Tempo 30 auf der Altenberger-Dom-Straße soll den Lärm reduzieren. Foto: Thomas Merkenich

Die Stadtverwaltung schlägt im Stadtrat vor, in Schildgen und Gronau eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit vorzunehmen. Damit soll der Lärmpegel gesenkt werden. Einigen Bürgervereinen geht das aber nicht weit genug.

Für Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet hatten zuletzt der Bürgerverein Schildgen und Katterbach und der Bürgerverein Gierath-Schlodderdich plädiert, die Klimafreunde wollen es in allen Nebenstraßen, die CDU möchte eine Reduzierung auf den drei Hauptverkehrsstraßen Schildgen testen lassen. Die Grünen hatten dann – im Namen der Koalition mit FDP und SPD – einen Vorschlag gemacht, der zwar Gronau einschließt, in Schildgen aber nur die Altenberger-Dom-Straße betrifft.

Dem folgt die Stadtverwaltung weitgehend und hat das Thema für die Sitzung des Ausschusses für Verkehr und Mobilität am 30. Mai auf die Tagesordnung gesetzt, teilt sie jetzt mit. Konkret handele es sich um Tempo 30 auf

  • dem Abschnitt der Altenberger-Dom-Straße zwischen den Einmündungen Kempener und Schlebuscher Straße und
  • dem Straßenzug Mülheimer/Hauptstraße zwischen Gierather Straße und Dechant-Müller-Straße.

Ein wichtiger Aspekt sei die Ausweisung der beiden Streckenabschnitte als zwei Maßnahmen der Umsetzung des Lärmaktionsplanes. Die Reduzierung auf Tempo 30 würde demnach eine Reduzierung des Lärmpegels um 2,4 dB(A) bedeuten, zudem die CO2- Emissionen senken und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer:innen erhöhen.

„Die Anwohner der beiden Straßenabschnitte sind unbestreitbar durch den Verkehrslärm stark belastet“, sagt Bürgermeister Frank Stein. Die Verwaltung haben die Anwohnerinteressen „sorgfältig gegenüber den Belangen des fließenden Verkehrs und aller denkbaren sonstigen Effekte, die eine solche Beruhigung haben wird, gegenübergestellt. Wir sind letztendlich zu dem Ergebnis gekommen, dass hier die Anordnungen von Tempo 30 sinnvoll und richtig sind.“

Nach geltendem Recht könne der Ausschuss nur eine Empfehlung für die Anordnung der Geschwindigkeitsbegrenzungen aussprechen. Die abschließende Entscheidungskompetenz liege bei der Straßenverkehrsbehörde, die die Erörterungen im Ausschuss jedoch in ihre Ermessensentscheidung einbeziehen werde.

Damit ist die Diskussion um Tempo 30 aber noch lange nicht beendet. Die Bürgervereine drängen auf ein generelles Tempolimit – und die Grünen haben für die Ausschusssitzung eine ganze Liste von Prüfaufträgen angekündigt.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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27 Kommentare

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  1. Rußige Hausruinen, mit Brettern vernagelte Schaufenster und verhärmte Obdachlose die sich in den Ecken um brennende Mülltonnen scharen. Amazon-Transporter und Bio-Kisten Ausfahrer, deren Fahrer abgelenkt durch das Tempo 30 Diktat reihenweise Unfälle bauen.
    Tempo 30 – da hatte ich bisher eher ein gutes Gefühl. Wie naiv ich doch war.

  2. Ich gebe RS recht: der Zustand der Altenberger Dom Strasse ist eine Katastrophe! Die Stadt hat hier jahrzehntelang nichts getan, sondern gespart und kommt jetzt mit dem vermeintlich ganz großen Wurf. Schon eine neue Teerdecke würde helfen, den Lärm erheblich zu reduzieren, würde ausserdem das Radfahren erträglicher machen.

