Das neue Leitungsteam der Kreativitätsschule: Sigrid Brenner und André Eigenbrod, Fotos: Holger Crump

Die Kreativitätsschule in Refrath gehört zu den größten Jugendkunstschulen in NRW. Seit diesem Sommer wird die Krea von einer Doppelspitze geführt. Sigrid Brenner und André Eigenbrod betonen, dass sie einige neue Akzente setzen, Angebote und Gebühren aber konstant bleiben. Angesichts der Energiekrise benötige die kulturelle Bildung Unterstützung.

Eine Ära ging vergangenen Sommer zu Ende: Nach 35 Jahren übergab Ulla Forster die Geschäftsleitung der Krea an Sigrid Brenner und André Eigenbrod. „Eine Doppelspitze ist zeitgemäß und für uns selbstverständlich, wir bringen Kompetenzen aus verschiedenen Bereichen der Krea ein“, betont Eigenbrod bei der Vorstellung des neuen Leitungsteams.

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Doppelspitze

Sigrid Brenner arbeitet seit 2005 an der Jugendkunstschule, studierte Pädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik und baute ab 2007 den Krea-Jugendclub mit auf, lehrte bis 2017 Medienpädagogik an der Uni Köln. Zu ihren Schwerpunkten gehört urbane Jugendkulturarbeit wie Hip Hop und Video.

André Eigenbrod arbeitet seit über 25 Jahren an der Krea. Er studierte Sozialpädagogik, sein Fokus liegt im Bereich Kulturpädagogik. Eigenbrod war zuletzt als stellvertretender Leiter der Krea aktiv und kümmerte sich vor allem um die Organisation des Gesamtangebotes.

Kreativitätsschule Bergisch Gladbach e.V.
Die Einrichtung kümmert sich seit 40 Jahren um kulturellen Kinder- und Jugendarbeit in Bergisch Gladbach und betreibt dazu Angebote wie die Kreativitätsschule mit Angeboten in Kunst, Musik und neuen Medien. Hinzu kommen ein Jugendclub, mobile Netzwerkarbeit sowie Angebote der Tagespflege.
Weitere Infos zu Kursen und Angeboten auf der Webseite und im Jahresbericht 2021

„Ich freue mich, dass mit den beiden Pädagogen die Leitung der Krea durch langjährige Mitarbeiter übernommen wird“, betont Helga Niekammer, stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Teamarbeit

Einen besonderen Schwerpunkt solle künftig die Vernetzung der Teams in der Krea bilden, betonen die beiden neuen Geschäftsführer. Neben 12 fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern koordiniert die Krea 60 freie Kräfte. Die verteilen sich auf Angebote wie Kreativitätsschule, Jugendclub, mobile Krea oder Spielgruppen und Tagespflege in der Stadt. Sie würden sich teilweise nur aus der Ferne kennen.

„Wir wollen die interdisziplinäre Arbeit fördern, aber auch verstärkt auf die Ideen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingehen und diese weiterentwickeln“, betont Eigenbrod.

Aktuell münde dies zum Beispiel in Fortbildungsangebote für Fachkräfte aus Offenen Ganztagsschulen in der Stadt. „Mit Musik, Kunst und digitalen Angeboten bieten wir sehr praktische Möglichkeiten für deren Arbeit“, sagt Sigrid Brenner.

„Solche Angebote können wir entwickeln, wenn wir interdisziplinär aus dem Riesenpotential schöpfen, über dass wir in unseren Betriebsstätten verfügen“, freut sich André Eigenbrod.

Foto: Krea

Vernetzung zum Think Tank

Die Krea gehört zu den größten Jugendkunstschulen in NRW. Klar, dass man in dieser Rolle auch eine übergeordnete Position einnimmt.

So habe man ein Netzwerk mit der Jugendkunstschule „Bleiberger Fabrik“ in Aachen sowie dem „Kreativ-Haus“ in Münster gebildet. Und einen Think Tank der drei größten Jugendkunstschulen in NRW gebildet – in punkto, Personal, Angebot und finanzieller Ausstattung.

„Da geht es um den Austausch über unsere Arbeit, um Qualitätsstandards, um die weitere Professionalisierung der Arbeit“, schildert Eigenbrod. Gemeinsame Projekte seien indes nicht geplant.

Konstantes Angebot, Appell zur Unterstützung

Finanziert werde die Krea zu 60 Prozent durch öffentliche Fördermittel, 40 Prozent erwirtschafte die Jugendkunstschule selbst. Die Fördermittel seien in der Vergangenheit stetig gestiegen, heißt es. Aktuell stagniere die Förderung – sicher auch eine Reaktion auf die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage.

Foto: Krea

„Die Teilnehmerbeiträge hier an der Krea sollen gleichwohl konstant bleiben“ macht Eigenbrod klar, „unsere Angebote sollen Kinder und auch Erwachsene aller Schichten ansprechen.“ Auch inhaltlich wolle man das Angebot stabil halten, auf bestehendem Niveau.

Gleichwohl – die Energiekrise geht auch an der Krea nicht vorbei, die einige Betriebsstätten in der Stadt betreibt: „Wir brauchen eine Energiepauschale, um gesund über die Runden zu kommen“, appelliert der neue Leiter an die öffentliche Hand.

Neue Angebote, digitale Anmeldung

Digital geht es nicht nur bei den Angeboten für die Schülerinnen und Schüler der Krea zu. Auch bei der Verwaltung der vielen Angebote geht man einen Schritt weiter und setzt künftig auf die Online-Anmeldung.

Ein gedrucktes Programm werde es trotzdem geben, „um die Vielfalt unserer Angebote deutlich zumachen“, so Eigenbrod. Das wird im neuen Format und Layout daherkommen.

Man darf darauf gespannt sein. Inhaltlich setze man auf Bewährtes, machen die beiden neuen Geschäftsführer klar.

Ergänzt um neue Aspekte: „So wird es einen Maker-Space geben, der mit der Kombination von Analogem und Digitalem einen neuen Trend aufgreift“, freut sich Sigrid Brenner. Und auch der 3D-Druck hält Einzug in die Krea.

„Wir wollen Kinder mit dem Virus der Kunst infizieren“, gibt Eigenbrod die Richtung der Krea vor. Hier vor Ort stelle man wichtige Weichen, nehme man Kinder ernst: „Hier kann jeder was!“

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Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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1 Kommentar

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  1. Schade, wenn man, um für sich zu werben, meint, Sprüche nutzen zu müssen, die nicht auf dem eigenen Mist gewachsen sind. Ich denke, daß es kein Zufall ist, daß sowohl die Überschrift zum Artikel als auch der Satz von Herrn Eisenbrod „Wir wollen Kinder mit dem Virus der Kunst infizieren.“ dem meinen auf meiner website und dort in der Sparte zu meinem Werdegang so ähnlich sehen, daß man, denk´ ich ma´, durchaus von Plagiat sprechen darf –