Bergisch Gladbach ist eine Korfball-Hochburg, die Vereine sind auf die Hallen angewiesen. Foto: TuS Schildgen

Trotz der Energiekrise will die Stadtverwaltung die Turnhallen der Schulen so lange wie möglich für die Vereine offen halten. Bedingung dafür sei aber eine Reihe von einschneidenden Sparmaßnahmen. Sie betreffen vor allem Heizung und Warmwasser, aber auch Veranstaltungen außerhalb der Reihe.

Nach der Corona-Pandemie drohen den Sportvereinen neue Einschränkungen: Russlands Krieg gegen die Ukraine treibt die Preise für Strom und Gas so weit in die Höhe, dass der Betrieb der Sport- und Turnhallen zu einer Belastung für die städtischen Finanzen geworden ist. Dennoch sollen die Hallen, die von Schulen und Vereinen intensiv genutzt werden, offen bleiben, so die einhellige Meinung in Politik und Verwaltung. Der aktuelle Trainings-, Ligen-, und Wettkampfbetrieb solle „so lange wie möglich“ aufrecht erhalten bleiben.

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Das teilten Bürgermeister Frank Stein, der zuständige Beigeordnete Ragnar Migenda und Dettlef Rockenberg, Leiter des zuständigen Fachbereichs, jetzt dem Stadtsportverband und den Vereinen mit. Bedingung dafür seien jedoch eine Reihe von Energie-Sparmaßnahmen.

Um möglichst allen Interessen gerecht zu werden seien diese Maßnahmen erarbeitet worden, die kurzfristig umgesetzt werden:

  • Abstellen von Warmwasser für Duschen und Waschbecken
  • Heizperiode in den Turn- und Sporthallen reduzieren (Nov. bis März, wo technisch möglich, sofern für Bausubstanz unschädlich und kein massiver Kälteeinbruch zwischen April und Oktober stattfindet)
  • Absenkung der Grund- / Regeltemperatur in den Turn- und Sporthallen auf 16 Grad, sofern es technisch möglich ist, ansonsten bleibt die Heizung an
  • Verzicht auf Tages- und Wochenendturniere der nutzenden Vereine außerhalb des Ligabetriebes
  • Grundsätzlicher Verzicht auf Testspiele an den Wochenenden (Vorbereitungsspiele der Fußballer in der Winterpause (draußen) und übrige Testspiele der Hallensportler; grundsätzlich ist es möglich, dass diese nach Anmeldung in den eigenen Trainingszeiten stattfinden)

Harte Einschnitte für den Breitensport

„Uns allen ist bewusst, dass dies harte Einschnitte für den Breitensport sind, aber wir hoffen auf das Verständnis für die nötigen und teilweise auch sehr schmerzlichen Maßnahmen“, sagte Bürgermeister Stein. Aber nur so ließen sich komplette Hallenschließungen im Winter vermeiden.

Der Vorstand des Stadtsportverbands hat sich mit den Maßnahmen bereits befasst und stimmt zu. Er sehe „die Notwendigkeit dieser Maßnahmen und unterstützt sie, soweit alle Kinder-, Jugend und Seniorensportgruppen, sowie der Trainings- und Spielbetrieb weiterhin stattfinden kann“, gibt der Vorstand zu Protokoll.

Zudem begrüße der Stadtsportverband eine Absichtserklärung der Stadt, diejenigen Vereine zu unterstützen, die selbst durch die Energiekosten in Existenznöte geraten.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Aber Hallo

    als positiv anzusehen ist die Zusage/Absicht Trainings- und Spielbetrieb weiter zu ermöglichen. Schliesslich ist die von Medizinerseite postulierte Notwendigkeit von „Bewegung“ durch die Energiekriese nicht ungültig geworden?! Abgesenkte Raumtemperaturen – OK – aber bitte nicht im gesundheitsschädlichen Mass!

    Im Kaltwasserduschen sehe ich keine Energie-Einsparung – eher eine erhöhte Gesundheitsgefährdung! Wer nach dem Sport – nassgeschwitzt – ohne duschen zu können zu Fuss oder mit dem Fahrrad den Heimweg antritt ist in erhöhtem Masse erkältungsgefährdet! Ebenso die starken – vermeintlich abgehärteten Kerle, die zeigen müssen, dass sie sich vor Kaltduschen nicht fürchten! Was passiert danach zuhause? Jeder stellt sich unter die eigene warme Dusche und sicher weit ausgiebiger, als in der Turnhallendusche – wo der nächste schon auf den Wasserstrahl wartet! Folge: wir haben volkswirtschaftlich einen verdoppelten Energie-Verbrauch von russischem Gas – statt der angestrebten Einsparung! Richtig ist natürlich, dass in diesem Fall die Stadt keine Energiekosten mehr hat (sondern der Sportler – privat!). Wer seinen nassgeschwitzten Körper (auch im Auto) mit einem warmen Steppanorak schützt – wird diesen öfter waschen müssen – was weitere Energie kostet! Kalte Turnhallenduschen sind keine gute Idee!

  2. Ab wann sollen denn diese Regelungen gelten? Jetzt für die Herbstferien sind ja noch einige Jugendcamps abgesetzt – u.a. für den langen Verzichte unter Corona („als Corona-Ausgleich“).