Der Sitz der Belkaw an der Hermann-Löns-Sraße. Foto (Archiv): Thomas Merkenich

Die Keime im Trinkwasser innerhalb des Wasserwerks Refrath sind zwar verschwunden, die Ursache der Verkeimung ist aber noch nicht geklärt. Zur Sicherheit setzt die Belkaw auch in den kommenden Wochen im Süden von Bergisch Gladbach sowie Teilen von Kürten und Overath noch Chlor zu.

Nach Angaben der Belkaw sind alle aktuellen Proben aus dem Wasserwerk Refrath wieder einwandfrei, Keime seien nicht mehr nachweisbar. Diese Verteilung war vor knapp zwei Wochen innerhalb des Wasserwerks entdeckt worden, sie seien aber nie ins Trinkwassernetz gelangt.

Dennoch werde die Belkaw dem Trinkwasser im Bereich des Refrather Wasserwerks vorsorglich noch für zwei bis drei Wochen Chlor begeben. Das geschehe vorsorglich und in Absprache mit dem Kreisgesundheitsamt.

In den kommenden Wochen soll das Wasserwerk Refrath mit allen Anlagenkomponenten gereinigt und desinfiziert werden. Woher die Verunreinigungen stammten werde noch untersucht. Was nun, nachdem die Keime nicht mehr vorhanden sind, jedoch schwierig sei.

Das Chlor hat sich laut Belkaw mittlerweile im gesamten betroffenen Netz-abschnitt gut verbreitet. Die Dosierung richte sich nach den strengen gesetzlichen Anforderungen der Trinkwasserverordnung.

Das Trinkwasser sei nach wie vor hygienisch einwandfrei, betont die Belkaw. Es sei weiterhin problemlos für alle Anwendungen und den menschlichen Genuss geeignet. Das umfasse auch die Zubereitung von Säuglingsnahrung und den Gebrauch für Haustiere.

Die Belkaw erläutert zudem, das Chlor ein leicht flüchtiges Mittel zur Desinfektion von Trinkwasser ist. Daher sei es sei schon kurze Zeit nach der Entnahme des Wassers aus der Leitung nicht mehr wahrnehmbar.

Das Wasserwerk Refrath versorgt die Stadtteile Asselborn, Bärbroich, Lückerath, Bensberg, Bockenberg, Kaule, Moitz feld, Refrath, Alt-Refrath, Kippekausen, Frankenforst, und Lustheide. Außerdem sind die Kürtener Ortsteile Spitze sowie Dürscheid betroffen, in Overath sind es Klefhaus, Untereschbach, Immekeppel, Mitteleschbach.

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Redaktion

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10 Kommentare

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  1. Das „Trinkwasser“ riecht wie Schwimmbadwasser. Das kann doch nicht gesund sein. Die Chlorung sollte nicht zur Dauerlösung werden. So langsam müsste die Schwachstelle im System auch gefunden und instand gesetzt worden sein. Ich hoffe, dass Sie schon weiter sind als aktuell im Fachbeitrag beschrieben. Da können Ihre Ingenieure mal zeigen, was sie drauf haben.

  2. In Bergisch Gladbach kommt es immer wieder zur Verunreinigung des Trinkwassers. Immer heisst es „Ursache unklar“. Kann man nicht mittlerweile auch mal detailliertere Ermittlungen erwarten bei denen die Herkunft der Verunreinigung durch regelmäßige Messungen Stück für Stück eingegrenzt wird. Wenn ich nur in dem Pott messe, wo alles zusammen kommt, und dann immer Chlor rein gebe wenns mal wieder nicht passt, komme ich der Ursache jedenfalls nicht auf die Spur. Ich finde sowas sollte allerhöchste Priorität genießen, wir können uns als Bürger schließlich nicht aussuchen wo wir das Wasser her nehmen. So lange es als Trinkwasser gilt, ist es einfach keine Bagatelle wenn es verunreinigt ist.

    Der Verdacht liegt doch nahe, dass im näheren Umfeld ein Problem vorliegt.

  3. Herkenrath gehört offensichtlich auch zu den betroffenen Ortsteilen. Wird zwar seit Anfang an nirgendwo erwähnt, aber einige Einwohner dort berichten bei Facebook auch über Chlorgeruch und Chlorgeschmack des Trinkwassers… Kann ich ebenfalls bestätigen …

    1. Wir haben bei der Belkaw nachgefragt, Teile von Herkenrath werden tatsächlich über das Refrather Wasserwerk versorgt und sind daher ebenfalls betroffen.

  4. Gut, dass die Unregelmäßigkeiten aufgefallen sind und entgegen gewirkt wurde. Das Wasser ist durch die Zugabe von Chlor keinesfalls schlechter und wir nutzen es genauso wie vorher. In den USA wird zum Beispiel das Wasser grundsätzlich gechlort und hat keinerlei Nebenwirkungen.

    1. Nun sind die USA auch ein großer Absatzmarkt für private Wasserfilter aller Art. Amerikaner schauen auch schon mal verwundert, wenn in Deutschland jemand unfiltriertes Kranenburger trinkt. Das die Risiken des eigenen Softdrinkkonsums dabei nicht gewürdigt werden, ist eine andere Sache.
      Trotz allem ist die Pressemeldung der Belkaw in diesem Punkt mit Sicherheit nicht wahr: das Chlor „sei schon kurze Zeit nach der Entnahme des Wassers aus der Leitung nicht mehr wahrnehmbar“.

