Fotos: DRK

Zum ersten Mal seit drei Jahren konnte sich der DRK-Ortsverein wieder zu einer Jahreshauptversammlung in Präsenz treffen, Bilanz ziehen, sich neu aufstellen und für viele neue Aufgaben wappnen. Zudem wurde Sylvia Zanders nach 40 Jahren als Vize-Vorsitzende verabschiedet.

Gut gefüllt war der Saal im „Engel am Dom“ an der Gnadenkirche in Bergisch Gladbach bei der Jahreshauptversammlung des DRK-Ortsvereins Bergisch Gladbach e.V. Nach rund drei Jahren konnten sich die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes aus Bergisch Gladbach-Stadtmitte wieder persönlich treffen und circa 45 Frauen und Männer nutzen die Gelegenheit der Teilnahme.

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Dr. Ralph Laske als 1. Vorsitzender begrüßte die Anwesenden, darunter auch Dr. Gerhard Schmitz als Ehren-Vorsitzender und die aktuelle Vorstandsriege.

Bewährter Bereitsschaftsleiter erneut gewählt

Zuvor wurden die Wahlen der Bereitschaftsleitung durchgeführt. Guido Meyer heißt der alte und neue Bereitschaftsleiter. Der 55-Jährige organisiert die Ad-hoc-Einsätze, beispielsweise die Impfaktion zur Corona-Krise, gemeinsam mit dem Kreisverband den Einsatz bei der Flut im Juli 2021 sowie den kurzfristigen Aufbau einer Flüchtlingsunterkunft im Auftrag der Stadt Bergisch Gladbach.

„Das geht nur mit einem guten Team und vielen Menschen, die sich für die gute Sache einsetzen“, stellt er fest. Seit 40 Jahren ist Guido Meyer DRK-Mitglied und sein Einsatz ist ungebremst hoch.

Gemeinsam mit drei Stellvertretern wird er in Zukunft die Aufgaben wahrnehmen. „Dazu zählen auch die Getränkeausgabe beim Stadtlauf und die Betreuung der Martinszüge und der Karnevalsveranstaltungen. In den letzten 30 Monaten war dies stark eingeschränkt, umso mehr freuen wir uns auf die anstehende Normalität. Natürlich ist immer das Ziel, dass die Dienste des DRK nicht in Anspruch genommen werden müssen“, betont Guido Meyer. 

Die Stellvertreter sind: Christian Nicolai, Simon Groß sowie Frank Bardenheuer.

Dr. Laske dankte dem Bereitschaftsteam für die geleistete Arbeit. Für die Impfaktion, das Hochwasser sowie den Ukraine-Hilfs-Einsatz wurden Urkunden und Auszeichnungen verliehen. „Das ist zwar nur ein Symbol, es unterstreicht aber die Bedeutung, dass Ihr Euch in unserer Gesellschaft für jede Art von Notlagen einsetzt. Das ist nicht selbstverständlich und ich möchte mich ausdrücklich dafür bedanken“, betonte der Vorsitzende unter großem Applaus der Anwesenden.

Langjährige Mitglieder geehrt

Ebenfalls nicht selbstverständlich ist die langjährige Mitgliedschaft beim DRK-Ortsverein. Auch hier gab es Ehrungen. Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden neben Guido Meyer noch Sascha Groß, Jochen Brand, Klaus Burbach sowie die Stellvertretende Vorsitzende Sylvia Zanders ausgezeichnet.

Aktuell beträgt der Mitgliederbestand im Jahr 2022 50 Frauen und Männer sowie 15 Kinder und Jugendliche, die im Jugend-Rot-Kreuz organisiert sind. Dabei sind die Aufgaben vielfältig, wie der Jahresbericht belegte. Dieser wurde von Christian Nicolai präsentiert.

700 Liter Blut pro Jahr

Bekannt im Stadtgebiet ist das DRK natürlich durch die regelmäßigen Blutspendetermine. Diese Aufgabe wird ehrenamtlich organisiert. Zwischen 20 und 23 Termine pro Jahr werden angeboten, im Schnitt kommen 68 Spenderinnen und Spender.

