Oskar Holweck, 71, 1971, stehendes Objekt 25 x 36 x 27 cm, gedrucktes Buch (Gotteslob), gerissen und collagiert, montiert in Objektkasten aus Acryl © Kunstmuseum Villa Zanders

Das Kunstmuseum Villa Zanders hat ein zentrales Frühwerk von Oskar Holweck geschenkt bekommen – die erste bekannte Buchskulptur des Künstlers.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Kunstmuseum Villa Zanders

Das Werk von Oskar Holweck aus dem Jahr 1971 stammt aus einer Kölner Privatsammlung. Holweck verwandelte dafür ein gedrucktes Buch durch Reißen und Collagieren in ein freistehendes Objekt – und machte es so zum eigenständigen Kunstwerk. Das Stück zeigt exemplarisch seinen experimentellen Umgang mit Papier.

„Dieses Werk ist ein herausragendes Zeugnis für Oskar Holwecks Innovationskraft und seine radikale Erkundung der Möglichkeiten von Papier“, sagt Museumsleiterin Dr. Ina Dinter. „Viele Künstlerinnen und Künstler nach ihm haben sich an Holweck orientiert. Das Werk bereichert unsere Sammlung `Kunst aus Papier ́ ungemein.“

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Das Werk war bereits in der Ausstellung Oskar Holweck – Meister der Reduktion (2023/24) im Kunstmuseum Villa Zanders zu sehen und ist dem Publikum bekannt. Oskar Holweck setzte sich intensiv mit der Materialität und Formbarkeit von Papier auseinander. In seinen frühen Buchobjekten verwendete er zunächst gedruckte Bücher.

Doch der Eingriff in den Text wurde ihm zunehmend unangenehm: Das Zerstören von Literatur empfand er als kulturellen und symbolischen Akt der Gewalt. Deshalb ließ er später unbedruckte Bücher, sogenannte Blindbücher, speziell anfertigen – um sich ganz auf das Material konzentrieren zu können, ohne den Inhalt eines Buches zu verletzen.

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