Fahrrad-Piktogramme sollen für mehr Sicherheit sorgen. Symbolfoto: Thomas Merkenich

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat seinen jährlichen Fahrradklima-Test vorgestellt, der die Radfreundlichkeit deutscher Städte bewertet. Bergisch Gladbach erreicht dabei den 37. Platz von 40. Städten bundesweit. Das Ergebnis ist zwar nicht berauschend, doch ist im Vergleich zu den Vorjahren immerhin ein kleines Pluszeichen zu verzeichnen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Fahrradklima 2022 in Bergisch Gladbach leicht verbessert und das ist ein gutes Zeichen. Ein Blick auf die Bewertungskriterien zeigt, dass die Stadt bei der Fahrradfreundlichkeit von Autofahrern eine bessere Bewertung als im Vorjahr erhalten hat. Auch bei der Frage nach der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn gibt es eine leichte Verbesserung. Insgesamt bleibt jedoch noch viel zu tun, um das Fahrradklima in Bergisch Gladbach weiter zu verbessern.

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Der ADFC hat in seinem Bericht einige Handlungsempfehlungen gegeben, wie die Stadtverwaltung das Fahrradklima verbessern könnte. Dazu gehören unter anderem der Ausbau von Fahrradwegen und Fahrradstraßen, eine bessere Abstimmung mit dem öffentlichen Nahverkehr und mehr Fahrradparkplätze in der Innenstadt.

Was die Stadt gemacht hat

Hierzu zählt sicher die Öffnung der Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr, welches für die Radfahrer sehr viel bedeutet. Man kommt schneller von A nach B und das merkt man so richtig, wenn man mal mit dem Auto unterwegs ist.

An der Gohrsmühle sind die Umweltspuren eingeführt worden und an den Einmündungen und Kreuzungen gibt es jetzt rote Furtmarkierungen, welches besonders von externem Radverkehr wahrgenommen wird, weil es das in ihren Kommunen nicht gibt.

Hinweis der Redaktion: Dieser Fahradklimatest ist 2022 erhoben worden; neue Veränderungen wie der Radstreifen auf der Odenthalerstraße sind daher noch nicht erfasst.

Auf den Hochboarden wurden Fahrrad-Piktogramme aufgepinselt, um Radwege ohne Benutzungspflicht erkenntlich zu machen. Die Sanierung des Radweges von Hebborn nach Voiswinkel erfreut sicherlich jeden Radfahrenden. Hinzu kamen die schlauen Wege zur IGP.

Was gibt es von Seiten der Stadt zu tun?

Die Radfahrenden wünschen sich eine bessere Beschilderung der Radwege zwischen den Stadtteilen, evtl. eine Karte um Radwege kenntlich zu machen. Die Parkplätze sind in der Innenstadt immer wieder voll, also mehr davon.

In den nächsten beiden Jahren bis zum nächste Fahrrad-Klimatest können wir uns über neue Radwege auf der Paffrather Straße freuen. Die Laurentiusstraße wird endlich einen neuen Belag erhalten. Fahrbahnwechsel, wie z.B. auf der Dolmannstraße in Refrath werden einfacher sein und die Infrastruktur in Schildgen wird hoffentlich geändert worden sein.

Es bewegt sich etwas

Bergisch Gladbach hat im Fahrradklima-Test 2022 zwar keine Glanzleistung gezeigt, doch es gibt trotzdem Hoffnung auf eine Verbesserung des Fahrradklimas in der Stadt. Die leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr zeigt, dass sich etwas bewegt hat.

Die Stadtverwaltung und alle Verkehrsteilnehmer sind gefragt, um gemeinsam das Fahrradklima in Bergisch Gladbach weiter zu verbessern und die Stadt fahrradfreundlicher zu gestalten.

Der ADFC ist ein Verband von RadlerInnen, die das Ziel verfolgen, den Verkehr fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu gestalten. Neben seinem Engagement für eine umweltbewusste und damit nachhaltige Mobilität berät der ADFC in allen Fragen rund ums Fahrrad. Eine Vielzahl von geführten Radtouren lässt...

