Foto, Entwurf, Montage: Thomas Cramer

Auch in Gronau ist eine weitere Grundschule geplant, bislang auf dem Gelände der früheren Tankstelle an der Mülheimer Straße gegenüber der GGS Gronau. Doch damit gibt es eine Reihe von Problemen, und wie überall Platzmangel. Thomas Cramer hat eine andere Idee – und bringt eine Zwischennutzung des Bahndamms ins Spiel.

Wenn die Erweiterung oder Sanierung der Schulen geplant wird stellt sich immer eine Frage: Wohin mit den neuen Gebäuden, und wohin mit den Schülerinnen und Schülern während der jahrelangen Umbauzeit? Bislang wurden die Klassen in Container ausgelagert, zuletzt zwei sogenannte Sofortschulen auf die ohnehin beengten Schulgelände gebaut. Für Gronau gibt es jetzt einen zwar naheliegenden, aber dennoch unkonventionellen Alternativ-Vorschlag.

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Die Idee kommt von Thomas Cramer. Er ist Animationsdesigner und setzt seine Visionen gerne anschaulich um. Die neue, wie er selbst einräumt, „verrückte“ Anregung: die Bahndammtrasse wird genutzt, für Tiny-Häuser auf Rädern oder für umgebaute alte Bahnwaggons. Unterricht im Zug, das hört sich attraktiv an.

Der Zugang, so Cramer, könnte über den vorhandenen Fußweg neben dem Studentenwohnheim der FHDW geführt werden, über eine Treppe ging es dann hinauf zu den Waggons. Wenn der Schulzug auch auf der Brücke über der Mülheimer Straße stehen würde wäre ein ebenerdigen Zugang über den Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite, hinter dem Fitnessstudio, möglich.

Der stillgelegte Bahndamm in Bergisch Gladbach. Foto: Bergisch Schön
Die Bahndammtrasse überquert die Mülheimer Straße. Links die FHDW, rechts das Wohnheim und daneben die GGS Gronau Foto: Stefan Krill

Da die Turnhalle der GGS Gronau auch für die neue Schule genutzt werden soll, müssten die Schüler:innen dafür die Straße überqueren. Das ist einer der Vorbehalte, die in Gronau diskutiert werden, wenn über die neue Grundschule auf dem Tankstellen-Gelände die Rede ist.

Dort gibt es allerdings noch ganz andere Probleme. Zwar hatte die Stadt das Grundstück gekauft und die Tankstelle geräumt, es existiert aber noch einen weiteren Gewerbebetrieb als Pächter auf dem Gelände. Und die Beseitigung der Altlasten dürfte aufwendig werden.

Hinweis der Redaktion: Der Ausschuss für Schule und Gebäudewirtschaft (ASG) tagt am Mittwoch ab 17 Uhr im Rathaus Bensberg. Hier finden Sie die Tagesordnung. U.a. geht es um Verzögerungen am NCG und die Erweiterung des DBG.

Nach der ursprünglichen Planung sollte mit dem Neubau in 2024 begonnen worden, doch mit der Fertigstellung der Sofortschule in Hebborn hat sich der Mangel an Schulplätzen im Innenstadtbereich etwas gemildert. Zudem laufen Planungen für die „Grundschule 21“ auf dem Zanders-Areal – aber auch das wird so schnell nicht gehen.

Also vielleicht doch ein „School Train Gronau“? Natürlich nur als Übergangslösung. Denn eigentlich sollen auf dem alten Bahndamm irgendwann eine Straßenbahn, fahrerlose Shuttles oder wenigstens Fahrräder rollen.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Ziemlich coole Idee. Gibt es andernorts damit schon Erfahrungen – wie sind die?
    Ich hätte etwas Sorgen, dass in so einem schmalen, langen Klassenraum die hinteren Reihen nicht viel mitbekommen und lieber aus dem Fenster schauen würden…aber einen Versuch ist es allemal wert. Davon würden die Schüler:innen sicher noch lange erzählen!
    (@Redaktion: Der Text scheint etwas mit heißer Nadel gestrickt…vielleicht nochmal korrekturlesen?)

    1. Ja, die Idee ist wirklich faszinierend. Aber ich fürchte, ehe alle Anforderungen an Sicherheitsstandards, Brandschutz, Fluchtwege, Heizungs-, Energie- und Sanitärinstallation etc. pp geklärt und erfüllt sind, würde ziemlich viel Zeit vergehen und eine sehr runde Summe ausgegeben werden.

      Ich nehme an, das ist der Grund, warum in solchen Fällen auf die langweiligen und hässlichen Container zurückgegriffen wird: Da sind all diese Fragen geklärt und der Aufbau ist hundertfach erprobt.

  2. Netter Gedanke, aber School – Train???? Wo ist denn der Train? Ich sehe nur einen Wagon und dieser heißt auf Englisch???
    Wie könnte diese Ersatzlösung in unserer Muttersprache heißen? Falls man diese beherrscht!
    Oder ist unser Wortschatz zu klein?
    Und danach eine Übersetzung in diverse andere Sprachen. Daran kann man Sprache üben!

    1. Sehr geehrte Frau Schmid, Sie sehen eine Visualisierung mit einem beispielhaften Eisenbahnwagen. Das Konzept sieht aber vor, mehrere Waggons hintereinander zu koppeln. Die würden einen Zug (englisch: train) bilden. Ob die Ersatzschule „Train-School“ oder „Schul-Zug“ heißen wird ist noch nicht entschieden worden.

    2. Da macht sich jemand Gedanken und hat einen kreativen Vorschlag.
      Und prompt regt man sich über eventuelle Namen auf.
      Da ist nicht nur der Wortschatz klein….

  3. School Train. Geniale Übergangslösung. Leute wie Thomas Cramer sollten in die Stadtplanung. Schönen Abend