenfalls nicht der, den sie tagsüber eingespeist haben.

        Aktuell geht es nicht ohne AKW, Kohle und Gas. Ausstieg aus den letzten 3 AKW erhöht nochmals die Kohle und Gasverstromung.

        Herr Scholz weiß das sicherlich auch, sonst würde er sich nicht so vehement gegen einen Lieferstopp aus Russland stellen.
        Auch das Festhalten am AKW-Ausstieg bröckelt, sogar das Anfahren der im Dez. abgestellten AKW steht zur Debatte.

        Hier werden sich Ende des Jahres oder bereits bei Lieferstopp durch Russland einige wundern, was plötzlich doch möglich ist.

      5. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

        Herr Richter, sie sollten prüfen, ob die Einspeisevergütung pro kWh Strom kleiner ist als der Preis den Sie für die Erzeugung von Warmwasser zahlen.

        Sollten Sie einen Warmwasserspeicher haben und das Wasser mit Erdgas erwärmen, dann könnte bei den aktuellen Preisen eine Heizpatrone (elektrischer Heizstab) für den Warmwasserspeicher finanziell lohnend sein. Diese müsste dann allerdings so geregelt werden, dass sie nur dann eingeschaltet wird, wenn ein Überschuss an Solarstrom erzeugt wird.

    2. Herr Schreiner, durch eine intelligente Verbrauchssteuerung fällt außerhalb der Sonnenstunden kaum noch ein nennenswerter Strombedarf an. Für das bisschen Fernsehen und die Zimmerbeleuchtung reichen für den Netzbezug etwas Windkraft und meinetwegen Biogasverstromung. Eine vollständige Bilanz kann ich zum Jahresende bieten. Der Ausbau der Speichermedien mit Wasserstoff ist übrigens auch in vollem Gange. Jedenfalls sind die Investitionen in die Entwicklung hierin nachhaltig – im Gegensatz zu den Milliarden, die mit der Kernkraft im wahrsten Sinne des Wortes verbrannt wurden. Wie übrigens wollten Sie noch den zwischengelagerten Atommüll der vergangenen Jahrzehnte entsorgen – und auf wessen Kosten? Enkel? Urenkel? Ururenkel ….. usw. usf.?

      1. Herr Bensberger, der Hinweis auf die Heizpatrone ist für mich sehr wertvoll. Diese Technik ist mir bislang völlig unbekannt und werde ich mir jetzt genauer ansehen. Vorab schon mal vielen Dank dafür!