Das Kreishaus. Foto: Thomas Merkenich

Die Fraktion der Freien Wähler plädiert für eine schnellstmögliche Wiederwahl des Kreisdirektors Erik Werdel. Damit müsse „die absolut unerfreuliche Geschichte um die Abschaffung der Position des Kreisdirektors“ bereinigt werden. Das Vorgehen gehe auf den „Machthunger der Grünen“ zurück und habe der Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern geschadet. Auch der Landrat wird kritisiert.

Wir dokumentieren eine Mitteilung der Freien Wähler Rheinisch-Bergischer Kreis

Das Ansinnen von CDU und Bündnis90/Die Grünen, die Position des Kreisdirektors abzuschaffen, war kein Ruhmesblatt für die beiden Fraktionen. Eher hochgradig peinlich und wenig durchdacht. Offensichtlich hatte man die Rechnung auch ohne den Wirt gemacht. Der Personalrat und das Personal der Kreisverwaltung haben sich deutlich für Dr. Werdel ausgesprochen. Wie auch der tosende Beifall bei der Absetzung des Tagesordnungspunktes im Kreistag deutlich gemacht hat.

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Wir haben als Fraktion immer gut und erfolgreich mit dem Kreisdirektor Dr. Werdel zusammengearbeitet. Dr. Werdel hat aus unserer Sicht nicht nur während der Flüchtlings- und Coronakrise einen guten Job gemacht. Diese Zusammenarbeit war immer offen und fair sowie von gegenseitigem Verständnis und Respekt geprägt. Sowohl in personeller als auch in sachlicher Hinsicht. Die Abschaffung der Doppelspitze der Kreisverwaltung hätten wir darüber hinaus in der Sache nicht für zielführend gehalten.

Vor diesem Hintergrund sprechen wir uns zum einem deutlich für die Beibehaltung der Position des Kreisdirektors und zum anderen für die schnellstmögliche Wiederwahl Dr. Werdel aus.

„Anders als bei Bündnis90/Die Grünen ist den kommunalen Wählergemeinschaften der Freien Wähler eine solche Parteibuchpolitik fremd“, so der Fraktionsvorsitzende Werner Conrad. „Wir orientieren uns rein an der Persönlichkeit und den Fähigkeiten der Führungskräfte im RBK. Es geht doch gerade im kommunalen Bereich um kompetente, kontinuierliche Verwaltungsarbeit und nicht um Parteibuchpolitik.“

Sachbezogene Strategie nicht erkennbar

Auch nach ein paar Tagen Abstand zur Kreistagssitzung ist für uns immer noch unklar, warum man Dr. Werdel den Stuhl vor die Türe setzen wollte. Eine sachbezogene Strategie ist bei diesem Vorgehen nicht erkennbar. Professionalität sieht anders aus. Bis heute gab es keine nachvollziehbare Begründung dazu bzw. auch keine Erklärungen, warum der Antrag im Kreistag zurückgezogen wurde. Wahrscheinlich gab es keine sachlichen Gründe.

Aus unserer Sicht ist das Ganze nur dem Machthunger von Bündnis 90/Die Grünen geschuldet, damit diese einen zweiten Dezernenten stellen können. Die nach der Kreistagssitzung getroffenen Aussagen: „Wir wollen weiterhin den Umbau der Verwaltung, den wir für richtig halten” oder „Umso mehr bedauern wir, dass Teilen der CDU-Fraktion in letzter Konsequenz die Versorgung eines Parteimitgliedes wichtiger war, als die Verwaltung zu stärken” halten wir für absolut unsachlich.

Wahrscheinlich war Dr. Werdel „nicht grün genug“. Darüber hinaus werden die Kräfte der CDU, die sich eines Besseren besonnen haben, bewusst verunglimpft. Das zeugt von einer Borniertheit und Uneinsichtigkeit ohnegleichen. Die Ohrfeige des Personalrates und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden völlig ignoriert.

Alleingang des Landrats ist falsch und rechtswidrig

Jetzt gilt es abzuwarten, wie es weitergeht und wie sich die beiden Fraktionen neu aufstellen. Das Bündnis90/Die Grünen eine Wiederwahl von Dr. Werden nicht ausschließen will, halten wir für keine späte Einsicht, sondern dem politischen Druck und dem Widerstand des Personals der Kreisverwaltung geschuldet. Nach dem Motto: „Es gilt zu retten, was zu retten ist“

In dem Zusammenhang halten wir den Alleingang des Landrates, die Stelle des Kreisdirektors ausschreiben zu wollen, nicht nur für völlig falsch, sondern sogar für rechtswidrig. Nach unserer Auffassung wäre dazu ein politischer Beschluss des Kreistages notwendig. Eine Ausschreibung ist nicht erforderlich. Entweder die Verwaltung macht einen Vorschlag oder die Politik.

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  1. Über den Hintergrund dieser Fehde lassen uns die Auslöser Santelmann, CDU und Grüne im Unklaren, halten uns unwissend. Für die Beurteilung dieser Posse aber ist das völlig irrelevant.

