Die Postkarte von 1914 zeigt die Erzgrube Berzelius in Moitzfeld. Sie war der Grube Weiß und der Grube Luederich eine der ertragreichsten Gruben des Bensberger Erzrevier. Quelle: BGV / Slg. T. Klostermann

Die Dokumentation, Vernetzung und Vermittlung der Zeugnisse des Bensberger Erzreviers hat der Bergische Geschichtsverein Rhein-Berg (BGV) zu einer seinen zentralen Aufgabe gemacht. Dafür erhält er jetzt von der regionalen Kulturförderung des LVR eine kräftige finanzielle Unterstützung.

Ab 2023 stehen dem Bergischen Geschichtsverein für zwei Jahre je 80.000 Euro für die Dokumentation, Aufarbeitung und Präsentation des Bensberger Erzrevier zur Verfügung. Damit sollen die an verschiedenen Stellen vorhandenen Unterlagen gesichert und erschlossen werden, die Standorte kartiert und das vorhandene Wissen nutzerfreundlich in die öffentliche Kulturlandschafts-Datenbank des Landschaftsverbandes Rheinland eingearbeitet werden.

Mit diesem Schritt werde für ihn, so Vereinsvorsitzender Lothar Eschbach, ein langgehegter Wunsch Wirklichkeit: „Das Bensberger Erzrevier, gelegen zwischen Bensberg, Engelskirchen und Lohmar, dessen ergiebigste Gruben mit Grube Weiß, Grube Berzelius
und Grube Lüderich zwischen Moitzfeld, Immekeppel und Untereschbach liegen, hat über Jahrhunderte die Entwicklung unserer Heimat wesentlich geprägt. Wir wollen seine Spuren und Zeugnisse für alle erhalten, sichtbar und erlebbar machen“.

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Wichtige Kooperationspartner

Der BGV kooperiert dabei mit dem Bergischen Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg, das neben einem Schaubergwerk eine überregional, gar
international bedeutende Sammlung von Zeugnissen des frühen Bergbaus beherbergt und mit dem Rheinisch-Bergischen Naturschutzverein, der in seinem geplanten „Haus für alle“ in Overath auch die Folgelandschaften des Erzbergbaus u.a. als Naturschutzgebiet im Blick hat. Als weiterer Partner ist das Netzwerk Industriekultur Bergisches Land mit im Boot.

Der BGV-Vorsitzende Lothar Eschbach dankte ausdrücklich der Kulturabteilung des Rheinisch-Bergischen Kreises als Vermittler und Unterstützer der Antragsstellung, dem Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte beim LVR und dem Amt für Bodendenkmalpflege für die Beratung bei der Vorbereitung des Projektes.

Rundgänge zeigen „Bergbauspuren“ auf

„Wir sind der Überzeugung, dass wir mit diesem Vorhaben das Thema des Erzreviers auf eine neue fachliche Ebene heben und für einen großen Kreis der Bevölkerung attraktiv machen können. Dazu haben wir uns der Mitarbeit ausgewiesener Fachleute versichert und setzen auch weiterhin auf das ehrenamtliche Engagement durch unsere Mitglieder und Freunde und wollen so eigene Aktivitäten mit einbringen,“ betont Eschbach.

So werden auch Rundgänge zum Thema „Bergbauspuren“ in Zukunft auf dem Programm des Vereins stehen.

Neues Geschichte Lokal steht bereit

Für seine Arbeit kann der Verein auf sein neu ausgestattetes Geschichte Lokal in der Kadettenstraße 1, zwischen Bensberger Schloss und Bergischem Museum zurückgreifen, das gerade zeitgerecht mit Hilfe zahlreicher Sponsoren und Helfer hergerichtet und bezogen wurde.

Dort steht Mitarbeitern, Mitgliedern und Gästen neben einem angemessen ausgestatteten Besprechungsraum eine moderne informationstechnische Infrastruktur zur Verfügung, die in Zukunft neben den Sammlungen und der Bibliothek des Vereins die Grundlage der Arbeit bilden. 

Das Projekt kommt auch den bereits bestehenden Arbeitskreisen zugute, die sich seit langem erfolgreich neben der Mundart, der Genealogie im südlichen Bergischen Land auch dem Denkmalschutz und der Stadtbildpflege mit seiner Kulturlandschaft in der Region widmen. Ein guter Start ins Neue Jahr.

Mehr Informationen gibt es auch auf der Website des BGV.

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2 Kommentare

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  1. Ja, Glückwunsch und Grartulation, freue mich auf die Bergbauspuren, die ich einem Freund, dessen Vater im Ruhrgebiet Bergwerke besaß, näher bringen will.

    Jetzt hat man auch schwarz und bunt auf weiß, warum Lothar Eschbach nicht mehr im Bürgerportal stattfindet.