Angela Heider verantwortet den Aufgabenbereich und konnte berichten, dass nach den großen Einschränkungen der ersten Wellen der Corona-Pandemie nun wieder etwas Normalität eintritt. Circa 700 Liter Blut können jährlich für das Gesundheitssystem gesammelt werden. Dies ist lebensnotwendig im wahrsten Sinne des Wortes.

Ebenfalls bekannt ist das DRK für die Kleidersammlung. Hier werden auch 2022 wieder Tüten verbunden mit der Bitte um eine Kleiderspende an die 25.000 Haushalte in den Stadtteilen Stadtmitte, Gladbach, Hebborn, Heidkamp, Paffrath, Katterbach, Schildgen, Rommerscheid und Romaney verteilt. Der nächste Sammeltermin steht auch schon fest. Am Samstag, den 22. Oktober 2022, fahren die Fahrzeuge durch die Straßen.

Die Kleidung wird sortiert und dann entweder in der Kleiderkammer oder über einen Entsorger verwertet, erläutert Christian Nicolai das System. Mit den Einnahmen kann der Vereinsbetrieb aufrechterhalten werden. Und das ist dann die notwendige Grundlage für die Einsätze des Bereitschaftsdienstes.

Bei allen Notlagen im Einsatz

Hier treffen sich einmal im Monat die Aktiven, um die verschiedenen Einsätze zu proben. Denn das DRK ist bei allen Notlagen im Einsatz. Verletzte bergen und versorgen bis dann weitere Rettungsmittel vor Ort sind, ist ein Beispiel, aber auch der Sanitätsdienst bei Veranstaltungen wie Martinszüge und Karnevalssitzungen.

Auch wurde im März 2022 – ähnlich wie bereits im Juli 2015 – der Aufbau von Notunterkünften für Kriegsvertriebene und Flüchtlinge unterstützt. Dabei profitiert der Ortsverein von viel Knowhow und erfahrenen Mitgliedern. Im Anschluss hat dann die Stadt Bergisch Gladbach die Betreuung für das Containerdorf in Lückerath sowie der Hermann-Löns-Halle in der Stadtmitte dem hauptamtlichen Kreisverband übertragen.

Ehrenamt und Hautamt – Hand in Hand

„Hier arbeiten Ehrenamt und Hauptamt – ähnlich wie bei der Feuerwehr – Hand in Hand“, erklärt Dr. Ralph Laske vom Ortsverein. In der Notsituation agieren die Ehrenamtler bis dann ein Konzept konkret – am Beispiel der Flüchtlingshilfe – mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern bzw. Betreuerinnen und Betreuern vom Kreisverband umgesetzt wird.

„Unsere Jugendliche gehen regelmäßig in die Hermann-Löns-Halle, wo Kriegsvertriebene aus der Ukraine, darunter auch Mädchen und Jungen unter 18 Jahren leben“, beschreibt Cornelia Rüdig als Leiterin des Jugendrotkreuzes den Einsatz des Nachwuchses. Mit gemeinsamen Spielen werden die Sprachbarrieren schnell überbrückt, für die Kinder und Jugendlichen eine willkommene Abwechslung im Alltag.

Sylvia Zanders verlässt den Vorstand

Teil dieser großen DRK-Familie war und ist mit Sylvia Zanders eine sehr engagierte Bergisch Gladbacherin. 1982 entschied das Mitglied der Unternehmensfamilie Zanders sich für die gute Sache einzusetzen. Zu dem Zeitpunkt war sie vierfache Mutter, bis heute sind 14 Enkelkinder hinzugekommen.

Die Vorstandsarbeit war für Sylvia Zanders seit vier Jahrzehnten Ehrensache. Ehemann Wolfgang Zanders musste den einen oder anderen Abend ohne sie verbringen. Diese Ära wurde nun auf Wunsch der Rot-Kreuzlerin beendet.

