Illustrationen des Designers Johannes Weber stehen für die Veranstaltungsreihe im September/Oktober 2022

Mit einer facettenreichen Veranstaltungsreihe will Roman Salyutov an das Attentat auf die israelische Olympiamannschaftvon 1972 in München erinnern. „Wie konnte dies von deutschem Boden aus geschehen?“, so die Fragestellung des Kulturmanagers und Musikers. Mit Musik, Lesungen, Diskussionen, Tanz und Sport will man sich interdisziplinär dem Thema widmen. Dafür hat Salyutov einige Partner ins Boot geholt.

„50 Jahre sind seit dem Attentat von München vergangenen. 50 Jahre liegt der Terroranschlag auf die olympische Nationalmannschaft von Israel zurück“, sagt Salyutov. 1972 enden die heiteren Spiele von München in einem blutigen Massaker.

Eingedenk des Anschlags auf ein jüdisches Gemeindehaus im Jahr 1970 seien dies die ersten Attentate, die seit Ende des Holocaust auf deutschem Boden an Menschen jüdischen Glaubens verübt worden seien.

Stellten das Programm vor (von links): Klaus-Dieter Becker (Vorstandsvorsitzender SV 09), Witek Krymalowski (Vorstandsvorsitzender TuS Makkabi Köln & Präsidiumsmitglied Makkabi Deutschland), Petra Hemming (Ganey Tikva Verein), Roman Salyutov (Musik- und KulturFestival GL e.V.), Johannes Platz (Vorstandsvorsitzender Deutsch-Israelische Gesellschaft Köln), Michael Buhleier (Volkshochschule Bergisch Gladbach), Ben Rajczyk (Leiter der Fußballabteilung Makkabi Köln), Axel Bolte (Ganey Tikva Verein), Dany Meier (Beiratsmitglied Synagogengemeinde Köln), Foto: Holger Crump

Viele Partner

Roman Salyutov skizziert den Ausgangspunkt für eine Veranstaltungsreihe, die sich vom 28. September bis 9. Oktober dem Attentat von München widmet. Den Tätern, den Opfern, dem historischen Kontext. Ein interdisziplinäres Projekt habe man an den Start gebracht, erklärt der der Vorsitzende des Musik- und KulturFestival GL e.V.

Illustration von Johannes Weber zur Veranstaltungsreihe

Neben dem Kulturverein gehören die Volkshochschule Bergisch Gladbach und der Ganey-Tikva-Verein zu den Organisatoren des Projekts, das in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, dem Landratsamt Fürstenfeldbruck, dem TUS Makkabai Köln und dem SV Bergisch Gladbach 09 entstanden ist.

Zu den Unterstützern zählen u.a. die israelische Botschaft in Deutschland. Die Schirmherrschaft liegt bei Volker Beck, dem Präsidenten der Dueutsch-Israelischen Gesellschaft.

Ausstellung im Fokus

Im Fokus steht der Reihe eine sechsteilige Ausstellung, die der Landkreis Fürstenfeldbruck 2012 initiiert hatte. Auf dem Flughafen der Stadt nahe München fand das Attentat gegen die israelische Nationalmannschaft damals sein blutiges Ende. Die Ausstellung ist als Leihgabe in Bergisch Gladbach zu sehen.

Sie wird am 28. September im Bocker Saal des Wirtshauses am Marktplatz eröffnet. Dabei berichtet der Journalist Godel Rosenberg über das „Ende der heiteren Spiele von München“. Er war 1972 als Reporter des Münchner Merkur am Ort des Attentats

Das Programm im Überblick
Ort: Bocker Saal im Wirtshaus am Bock, wenn nicht anders angegeben

Mittwoch, 28. September 2022
18 Uhr, Eröffnung der Ausstellung „5. September 1972 – das Ende der Heiteren Spiele von München“. Podiumsdiskussion mit Konzert. Eintritt frei

Sonntag, 2. Oktober 2022
14 Uhr, Israelische Kampfkunst „Krav Maga“, Workshop, Eintritt frei
17 Uhr, BELKAW-Arena, Freundschafts-Fußballspiel zwischen TuS Makkabi Köln und SV Bergisch Gladbach 09, Karten 10/5 Euro online über https://shop.ticketpay.de/ES0EQH0C, Abendkasse ab 15 Uhr
20 Uhr, Musik und Tanz: „Von Warschau nach Tel Aviv – Faszination Tango“, Eintritt 10 Euro an der Abendkasse

Montag, 3. Oktober 2022
11 Uhr, Konzertante Lesung „Paul Celan & Ilana Shmueli: Sag, daß Jerusalem ist“

Sonntag, 9. Oktober
12 Uhr, Podiumsdiskussion: „Israels Sicherheit heute und damals. Unterstützung des arabischen Terrors durch die UdSSR und den Ostblock und ihre Stellvertreterkriege gegen den Jüdischen Staat“

Sport, Musik und Tanz prägen den zweiten Tag der Veranstaltungsreihe. So ist am 2. Oktober ein Workshop zur israelischen Kampfkunst Krav Maga zu erleben. Um 17 Uhr erfolgt der Anpfiff des Fußball-Freundschaftsspiels zwischen SV Bergisch Gladbach 09 und TuS Makkabi Köln in der Belkaw Arena. Der Kölner Verein setzt sich nach eigenen Angaben für ein friedliches Miteinander aller Menschen über den Sport ein. „Das Highlight des Tages“, so Salyutov anlässlich der Vorstellung des Programms.

Der dritte Tag widmet sich mit einer konzertanten Lesung einer Jerusalem-Reise des Schriftstellers Paul Celan, umrahmt von Musik jüdischer Komponisten. Den Schlussstein setzt am 9. Oktober eine Diskussion über Sicherheitspolitik.

Denkanstöße statt Gedenken

„Wir wollen verschiedene Themen anschneiden, eher Denkanstöße liefern denn Gedenkveranstaltung sein“, fasst Salyutov zusammen. Wichtig sei ein Verständnis für den Kontext zu entwickeln, um das Attentat historisch einzuordnen.

Bis auf zwei Ausnahmen ist der Eintritt frei. Die Kosten für die Veranstaltungsreihe bezifferten sich auf einen mittleren, vierstelligen Betrag, so Salyutov, ohne genauer auf das Budget einzugehen. Vieles würde über das ehrenamtliche Engagement der Organisatoren und Unterstützer laufen. Wozu auch die Volkshochschule der Stadt gehört.

Das Programm im Detail

„Roman Salyutov hat im Vorfeld die Idee zu der Veranstaltungsreihe inhaltlich mit mir besprochen“, erklärt Michael Buhleier, Leiter der Volkshochschule. Die Kombination von inhaltlichen Diskussionen zu politischen und gesellschaftlichen Themen in Kombination mit einem Konzertteil habe sich bei früheren gemeinsamen Veranstaltungen bewährt.

Die Präsentation der Ausstellung in den Räumen der VHS sei wegen des Planungsvorlaufes nicht möglich gewesen. „Wir bewerben die Veranstaltungsreihe im Programm der Volkshochschule, auf der Internetseite und durch Flyer, um unsere Zielgruppe für die Veranstaltung zu gewinnen“, so Buhleier.

Eine Absprache zu der Reihe mit den Vereinen „Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach – Beit Jala e. V.“ sowie „Städtepartnerschaft Ganey Tikva – Bergisch Gladbach e.V.“ habe es nicht gegeben, so Salyutov.

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Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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