Das Gebäude der AOK soll ab 2026 als Stadthaus genutzt werden.

Die monatlichen Kosten für die Anmietung des AOK-Gebäudes als neues Stadthaus belaufen sich auf rund 100.000 Euro. Ein Preis, der auch bei Immobilien-Experten auf Verwunderung gestoßen war. Die hohen Modernisierungskosten und einige andere Faktoren rechtfertigten diesen Preis jedoch, erläutert die Stadtverwaltung.

Eine Nettokaltmiete von 18,95 Euro pro Quadratmeter will die Stadt für das derzeitige AOK-Gebäude bezahlen, das ab 2026 als neues Stadthaus dienen soll. Das summiert sich auf knapp 1,2 Millionen Euro, zudem kann die Vicoletta Immobiliengesellschaft Heidelberg mbH & Co. KG die Miete pro Jahr um maximal fünf Prozent anheben.

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Mietvertrag für neues Stadthaus „in greifbarer Nähe“

Die Stadt hat die Verhandlungen zur Anmietung des bisherigen AOK-Gebäudes in der Bensberger Straße weit voran getrieben – der Stadtrat soll in seiner nächsten Sitzung über einen 25-jährigen Mietvertrag mit einer monatlichen Miete von rund 100.000 Euro entscheiden. Ganz so schnell wie zunächst gehofft wird es mit dem Umzug aus den alten maroden Stadthäuser jedoch nichts werden. Zudem wird nicht für alle Beschäftigten genug Platz sein.

Diese Zahlen haben nicht nur viele Leser:innen überrascht, sondern auch einige Immobilien-Fachleute in der Stadt. Vergleichbare Büroflächen seien bereits ab 12 Euro zu haben, wenn auch Gebäude in dieser Größe kaum zu haben seien.

Wir haben bei der Stadtverwaltung nachgefragt, wodurch dieser hohe Mietzins gerechtfertigt sei.

Die Stadt antwortet, dass vor allem die erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die mit allen Risiken vom Vermieter getragen werden, ein gewichtiger Grund seien. Das Gebäude soll vor allem energetisch aufgerüstet werden. Zudem sei der künftige Ausstattungsgrad des Gebäudes hoch. Und auch die Umsatzsteuer müsse berücksichtigt werden.

Alles das spreche „sehr deutlich dafür, dass das AOK-Gebäude auch hinsichtlich der Mietkonditionen eine Chance bietet, die sich nicht alle Tage ergibt“, fasst die Verwaltung ihre Position zusammen.

Der Mietpreis sei zudem im Zuge der Vertragsverhandlungen sehr gründlich geprüft worden, mit Hilfe externer Experten. Die Stadt habe dazu eine Mietmarktanalyse bei EY Real Estate in Auftrag gegeben – und die habe die Wirtschaftlichkeit der Mietpreisforderung bestätigt.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. Die Mietkosten sind erstmal eine Hausnummer, keine Frage. Ein Irrglaube ist es allerdings zu glauben, dass ein neues Stadthaus einmalig € 100 Mio. kosten würde, damit alles erledigt sei und die Stadt auch noch Eigentum für sich geschaffen habe.
    Was ist aber mit der Finanzierung dieser Summe? Die Mittel müssen beschafft werden und können nicht dem Haushalt entnommen werden. Bei niedrig angesetzten 1% Zinsen, wären wir auch schon wieder bei 1 Mio. Euro pro Jahr. Was ist mit den Instandhaltungskosten? Auch bei einem Neubau fällt über 25 bzw. 50 Jahre Nutzungsdauer eine erhebliche Summe für die Erhaltung des Gebäudes an.

  2. Es erscheint mir ziemlich unsinnig, bei den hier angegebenen Mietkosten für ein Stadthaus einen Vergleich mit einem Neubau abzulehnen. Einziges Plus für das AOK-Gebäude, dass es angeblich schneller zu beziehen ist wie ein Neubau. Preiswerter auf 25 JAher gesehen ist es mit Sicherheit nicht, denn Sanierungen des auch nicht jungen Gebäudes werden nach 10 Jahren sicher zu Buche schlagen. Ein weiteres Argument der Stadt lässt sich denken, denn mit einem Neubau muss sich die recht zäh arbeitende Verwaltung, wie viele Bauantragende wissen, herumschlagen, was sie wiederum noch langsamer machen würde.

  3. Also ich denke bei 30-50 Millionen € Mietkosten auf 25 Jahre hätte man bestimmt ein schönes Stadthaus bauen können, wo alle reingepasst hätten. Und das auch noch nach den eigenen Bedürfnissen.

    1. Denken Sie das? Können Sie das auch begründen? Denn denken allein stellt ja kein faktenbasiertes Argument dar.