„Liebe Sylvia, uns fällt es sehr schwer, Dich aus dem Vorstand gehen zu lassen“, betonte Ralph Laske, der seit 2004 mit seiner Stellvertreterin immer gut zusammengearbeitet hat. Als Erinnerung für viele bewegte Zeiten überreichte er ein Foto mit dem DRK-Team vor dem Bergischen Löwen beim Besuch des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck in Bergisch Gladbach im November 2015 anlässlich der Hochphase des Flüchtlingszuzugs.

 „Aber wir wollen Dich auch in unserer Mitte behalten, schließlich bist Du seit 40 Jahren Mitglied“, betonte der 1. Vorsitzende. „Daher wählen wir Dich zur Ehrenvorsitzenden“, erklärte er unter stehendem Applaus der Mitglieder.

„Darüber freue ich mich außerordentlich“, zeigte sich Sylvia Zanders sichtlich berührt. Sie bedankte sich für die spannende und arbeitsreiche Zeit und spendete zum Abschied aus dem aktiven Vorstand 3.000 Euro für die Vereinsarbeit. „Eine tolle Geste“, freuten sich die Mitglieder des Ortsvereins.

Neuer Vorstand gewählt

Nach der Verabschiedung von Sylvia Zanders folgten die Entlastung des Vorstands sowie die Vorstellung der alten und neuen Kandidaten für die Neuwahl des Vorstands:

  • Dr. Ralph Laske als 1. Vorsitzender,
  • Norbert Wingensiefen (Schatzmeister),
  • Cornelia Rüdig (Jugendrotkreuz),
  • Guido Meyer (Bereitschaftsdienst),
  • Dr. Guido Klempt (Bereitschaftsarzt),
  • Angela Heider (Blutspende),
  • Karin Martini (Beisitzerin),
  • Robert Moritz (Beisitzer)

stellten sich zu Wiederwahl.

Neu zur Wahl standen

  • Marion Linnenbrink als Stellvertretende Vorsitzende
  • Michael Groß als Beisitzer.

Die Mitglieder wählten den Vorstand einstimmig ohne Gegenstimme bei zwei Enthaltungen. „Dies freut mich außerordentlich und bestätigt unsere Arbeit“, betonte Dr. Laske im Namen seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Neubau in der Jakobstraße wird neu geplant

Eine große Aufgabe steht in den nächsten Monaten an. Zuständig ist Vorstandsmitglied Norbert Wingensiefen, es geht um die Planung und Finanzierung einer neuen Geschäftsstelle an der Jakobstraße. Das alte Gebäude ist leer und marode, es muss abgerissen werden. Geplant wird ein dreigeschossiger Neubau, der neben der Geschäftsstelle auch für eine Demenz-Wohngemeinschaft beherbergen wird. Zudem werden Umkleiden, Sanitäranlagen und Aufenthaltsräume für die verschiedenen Abteilungen entstehen.

„Die Planung musste aus Kostengründen nochmal angepackt werden“, zeigte sich Norbert Wingensiefen ehrlich. Welche Art Heizung? Kommt ein Keller dazu? Was können und was wollen wir uns leisten, auch angesichts der steigenden Preise und der hohen Energiekosten? Diese Fragen sind zu beantworten.

Das Großprojekt ist die Basis für die Zukunft des Vereins, daher wurde auch lange und ausführlich über die Planung diskutiert. Gemeinsam mit dem Architekten wird der Bauantrag vorbereitet, so dass 2023 mit den ersten sichtbaren Schritten gerechnet wird.

Nach rund drei Stunden endete die Versammlung. Alle Beteiligten freuen sich auf die nächsten Aufgaben und viele Aktivitäten des Ortsverbands.

Wer sich für eine Mitarbeit und Mitgliedschaft in den verschiedenen Bereichen interessiert, der findet die Ansprechpartner und Informationen auf der Webseite. Kontakt per Mail: info@drk-ovgl.de

Kinder und Jugendliche sind genauso willkommen, wie Erwachsene. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, für alle Bereiche gibt es Schulungen und Fortbildungen.

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