    Allerdings bin ich auch der Meinung, dass Tempo 30 sehr sinnvoll ist und schon ab der Schlebuscher Straße gelten sollte. Versuchen Sie mal, von einer nicht durch Ampeln geregelten Seitenstrasse im Berufsverkehr auf die Altenberger Dom Straße einzubiegen – fast unmöglich.

    Im übrigen: auch bei Tempo 50 muss man ständig den Tacho im Blick haben – da gibt es also keinen Unterschied.

  3. Hat schon einmal jemand darüber nachgedacht, dass durch den ständigen Blick aufs Tacho um die Geschwindigkeit im Auge zu behalten , die Autofahrer abgelenkt werden vom Blick auf die Straße und es daher zu mehr Unfällen kommen kann.
    Außerdem , E Autos ,die es ja in Zukunft immer mehr geben soll, machen ja sowieso weniger Lärm.
    Die Damen und Herren Politiker sollten sich mehr um den Zustand der Straßen in GL kümmern , eine Schande für Stadt und ein Grund für Lärm !

    1. Hallo R.S.,
      jetzt fühle ich mich noch unsicherer, wenn ich mit dem Fahrrad oder als Fußgänger unterwegs bin. Daher kann ich nur die Empfehlung geben, dass man Autos komplett verbietet – die sind ja für die Verkehrsteilnehmer sonst viel zu gefährlich.

    2. Also sofern Sie es wirklich nicht schaffen auf die Straße zu achten – zumal bei nur 30 km/h – und gleichzeitig zu wissen wie schnell Sie fahren, stellt das schon mal ganz generell Ihre Eignung ein Kraftfahrzeug sicher zu führen in Frage.

      „Außerdem , E Autos ,die es ja in Zukunft immer mehr geben soll, machen ja sowieso weniger Lärm.“

      Über 35 km/h machen die Reifen den Großteil des Lärms aus und nicht mehr der Antrieb.

  4. Ich wäre tatsächlich nicht davon abgeneigt aus ganz BGL eine 30er Zone zu machen. Auch wenn manche dabei glauben, dass hier dann übermorgen Chaos und Anarchie herrschen werden.

  5. Zone 30km/h wäre auch im Ortsteil Hand Dellbrücker Straße höhe „Einkaufzentrum“ Bäckerei, Apotheken, Bank, ZA ,Supermarkt., u.s.w. angebracht.

  6. Die Einführung der Tempo 30 Zonen hält uns Nachbareinwohner von Bergisch Gladbach noch mehr ab zum Einkauf nach Bergisch Gladbach City, Refrath, Schildgen mit dem Auto oder Bus zu fahren, auch ganz sicher nicht mit dem Fahrrad zu kommen. Wir bestellen noch mehr online u lassen uns von den unterbezahlten Fahrern der Paketdienste beliefern, die ich sehr bedauere.
    Aber ihr lieben Mitbürger, in den o.g. Stadtteilen werdet zusehen wie ein Geschäft nach dem anderen schließt. Eure Geschäftsstraßen veröden, die Lebensqualität sinkt, ein uninteressantes Wohnviertel wächst heran. Eure Immobilien verlieren rasant an Wert. Neben den Leerständen von ehemaligen Einzelhandelsgeschäften kommen zusätzlich Leerstände von privaten Mietwohnungen dazu, bzw es entsteht für die Verbliebenen eine Gettoisierung. Folge für die Stadt Bergisch Gladbach: die Sozialleistungen steigen und werden durch drastische Erhöhungen der Grundsteuer teilweise finanziert. Folge: viele Wohneigentümer werden bald unter Wert verkaufen, mehr Mieter werden ihre Mieten nicht mehr zahlen, die Vermieter bleiben auf ihren Kosten sitzen. Sie haben die Grundsteuer ja zu Jahresbeginn an die Stadt Bergisch Gladbach gezahlt, in der Hoffnung den Mieter damit zum Teil zu belasten – geht aber schief , der zahlt nicht mehr, Mietrückstäne, bringen Vermieter in Schieflage. Wer rechnen kann denkt weiter. Aber die 30er Zone macht Euch früher oder später einsamer, die ganz große Ruhe kehrt ein, die Lebensqualität aber trotzdem dahin. Deshalb überlegt noch zweimal ob die 30er Zone so sehr notwendig ist oder ein Arrangement aller Verkehrsteilnehmer zielführender ist.