    Santelmann wusste nicht, was er mit Corana machen sollte. Als die Probleme mit Zahlen von Infinzierten und Gesunden, von Kranken und Toten, weil sie falsch waren und täglich vom Büro des Landrates berichtigt werden mussten, überhand nahmen, brauchte Herr Santelmann eine Auszeit per gelben Urlaubsschein. Erst nach 14 Tagen meldete er sich wieder und eröffnete, er habe Corona gehabt.

    In der Zwischenzeit brachte Dr. Werle die oben erwähnten Zahlen den Tatsachen sehr nahe, beendete das Chaos im Kreishaus, bekam großen Zuspruch ob seiner Personalführung und erwarb sich die Hochachtung, die er verdiente – im deutlichen Gegensatz zum Landrat. Schon damals wollte Santelmann seinen Stellvertreter loswerden. Dagegen protestierten die Mitarbeiter, es gab Beschwerdebriefe an das Regierungspräsidium, Bitten, Santelmann abzusetzen. Santelmann sah sich an seinem Platz klebend gezwungen, einen Herrn Urbach, den Herrn, der ihm den Steigbügel zum Landrat gehalten hatte, inzwischen Abteilungsleiter im Regierungspräsidium, zu Hilfe zu rufen, der ihm zu attestieren sollte, der richtige Mann am richtigen Platz zu sein und ihn vor allem von allen Verfehlungen in der Corona-Zeit zu befreien.

    Ebenso plötzlich wie unerwartet wollen Kreis-CDU und -Grüne die Verwaltung umnbauen, wohl mit verschiedenen Ansätzen. Santelamnn könnte sich bei seiner Partei beschwert haben, endlich den ungeliebten Werle loszuwerden. Das Ziel der Grünen wurde im Artikel schon beschrieben. Gründe, die nachzuvollziehen gewesen wären, wurde nicht genannt, im Gegenteil machte sich der Unwillen breit, einen sehr guten Politiker – wie haben davon nicht so viele, dass man mit den vorhandenen derart umgehen könnte – beim Kreispersonal, bei mindestens 2 Parteien, bei der Bevölkerung und bei mir, was nun wirklich nicht so wichtig ist.

    Die hier veröffentlichten Meinungen sind unerheblich so wie meine. Die Ignoranz vom Drucker ist bekannt, wächst sich in den 3 Zeilen sogar zur Ahnungslosigkeit aus.

    Claudia mag den wahren Hintergrund so wie wahrscheilich die meisten nicht zu kennen. Ist auch unnötig, wie oben geschrieben.

    Dass die afd händereibenderweise den FW zustimmt, überrascht nicht mehr. Das tut sie immer, wenn sich demokratische Parteien streiten.

    Meine Meinung: Santelmann hat sich jetzt oft genug dementiert, scheint völlig ungeeignet für die Position, warum er sie verlassen muss. Dass der Mann nicht selbst erkennt, dass er gehen sollte, disqualifiziert ihn zusätzlich.

    1. „Die Ignoranz vom Drucker ist bekannt“ – Jetzt machen Sie mal einen Punkt. Sie genießen hier zwar reichlich Narrenfreiheit, aber irgendwann ist die Linie erreicht, ab der sich nicht mehr alles mit Ihrer speziellen Weltsicht entschuldigen lässt.

      _______________________
      Hinweis der Redaktion an alle Beteiligten: Bitte bleiben Sie sachlich, persönliche Unterstellungen gehören hier nicht hin. Einige weitere Kommentare haben wir daher gelöscht.

  2. Wahrscheinlich habe ich etwas nicht mitbekommen, aber mich würde mal interessieren was gemeint ist mit: “die Verwaltung soll umgestaltet werden.” Vielleicht sind die Gedanken und Ziele der Grünen gar nicht so abwegig, sondern nur schlecht transparent gemacht.

  3. Ein sehr gut geschriebener Artikel der freien Wähler!
    (Der wird sicher dem ein oder anderen, der mit der Sachlage nicht so vertraut ist, die Augen öffnen.)
    Ich persönlich finde, dem ist nichts hinzuzufügen.

    Hinweis der Redaktion: Martina Schüttler ist sachkundige Bürgerin der AfD im Stadtrat.

    1. Ich bin mit der Sachlage nicht vertraut und finde diesen Brief unmöglich. Mich hätte der Hintergrund interessiert. Warum wollten Grüne und CDU die Position des Kreisdirektors abschaffen? Warum waren die anderen dagegen?
      Eine Aneinanderreihung von Unterstellungen und Annahmen, wie in diesem Brief, hilft mir da nicht weiter. Keine Sachargumente, keine Informationen.
      Was ich allerdings verstanden habe: die FW können die Grünen nicht leiden. Das ist eindeutig.

      1. Erwähnt wurde hier im Bürgeportal bzw. im gestrigen newsletter bislang, dass der bisherige Sozialderzernent Fischer (CDU) künftig ein Querschnittsdezernat bekommt und der Kreistagsabgeordnete Langenbucher (Grüne), bislang nicht in der Verwaltung des Rheinisch-Bergischen-Kreises tätig, einstimmig zum neuen Sozialderzernenten gewählt wurde.

    2. Nein, Frau Schüttler, der ist nicht gut geschrieben, sonst würde darin der Sachverhalt deutlich, und es würde argumentiert, statt nur ein Schlagwort ans andere zu reihen. Ich vermute, dass Ihnen der Artikel gefällt, weil er Ihre Meinung bestätigt.