MIt dem „Kältebus“ sind die Mitarbeiter:innen der Platte unterwegs, um Obdachlose und andere Bedürftige zu versorgen. Foto: Archiv

Der Kölner Caritasverband warnt vor lebensbedrohlichen Wetterlagen für Obdachlose. Schwankende Temperaturen, Kälte und Nässe erschweren das Überleben auf der Straße erheblich. Vor allem die Minusgrade am kommenden Wochenende bereiten Sorgen. Wie sieht die Lage in Bergisch Gladbach aus und wie sollte man sich gegenüber Obdachlosen in dieser Situation verhalten?

Lucie Misini ist Mitgründerin des Vereins „die Platte“ und liefert Antworten auf diese Fragen. Der Verein unterstützt seit 2016 Obdachlose in Bergisch Gladbach mit Lebensmittel-, Wärme-, Hygiene- und Notleistungen.

Bei den regelmäßigen Fahrten, die die Ehrenamtler:innen mit ihrem Kältebus unternehmen, treffen sie immer wieder auf zwei Personen, die wirklich auf der Straße leben, berichtet Misini. Die anderen Obdachlosen seien in der Regel in Notunterkünften untergebracht.

Generell habe die Stadt Bergisch Gladbach das Problem der Obdachlosigkeit ganz gut im Griff, urteilt Misini. Trotzdem sei es nicht sicher, ob es nicht weitere Menschen gebe, die auf der Straße leben. Die Minusgrade in Verbindung mit anhaltender Nässe seien nicht zu unterschätzen und können zu einer lebensbedrohlichen Unterkühlung des Körpers führen.

Dagegen geht der Verein vor; aus dem Kältebus versorgt er die Obdachlosen regelmäßig mit warmen Mahlzeiten. Außerdem gibt es Decken, Zelte, Schlafsäcke und kleine von einer Batterie angetriebene Heizungen, die bei Bedarf verteilt werden. Doch das ist momentan nur noch zweimal in der Woche möglich, denn dem Verein fehlen Ehrenamtler:innen, die den Kältebus zu den entsprechenden Orten fahren.

Kontakt: Bei Interesse an der ehrenamtlichen Arbeit kann man sich direkt beim Verein „die Platte“ melden. Für den Bus brauche man nur einen üblichen PKW-Führerschein.

Misini erläutert, dass man im Falle einer Begegnung mit einem/r Obdachlosen nicht zögern, sondern wenigstens einmal nachfragen solle, ob alles in Ordnung ist. Bei einer akuten Notlage könne man die Polizei kontaktieren, die dann versucht, die Person in eine Notunterkunft zu bringen. In gesundheitlich grenzwertigen Situationen solle man gleich den Notarzt rufen.

Lucie Misini betont noch einmal, dass man keine falschen Berührungsängste haben müsse. Die meisten Obdachlosen würden sehr dankbar auf die Hilfe reagieren, die ihnen entgegenkommt. Das könne man in ihrem Verein regelmäßig erfahren.

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Der Kölner Caritasverband hatte zuvor darauf hingewiesen, dass alleine im Erzbistum Köln rund 2000 Menschen obdachlos sind. Dafür stünden im ganzen Bistum 800 Notschlafplätze zur Verfügung, viele davon in Pfarrsälen und Kirchen. Das Winterhilfetelefon des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) in Köln ist erreichbar unter 0221 / 56097310 oder winterhilfetelefon@skm-koeln.de

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  1. Ich nehme an, in der Headline soll hinter „Minusgraden“ nicht ohne Leerzeichen ein Divis folgen, sondern mit Leerzeichen ein Gedankenstrich.