Regina Berghaus und Herbert Reul

Über das Thema „Gewaltprävention für Vorschul- und Grundschulkinder sowie für Jugendliche“ hat sich die Frauen Union Rhein-Berg bei einem Werkstattgespräch in der Kita Moitzfelder Tausendfüßler informiert – und hatte dabei auch Innenminister Herbert Reul mit am Tisch.

Das Sozialkompetenz- und Gewaltpräventionstraining „Mut tut gut“ führen die Moitzfelder Tausendfüßler schon seit 12 Jahren regelmäßig in Ihrer Kita durch. Die Leiterin Jessica Dreger weiss genau um die Bedeutung von Präventionsarbeit im frühkindlichen Alter und wünscht sich, dass möglichst viele Kindertagesstätten Zugang zu dem Projekt bekommen.

Dabei kommt eine Trainerin zwischen 3 und 5 Tagen in die Kita und arbeitet in einer kleinen Projektgruppe mit den Kindern. Regina Berghaus, die die Projekte durchführt, sensibilisiert die Kinder während des Kurses im Umgang untereinander aber auch im Umgang mit Erwachsenen und Fremden.

Die Kinder lernen, Ihre Gefühle gut, schlecht, weiß nicht) einzuordnen und entwickeln daraus Handlungsstrategien. Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, lernen sie Stopp zu sagen oder sich Hilfe zu holen. Regina Berghaus hat so auch im Laufe ihrer langjährigen Tätigkeit Lehrer und Erzieher auf misshandelte Kinder aufmerksam machen können. Die Prävention setzt so früh an, um die Gewalt erst gar nicht entstehen zu lassen. 

Die Ausgaben für die Jugendhilfe steigen von Jahr zu Jahr. Eine Teilnehmerin des Gesprächs berichtet, dass die Kosten für die Heimunterbringung pro Kind 6000 Euro pro Monat betragen. Die Präventionsarbeit kann einen Beitrag dazu leisten, diese Kosten zu reduzieren, muss aber ebenfalls finanziert werden.

Die Gesprächsteilnehmer: Vera Rilke-Haerst, Marie Keller, Regina Berghaus, Herbert Reul, Jessica Dreger, Robert Scheuermeyer 

Finanzierung aus Landesmitteln gewünscht

Bislang werden die finanziellen Beiträge für „Mut tut gut“ durch Eltern, Fördervereinen oder Sponsoren finanziert. Bereits durch die Art der Finanzierung wird aber deutlich, dass das Programm derzeit nur sehr Wenige erreicht und die Hürden sehr hoch sind.

„Wir wünschen uns ein Budget aus Landesmittel mit denen das Geld für die Finanzierung einer Projekteinheit unbürokratisch beantragt werden kann,“ sagen Vera Rilke-Haerst und Marie Keller von der Frauen Union. Gerade die dramatischen Missbrauchsfälle rund um Bergisch Gladbach hätten gezeigt, dass die jetzigen Strukturen und Ausbildungen von Erziehern und Lehrern nicht ausreichend sind, um auch noch den Bereich der Prävention abzudecken.

Reul will Mitstreiter finden

Durch die Coronapandemie haben die Belastungen für Erzieher und Lehrer weiter zugenommen, so dass der Blick von außen auf eine Gruppe zugleich entlastend wirkt. Bei jedem Projekt von „Mut tut gut“ hospitieren die Erzieher und Lehrer gleichzeitig bei der Gruppe und erhalten dadurch weitere Handlungskompetenzen. Das Projekt hat bereits den „Landespreis für Innere Sicherheit“ erhalten.

Innenminister Herbert Reul zeigte sich sehr interessiert an der Arbeit und versprach, Mitstreiter für das Projekt zu finden.

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