Seit Frühling 2023 ist das Sachgebiet Integration und sozialräumliche Netzwerkarbeit in der Stadt personell wieder gut aufgestellt. Mit Thomas Droege, dem ehemaligen Geschäftsführer der Katholischen Jugendagentur, wird es von einem bekannten Gesicht geleitet. 2024 stehen einige konkrete soziokulturelle Projekte sowie Strategien zur Entwicklung von Gronau auf der Agenda.

Auch bei der KJA hatte sich Thomas Droege um soziale Netzwerke in den Stadtgebieten gekümmert. Damit ist er nun innerhalb der Stadtverwaltung zu einem bekannten Aufgabenfeld zurückgekehrt. Das Sachgebiet Integration und sozialräumliche Netzwerkarbeit (InsoNe) hat ein ziemlich breites Aufgabenspektrum: Förderung der Teilhabe, Milderung von Kinder- und Familienarmut, Entwicklung präventiver Strukturen, Daseinsvorsorge sowie Einbindung und Stärkung vom bürgerlichen Engagement.

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Das Sachgebiet gehört in der Verwaltung zur Abteilung Soziale Stadtentwicklung (Leitung Uwe Tillmann) und hier wiederum zum Fachbereich 5 Jugend und Soziales.

Hermann-Löns Forum

Schule, Soziales, Senioren

Klingt erst einmal sehr allgemein, wird aber konkreter wenn man den Blick in ein Papier wirft, mit dem Droege im November 2023 die Arbeit des Bereiches InsoNe der Politik und Vertretern von Einrichtungen und Organisationen vorgestellt hatte.

Da geht es um Koordinierung von Schulsozialarbeit, Geschäftsführung und Unterstützung des Integrationsrates, Förderung von Migrantenselbstorganisationen. Aber auch Jugendberatung und Entwicklung von Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien zur Lebensgestaltung und -bewältigung.

Bekannte Projekte sind das Hermann-Löns Forum als Anlaufstelle der sozialen Mitte inklusive Kita Windrad. Der interkulturelle Treffpunkt PAULA in Heidkamp oder das MiKiBu-Projekt (Migranten-Kinder bekommen Unterstützung). Auch für Senioren werden Angebote entwickelt.

Thomas Droege kümmert sich bei der Stadt Bergisch Gladbach um die soziale Netzwerkarbeit und Integration

Weiterentwicklung PAULA

„Für 2024 haben wir uns eine Reihe von Themen vorgenommen“, macht Thomas Droege im Gespräch mit dem Bürgerportal klar.

So sei für den interkulturellen Treffpunkt PAULA in Heidkamp die künftige räumliche Heimat zu klären, da die derzeitigen Räume langfristig nicht erhalten werden könnten. Wünschenswert wäre, dass dort räumlich und inhaltlich ein soziokulturelles Zentrum entstehe.

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In Heidkamp startet PAULA durch

Der interkulturelle Treffpunkt PAULA in Trägerschaft der Kreativitätsschule ist ein Begegnungsort für Menschen aus aller Welt in Heidkamp. Hier dürfen Kinder, Jugendliche und Erwachsene jetzt endlich wieder gemeinsam kreativ tätig werden. Entweder im schönen Atelier, oder auf dem attraktiven Außengelände. Auch in den Sommerferien.

Derzeit gibt es hier unter Trägerschaft der Kreativitätsschule Bergisch Gladbach (Krea) kunsttherapeutische Angebote mit Werkstätten, Medienarbeit und Freizeitaktivitäten. Ein Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Im Fokus steht die Begegnung zwischen Menschen verschiedenster Kulturen. „Künftig müssen wir uns hier intensiver engagieren“, unterstreicht Uwe Tillmann.

Kinderaktion in der PAULA

Zanders-Areal

Aber auch die Konversion des Zanders-Areals ist für die Mitarbeiter im Bereich „Soziale Netzwerke“ ein Thema. So soll die Zentralwerkstatt, die schon in den vergangenen Monaten immer wieder im Zentrum von Ausstellungen und Projekten auf dem Zanders-Gelände stand, zu einer Begegnungsstätte ausgebaut werden.

„Das Land NRW stellt dafür sieben Millionen Euro bereit, drei Millionen kommen von der Stadt“, so Droege zur finanziellen Basis, die in 2023 festgezurrt worden ist. Die Zentralwerkstatt, ein 140 Jahre alte Backsteingebäude, könnte sich zu einem gemeinnützigen Quartierszentrum entwickeln, so die Idee.

Einem Begegnungsort, der nicht zuletzt auch als Keimzelle einer Altstadt in Bergisch Gladbach fungieren könnte. Die Projektgruppe Zanders-Areal hat hier die Federführung und führt die verschiedenen internen und externen Akteure zusammen.

