Der Verschönerungsverein nimmt für sich in Anspruch, der älteste Verein der Stadt zu sein. In dieser Tradition hat er sich auch um die Dampfspeicherlokomotive auf dem Zanders-Areal gekümmert. Die Restaurierung wurde durchgeführt von Werner von Rymon, der Anfang der 1980er Jahre bei Zanders als Motorenschlosser gearbeitet hatte.

Rund ein halbes Jahr hat der Schlossermeister Werner von Rymon die denkmalgeschützte feuerlose Dampfspeicherlokomotive auf dem Zanders-Gelände umfassend restauriert. Erneuert wurden unter anderem die großen Kesselbleche, der komplette Boden des Führerhauses sowie verschiedene Einzelbleche, die aufgrund des Denkmalschutzes neu aus blankem Eisen gewalzt und geschnitten werden mussten.

Jetzt hat der Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V., der die Sanierung angestoßen und ermöglicht hat, dieses Wahrzeichen der ehemaligen Firma Zanders offiziell an Bürgermeister Frank Stein übergeben.

Bei der Übergabezeremonie erinnerte Frank Stein daran, dass das Ende der Papierproduktion auf der einen Seite bedauerlich war und weiterhin nachdenklich stimmt. „Auf der anderen Seite sind aber Dinge, die uns und die Generationen, die nach uns kommen, daran erinnern, was hier war und es anschaulich machen, von großer Bedeutung. Deswegen bin ich sehr glücklich, dass es möglich war, diese Lok zu sichern und sie für die Zukunft erhalten bleibt“, so der Bürgermeister weiter. 

Auch mit Blick auf die Zukunft des Zanders-Areals sei „Emma“ ein erster Vorgeschmack auf das neue Stadtquartier, der neugierig machen soll: „Denn es werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sehr viele Menschen hier hinkommen, hier leben, hier arbeiten.“

Handwerker von echtem Schrot und Korn

Werner von Rymon, der Anfang der 1980er Jahre bei der Firma Zanders als Motorenschlosser arbeitete, bedankte sich für das Vertrauen, dass ihm die Stadt Bergisch Gladbach entgegengebracht habe – und dies nicht nur bei diesem, sondern auch bei zahllosen weiteren Aufträgen, die er über die Jahre als selbstständiger Handwerksmeister für die Stadt ausgeführt hat.

Die Restaurierung sei sein letztes großes Projekt für die Stadt. Die Arbeit an der Lok, die ihm seit seiner Zeit bei Zanders ans Herz gewachsen ist, erfüllt ihn auch mit Stolz: „Es ist ergreifend, so eine Lok zu reparieren, die man noch von früher kennt.“

Auch Karl Hubert Hagen, erster Vorsitzender des Verschönerungsvereins, betonte, dass man als ältester aktiver Verein der Stadt stolz sei, wieder eine weitere Spur in Bergisch Gladbach zu hinterlassen – auch wenn er anfangs selbst skeptisch war angesichts des Zustands der Lok.

Bevor er Bürgermeister Stein symbolisch einen überdimensionierten Schraubenschlüssel, der zur Originalausstattung der Dampflok gehört, überreichte, galt sein Dank allen Beteiligten, aber vor allem Werner von Rymon, „einem Handwerker von echtem Schrot und Korn, wie man sie braucht.“

Schon vor mehr als 100 Jahren klimafreundlich

Die denkmalgerechte Instandsetzung des industriekulturell wichtigen Wahrzeichens der ehemaligen Firma Zanders wurde mit Hilfe von Mitteln des „Förderprogramms verkehrshistorische Kulturgüter“ des Landes NRW sowie durch die Stadt Bergisch Gladbach und den Verschönerungsverein finanziert.

Die Dampflok ist eines von 13 Baudenkmälern auf dem Zanders-Areal. Sie wurde 1910 von der Düsseldorfer „Aktiengesellschaft für Lokomotivbau Hohenzollern“ hergestellt und fuhr von 1912 bis 1986, noch unter dem Namen „Carl Richard“, über das Firmengelände.

Dafür wurde sie für eine halbe Stunde über das werkseigene Kraftwerk mit Dampf befüllt und konnte dann klimafreundlich für vier Stunden u.a. das Kohlelager befüllen oder Papierschlämme abtransportieren.

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Pressestelle Stadt BGL

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