    1. Zwischen 1953 und dem 1.9.1957 gab es in Deutschland innerorts keinerlei Geschwindigkeitseinschränkungen für KFZ. Wäre das eine Maßnahme, um Sie zum Einkaufen zu locken? Oder war dies doch zuviel des Guten? Ich bin eher froh, dass dieser Spuk lange vorbei ist.

    2. Wenn ich mir Ihren Kommentar durchlese, wird mir Angst und Bange.
      Aber nicht vor dem von Ihnen beschriebenen Szenario.

  7. Tempo 30 innerorts heißt mehr Sicherheit und weniger Lärm für Anwohner:innen, daher grundsätzlich sehr zu begrüßen.
    Mir ist allerdings unklar, was dieses klein-klein bringen soll: Auf den genannten Abschnitten kann ohnehin selten schneller als 30 gefahren werden. Wenn es die Verkehrslage zulässt, würde direkt danach beschleunigt – mit entsprechender Lärmentwicklung. Für eine wirkliche Beruhigung müssen die Straßen in ihrer gesamten Länge entschleunigt werden!

  8. Wäre schon ein Anfang erstmal innerhalb geschlossener Ortschaften Tempo 50 durchzusetzen.
    Habe sehr häufig den Eindruck, dass die Strasse durch unsere kleine Ortschaft und den Nachbardörfern mit der nahegelegenen A4 verwechselt wird.

  9. Zugegeben, ich fahre auch bei freier Strecke gerne schneller als 30 Km/H.
    Aber ich wohne auch sehr gerne sehr ruhig und wünsche es auch denen, die an einer vielbefahrenen Straße zu Hause sind. Daher bin ich bereit, meine Geschwindigkeit entsprechend zu drosseln. Und das im gesamten Stadtgebiet und nicht nur in den „privilegierten“ Straßen.
    Abgesehen davon wird das Unfallrisiko minimiert und die Umwelt weniger belastet (wenn ich denn schon mit dem Auto fahre).

  10. Warum wird die Geschwindigkeitsbegrenzung nur für die Alternberger Dom Straße geplant? Im Lärmaktionsplan wird festgestellt, dass auch Teile der Kempener Str. besonders stark belastet sind.
    Die FWG Bergisch Gladbach hat deswegen den Antrag gestellt, auch auf der Kempener Straße (L 288), Abschnitt Katterbachstraße bis Straße Steinknippen die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu begrenzen.
    Das hätte auch den Vorteil, dass im Bereich der Grundschule Katterbach die Geschwindigkeitsbegrenzung dauerhaft gelten würde.

    1. Ja, ein guter Einwand.
      Außerdem, was nützt es die Autos für 100 Meter zwischen 2 Ampeln beschleunigen zu lassen und danach wieder abbremsen zu lassen (was ohnehin oft übersehen wird).

    2. Hallo Herr Nuding, derzeit wohnen Sie und auch wir ja in einer verkehrsberuhigten Zone ;-). Gefällt mir sehr gut und ich hatte vor Jahren schon einmal dazu mit der Stadt Kontakt aufgenommen. Passiert ist nichts. Der Ausweichverkehr vor unserer Haustüre fliesst ja derzeit auch über die Altenberger-Dom-Str. Lösungen wird es nicht geben. Nicht in Bergisch Gladbach. Wie auch? Die Bebauung (z.B. vor Ihrer Haustüre) und der Verkehr sind halt schon da. Bleiben Sie aktiv am Thema.