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Zanders-Zentralwerkstatt: Verbaute Schönheit mit Geschichte und Perspektive

Die alte Zentralwerkstatt soll bei der Neugestaltung des Zanders-Areals eine besondere Rolle spielen – als Begegnungsort und als Keimzelle einer neuen Altstadt. Das passt nicht nur zur Architektur des gut 140 Jahre alten Backsteingebäudes, sondern auch zu seiner Geschichte. Denn die Werkstatt steht für den Wandel von Zanders zu einem Industriebetrieb – und ist im Laufe ihrer Geschichte immer wieder umgebaut und erweitert worden.

Sozialplanung in Gronau

Nichts weniger als die Zukunft Gronaus steckt hinter dem sperrigen Begriff des „Strategischen Entwicklungskonzepts Gronau“ (StEK): Wie soll sich der Stadtteil städtebaulich entwickeln? Welche Bedarfe haben die Bürger? Wie entwickelt sich die Struktur vor Ort?

Fragen, zu denen der Bereich „soziale Netzwerke“ seine Expertise einbringt, damit eine gute Bürgerbeteiligung möglich wird und bewährte sowie neue Netzwerkstrukturen eingebunden sind. Eng verzahnt mit weiteren Bereichen der Verwaltung wie zum Beispiel der Stadtentwicklung.

Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal und die Solidarconsult gGmbH hatten das Strategische Entwicklungskonzept Gronau mit einem eigenen ForumGronau begleitet, das bereits eine Vision der Bürger:innen für ihren Stadtteil erarbeitet hat und nun eigenständig weiterarbeitet. Dabei ist auch eine Schwerpunktseite für Gronau entstanden.

Flankierend dazu gab es innerhalb des StEK bereits 2023 diverse Beteiligungsverfahren. Etwa auf dem Abenteuerspielplatz, oder auch zum Thema Einzelhandel. In 2024 sind nun Öffentlichkeitsveranstaltungen geplant. Hier sollen die bis dahin erarbeiteten Inhalte gezeigt, diskutiert und gemeinsam mit allen Beteiligten weiterentwickelt werden.

Beteiligungsverfahren beim StEK Gronau

Beirat tagte

„Mitte Januar tagte hierzu erstmals der Beirat, mit Vertretern von Politik, Verwaltung und Vertretern aus der Netzwerkarbeit vor Ort sowie weiteren Stakeholdern“, schildert Droege. Es sei nicht einfach, die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedenster Gruppen unter einen Hut zu bringen. „Jugendliche die das Fahrrad nutzen haben andere Vorstellungen von Mobilität als der Autofahrer. Aber auch das Bedürfnis nach Rückzugsräumen für Senioren gilt es mit einzubinden.“ Nach dem Auftakt im Januar soll es in 2024 zwei weitere Treffen des Beirats geben.

Am Ende kommen Empfehlungen für die Politik heraus, die dann – so die Hoffnung – Eingang in das strategische Entwicklungskonzept finden werden.  

Fokus Integration

Daneben laufen viele weitere Projekte in Uwe Tillmanns Abteilung. Etwa zum Spracherwerb zugewanderter Kinder, das Seniorenbüro, Projekte zur mentalen Gesundheit, zum Thema Einsamkeit. Nicht zu vergessen das Thema Integration.

So übernimmt das Sachgebiet von Thomas Droege auch die Geschäftsführung des Integrationsrates – dem Gremium der Stadt mit 14 gewählten Mitgliedern sowie sieben Vertretern aus dem Rat, das sich zum Beispiel dem Dialog der Religionen oder der Förderung von Migrantenkindern widmet. Ab 2024 wird es auf Initiative des Integrationsrates Begrüßungsfeiern für eingebürgerte Menschen geben.

Die Möglichkeitsmacher

All dies zu realisieren – für das relativ kompakt aufgestellte Sachgebiet Integration und Sozialräumliche Netzwerkarbeit sind dies Aufgaben, die alleine gar nicht zu stemmen sind. „Wir verstehen uns als Enabler, welche die Bedarfe ermitteln und Prozesse zur Realisierung anschieben“, macht Uwe Tillmann klar.

Die konkrete Ausgestaltung erfolge dann mit Trägern, die sich auf individuelle Bereiche spezialisiert haben. Tillmann nennt GL Service, die Katholische Jugendagentur, die KRea, den Caritas-Verband sowie die evangelische Kirchengemeinde Stadtmitte.

„Das Hermann-Löns Forum ist sicher ein gelungenes Beispiel dafür, wie etwas aus Netzwerkarbeit entstehen kann. Wie bürgerliches Engagement in ein konkretes Projekt zum Wohle aller münden kann“, schließt Uwe Tillmann.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. „Den Bock zum Gärtner machen“, passt hier ganz genau!

    Ich kann mich noch sehr gut an den Streit um den Treffpunkt für Obdachlose am Rathaus Ecke Laurentiusstraße erinnern. Am Ende wurden die Obdachlosen vertrieben und woanders abgeschoben. Es gab ein paar zentrale Figuren, die das betrieben haben und dabei ihre Glaubwürdigkeit verloren haben.

    Ich wende mich angewidert ab.