  5. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    Wir erleben Arroganz des (natürlichen) Monopolisten. Man zahlt hier als Bürger Spitzenpreise bei Ver- und Entsorgung des Wassers. Wurden die Bürger über das Thema via Wurfsendungen informiert? Eine rhetorische Frage, aber die Antwort ist nein. Papier wird lieber für das Kundenmagazin „Tag & Nacht“ verschwendet als es sinnvoll einzusetzen und die Kunden darüber zu informieren, dass das Wasser mal wieder verkeimt wurde, man nicht weiß wieso und dass man einfach mit dem Holzhammer, in diesem Fall Chlor reagiert. Jetzt wird vorauseilend gegen nicht mehr vorhandene Keime gechlort.

    Das Wasser stinkt sicher nicht nur mir, wie in den Kommentaren der Betroffenen im ersten Artikel zum Thema zu lesen ist. Belkaw, wie wäre es mit einer Lösung, engere Kontrollen statt Chlor oder Gutscheine für Wasser in Flaschen (Kostenrelation sollte dort bekannt sein)?

    1. Den Kommentar kann ich nicht nachvollziehen.
      Das es in Teilen von Bergisch Gladbach Verunreinigungen mit dem Wasser gab und Chlor zugesetzt wurde, habe ich sogar in Norwegen erfahren.
      Da braucht mein Briefkasten nicht mit unsinnigen Zettelchen, die eh ungelesen ins Altpapier wandern, verstopft zu werden.

      Kleiner Tipp : Ab und an seriöse Tagespresse lesen !
      Gibt’s u.a. auch online
      Oder Bürgerportal, das scheinen Sie doch auch zu lesen. Da stand es auch drin.
      Selbst in Norwegen ;-)

      Wir sollten froh sein, einen Wasserversorger zu haben, der seine Aufgaben, der Bevölkerung einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, sehr ernst nimmt.

      Bei einem privaten gewinnorientierten Versorger sässen wir längst mit Bauchschmerzen stundenlang auf dem Klo.

      Das Kundenmagazin “ Tag und Nacht“ ist übrigens sehr informativ. Wem die Artikel zu schwer sind, findet hübsche Kochrezepte.
      Ist für jeden was dabei.

      Diese Meckerkultur gerade bei uns wird immer unerträglicher!

      1. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

        Die unsinnigen Zettelchen sind „Kundenmagazine“, die oberflächlich über Themen berichten, die an anderer Stelle ausführlicher behandelt werden und dazu nicht über die Wasser-, Strom- und Gaskosten den Menschen in Rechnung gestellt werden. Es mich freut aber, dass Ihnen die „hübschen Kochrezepte“ gefallen. Ich brauche keine Rentnerbravo 2.0 von der Belkaw. Stattdessen wäre eine aktuelle Information über das Produkt Trinkwasser sinnvoll, denn es hat zunächst eine Keimbelastung gegeben und nun wird, nachdem keine Keime mehr nachgewiesen werden können, gechlort.

        Vielleicht denken Sie einmal kurz über Ihren Horizont hinaus: es gibt Menschen, die lesen keine Tageszeitung oder in diesem Portal, z. B. Eltern, die gerade Nachwuchs bekommen haben und nicht die Zeit für längere Lektüren haben. Wenn andere Produkte Mängel aufweisen, wird auch mit Rückrufen reagiert und informiert, bei technischen Geräten wird auch jeder bekannte Kunde angeschrieben.

        Ja, Grenzwerte werden von der Belkaw sicher eingehalten. Grenzwerte werden aber nach best-practise entwickelt und sind bieten keine absolute Sicherheit. Ob man seinem Säugling chlorhaltiges Wasser geben möchte, kann man besser entscheiden, wenn man darüber informiert ist.

        Als 2016 die Wasserrohre in Gladbach mit Mehl abgedichtet wurden, wochenlang Chlor im Wasser war, die Belkaw ahnungslos war, waren wir genau in dieser Situation und unseren gerade geborenen Sohn haben wir nicht an den Krisenbewältigungsversuchen teilhaben lassen und für die Babynahrung Wasser in Flaschen gekauft. Das Chlor konnte man damals auch riechen bevor irgendwas in der Presse stand. Am Krisenmanagement hat sich seither offenbar wenig getan. Die Belkaw kennt bis heute die Ursache der Probleme an den Brunnen nicht, die Keime sind weg, es wird trotzdem weiter Chlor ins Wasser zugegeben und man versucht es mit einer Reinigungsaktion ins Blaue hinein.

    2. Herr Bensberger, Sie sind ja offenbar sehr gut über die Alternativen zum Chloren des Wassers informiert. Wenn Chlor der Holzhammer ist, wie sollte denn Ihrer Meinung nach sonst die Keimfreiheit des Trinkwassers gewährleistet werden?

      Dass es ohnehin schon enge Kontrollen gibt, liegt auf der Hand, sonst wäre die Verkeimung nicht aufgefallen, ehe sie im gelieferten Wasser feststellbar gewesen wäre. Und wozu wollen Sie Wasser in Flaschen verwenden? Das Wasser aus der Leitung ist ja ohne weiteres trinkbar. Mögen Sie lieber den Plastikgeschmack der PET-Flaschen?