  11. Endlich sollen Teile des Lärmaktionsplans umgesetzt werden. Hoffentlich wird dieses Beispiel Schule machen und Tempo 30 zur Regel im Stadtgebiet, um Anwohner vor Verkehrslärm zu schützen und die Sicherheit zu erhöhen. 3 dB(A) entsprechen übrigens einer Verdopplung der Schallleistung und sind sehr deutlich vom menschlichen Gehör wahrnehmbar. Insofern wird diese Maßnahme die Lebensqualität in den betroffenen Straßen erhöhen.

      1. 10 dB(A) ist eine Verdopplung der gefühlten Lautstärke. 3 dB(A) der Schallleistung, wie geschrieben. Insofern ist ihr Kommentar nicht zutreffenden.

      2. S. Schlagkamp hat recht, Herr Gall liegt leider falsch.
        3 dB mehr bedeuten:
        Faktor 2.0 für Erhöhung der Leistung (wie schon oben erwähnt)
        Faktor 1.42 für Erhöhung des Drucks
        Faktor 1.23 für Erhöhung der wahrgenommen Lautstärke (darauf kommt es für uns Menschen an)

      3. Pardon, da war ich zu schnell. Die Verdopplung der Leistung nimmt der Mensch nicht als Verdopplung der Lautstärke war. Der „menschliche Faktor“ ist eher 1.23. Wahr ist tatsächlich, dass 10 dB mehr zu einer Verdopplung der wahrgenommen Lautstärke führen. Bei der Leistung wären 10 dB mehr eine Verzehnfachung. Wahr ist aber auch, dass der Mensch den Unterschied Geschwindigkeitsunterschiede von Autos mit 30 k/m und 50 km/ sehr wohl hören kann.

  12. Unzulässig! Geschwindigkeitsreduzierungen müssen begründet sein. Wenn die Stadtverwaltung der Ansicht ist dies wäre aus Lärmschutzgründen möglich, muss sie das auch belegen. Das geht nur mit Lärmmessungen und belegbaren Daten. Das Herr Stein an der Altenberger-Dom-Straße einfach sein Öhrchen spitzt und den Verkehr als zu laut empfindet, reicht nicht aus. Zumindest nicht für ein Gericht. Nach Laurentiusstraße und Parkplatzzahlenchaos droht Herrn Stein und seinem Trupp eine weitere Klatsche.

  13. Genau,Tempo 30 statt 50 bringt nur rechnerisch 1-2 Dezibel,für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar!

  14. Ich begrüße die Reduzierung auf Tempo 30 in Schildgen. Aber für mich liegt das Hauptproblem nach wie vor an den maroden Fahrbahndecken, an denen Jahrzehnte nichts gemacht wurde.

    1. Genau, Geschwindigkeitsreduzierungen als Lösung zu betrachten ist einfach zu kurz gesprungen .
      Ich lade die Verwaltung ein, einmal an der Kreuzung Odenthaler Strasse/Laurentiusstrasse Sonntag morgends Lärmmessungen zu machen, die Biker an der roten Ampel verursachen oder nachts, wenn LKWs über die Kreuzung rauschen und schlecht gesicherte Ladung die vielen Hubbel und schlecht geflickte Löcher einen Höllenlärm verursachen.
      Das grösste Problem ist für mich der marode Strassenzustand.
      Flüsterasphalt und Durchfahrtsverbote für LKWs nachts würden helfen, jedenfalls mehr als das einfach nur alles auf 30, wogegen ich gar nichts einzuwenden habe.
      Durch die wirklich verrückte Idee, die Laurentiusstrasse zur Fahrradstrasse zu machen wird das Problem ausserdem grösser, weil die Autos, die nun einmal durch die Stadt oder in die Garage müssen die Odenthaler Strasse und die umliegenden Strassen zusätzlich belasten und das nicht nur mit vermehrtem Lärm.

      1. Hallo Frau Wilden,
        es sind nicht die Fahrräder die Lärmverursacher sondern die Nutzer. Daher kann nur an die Mitmenschen appellieren, sich rücksichtsvoll zu verhalten.
        (Kleines Beispiel: nicht der Mülleimer ist schuld, wenn der Dreck danebengeschmissen wird.)