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  1. Es ist ebenso falsch wenn Sie schreiben:“ Auf den Hochboarden wurden Fahrrad-Piktogramme aufgepinselt, um Radwege ohne Benutzungspflicht erkenntlich zu machen.“
    Es handelt sich nicht um eine Befreiung der Benutzungspflicht sondern schlicht um eine Zuleitung der Radfahrenden auf den Gehweg. Der Gehweg ist für Fußgänger vorgesehen. Die Benutzung als Radfahrer wird mit einem Bußgeld bestraft. Und sollten Sie auf einem dieser Wege einen Unfall verursachen, sollten Sie davon ausgehen dass Sie als haftbarer Unfallverursacher gelten.
    Eine Radweg ist nur ein Radweg wenn er mit dem blauen Schild für Radweg eindeutig gekennzeichnet ist. Ansonsten fahren Sie mit dem Fahrrad verbotenerweise auf dem Gehweg, egal wieviel Piktogramme auf dem Gehweg aufgepinselt sind.

    1. Aus der VwV zur StVO:

      Zu Absatz 4 Satz 3 und Satz 4
      I. Radwege ohne Benutzungspflicht
      Radwege ohne Benutzungspflicht sind für den Radverkehr vorgesehene Verkehrsflächen ohne Zeichen 237, 240 oder 241.

      III.
      Gemeinsame Geh- und Radwege ohne Benutzungspflicht können durch Aufbringung der Sinnbilder „Fußgänger“ und „Radverkehr“ gekennzeichnet werden.

      Quelle: https://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26012001_S3236420014.htm

      http://bernd.sluka.de/Radfahren/Geh_und_Radweg.html

      1. Herrliche Antwort! Danke!
        Die sagt wirklich alles und entblößt das gesamte Dilemma verpasster Chancen für eine Mobilitätswende.
        Eine bessere Antwort hätte ich sie mir nicht wünschen können.

    2. Falsch ist im Text höchstens die Schreibung von „Hochboard“ statt „Hochbord“. Die Aussagen zur Benutzbarkeit trifft ansonsten zu, wie man in § 2 (4) 3 StVO nachlesen kann: „Rechte Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden.“

      1. Und wenn man genau nachliest:
        U.a. “Wenn Sie eine Mindestbreite von 2,5 bis 2 Metern aufweisen!”
        Welcher Gehweg in GL hat das zu bieten? Ich kenne keinen.
        Aber letzendlich ist dieser Absatz doch nur eine Verschiebung der Verantwortlichkeit auf die Radfahrenden und die Fussgehenden.
        Anstelle vernünftige Radwege zu bauen zwingt Politik und Verwaltung die genannten weg von der Strasse hin auf den Gehweg, genannt “Hochbord”.
        So werden Konflikte produziert statt zukunftsweisende Verkehrspolitik zu betreiben.

  2. Es ist falsch wenn Sie schreiben:“ In den nächsten beiden Jahren bis zum nächste Fahrrad-Klimatest können wir uns über neue Radwege auf der Paffrather Straße freuen“.
    Richtig ist: Es werden Radschutzstreifen sein, die keinerlei Schutz bieten. Die zugeparkt sein werden, die als Ausweichfläche für Autos werden um an Linksabbieger vorbei zu fahren und was schlimmer ist, sie bieten keinerlei Schutz für Radfahrende und sie werden niemanden in dieser Stadt motivieren mehr oder überhaupt mal mit dem Fahrrad zu fahren. Radschutzstreifen betonieren eine vorsinnflutliche Mobilitätspolitik für die nächsten Jahrzehnte und haben keinerlei positive Auswirkung auf den Klimaschutz – ganz in Gegenteil. Traurig das die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik einen Radschutzstreifen noch immer als Erfolg verkaufen wollen.