Caroline Bosbach bei einer Veranstaltung der Senioren-Union vor der Nominierung zur Bundestagskandidatur. Foto: Thomas Merkenich

Der Vorstand der CDU Rhein-Berg hat erneut über die Vorwürfe gegen Caroline Bosbach und nun auch gegen Uwe Pakendorf beraten. Zur Bargeldannahme gebe es nach wie vor zahlreiche offene Fragen – für die Beantwortung setzt die CDU der Bundestagsabgeordneten nun eine Frist. In Sachen „Stimmenkauf“ für den MIT-Vorstand habe Pakendorf die Vorwürfe glaubhaft entkräftet, hier setze die CDU auf eine interne Aufklärung.

Am Montagabend hat sich der Vorstand der CDU Rheinisch-Bergischer Kreis ein zweites Mal beraten, um die öffentlichen Vorwürfe gegen ihre Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach (Bargeldannahme im Wahlkampf) und inzwischen auch gegen den Vorsitzenden der Fraktion im Kreistag, Uwe Pakendorf (Stimmenkauf) zu beraten.

Bosbach hatte zuvor eine Botschaft in den sozialen Medien veröffentlicht und dem CDU-Vorstand einen Brief geschickt, ließ sich bei der Sitzung aber erneut von einem Anwalt vertreten. Pakendorf nahm selbst teil.

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Bosbach widerspricht Vorwürfen, sagt Auftritte ab

Zum ersten Mal seit Bekanntwerden der Vorwürfe hat sich die CDU-Abgeordnete Caroline Bosbach selbst an die Öffentlichkeit gewandt. In einem Video auf Instagram und Facebook betont sie, alle Vorwürfe seien falsch, die Klärung obliege nun der Staatsanwaltschaft. Sie werde vorerst nicht öffentlich auftreten.

In einer Erklärung nach der Sitzung zeigt sich der Vorstand mit den Aussagen Bosbachs und ihres Anwalts zu den „zahlreichen“ offenen Fragen nicht zufrieden. Zur Beantwortung der schriftlich fixierten Fragen setzte die CDU nun eine knappe Frist bis Freitag. Am Samstag werde der Vorstand dann erneut beraten.

Der Vorstand betont, dass alleine schon „der Verdacht, dass es innerhalb der CDU Rheinisch-Bergischer Kreis zu finanziellen Unregelmäßigkeiten bei Wahlkämpfen oder bei parteiinternen Wahlen gekommen sein könnte,“ schadet dem Vertrauen und widerspreche dem Anspruch der CDU an Integrität und Transparenz. Daher sei es die Aufgabe des Vorstands, alle offenen Sachverhalte zu klären und etwaige Konsequenzen zu ziehen. Die CDU weist zudem erneut darauf hin, in diesem Fall die Staatsanwaltschaft eingeschaltet zu haben.

Uwe Pakendorf. Foto (Archiv): CDU/Burkhard Dohm

Pakendorf erklärt sich zur MIT-Wahl

Der Vorstand befasste sich auch mit den Vorwürfen gegen Bosbach und Pakendorf, bei der Wahl zum Kreisvorstand der Mittelstands- und Unternehmervereinigung (MIT) im jähr 2023 Stimmen gekauft zu haben. Dazu, so die CDU-Erklärung, habe Pakendorf Stellung genommen und dabei glaubhaft erklärt, „dass er keiner Person, die er für die MIT geworben habe, Geld angeboten oder bezahlt habe“.

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Der „Fall Caroline Bosbach“ weitet sich aus

Nach Recherchen des ARD-Magazins Kontraste und t-online könnte Caroline Bosbach versucht haben, beim Einstieg in politische Ämter in Rhein-Berg Stimmen zu kaufen. Vor der Wahl Bosbachs in den Vorstand der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT 2023 gemeinsam mit Uwe Pakendorf und sollen für Beitritt und Stimme 100 Euro angeboten worden seien, berichten beide Medien.

Daher habe der Vorstand beschlossen, die vor allem aus Medienberichten stammenden Informationen selbst zu verifizieren. Auf eine Einschaltung der Staatsanwaltschaft verzichtet die CDU bei diesem Thema.

Ganz grundsätzlich betont die CDU, dass sie „unangemessenes oder gar rechtswidriges Verhalten“ nicht dulde. Das gelte in besonderem Maße für Amts- und Mandatsträger.

Dokumentation:

Stellungnahme der CDU Rheinisch-Bergischer Kreis zu den „Vorwürfen gegen Caroline Bosbach“ und zur „MIT-Vorstandswahl 2023“ vom 4. August 2025

Die presseöffentlichen Vorwürfe gegen unsere Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach im Zusammenhang mit einer mutmaßlich unbegründeten Rechnungsstellung und Bargeldübergabe im Bundestagswahlkampf 2025 sowie mit dem Vorwurf des Stimmenkaufs bei der MIT-Vorstandswahl 2023 haben zahlreiche Fragen aufgeworfen, die aus unserer Sicht bislang noch nicht zufriedenstellend beantwortet wurden.

Auch die heutige E-Mail von Caroline Bosbach an die Mitglieder der CDU Rheinisch-Bergischer Kreis, die sie auch auf ihren Social-Media-Kanälen öffentlich geteilt hat, hat nicht zur hinreichenden Aufklärung beigetragen. Caroline Bosbach stand dem Kreisvorstand auf der heutigen Sitzung für Rückfragen persönlich nicht zur Verfügung.

Daher haben wir Caroline Bosbach heute mehrere Fragen, darunter zur Annahme des Geldes etc. gestellt, deren schriftliche Beantwortung der Kreisvorstand bis Freitag, 8. August 2025 erwartet. Der Kreisvorstand wird zur Bewertung dann erneut am Samstag, 9. August 2025 zusammenkommen. Hierzu ist Caroline Bosbach selbstverständlich – wie zu jeder Kreisvorstandssitzung – eingeladen. 

Allein schon der Verdacht, dass es innerhalb der CDU Rheinisch-Bergischer Kreis zu finanziellen Unregelmäßigkeiten bei Wahlkämpfen oder bei parteiinternen Wahlen gekommen sein könnte, schadet dem Vertrauen in unsere Partei und widerspricht unserem eigenen Anspruch an Integrität und Transparenz. Es ist die Aufgabe des Kreisvorstandes, im Rahmen seiner Möglichkeiten für eine schnellstmögliche und umfassende Klärung aller offenen Sachverhalte zu sorgen und etwaige Konsequenzen zu ziehen. 

Der geschäftsführende Kreisvorstand hatte daher bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorgänge am 15. Juli 2025 entschieden, sämtliche vorliegenden Unterlagen zur unabhängigen Prüfung an die Staatsanwaltschaft Köln weiterzuleiten. 

Zu den Vorwürfen rund um die „MIT-Wahl 2023“ hat der Kreisvorstand alle vorliegenden Informationen beraten. Sowohl Caroline Bosbach (über die Medien) als auch Uwe Pakendorf weisen die Vorwürfe, Stimmen im Vorfeld der MIT-Wahl 2023 „gekauft zu haben“, zurück. Die Vorwürfe seien „konstruiert und unbegründet“.

Uwe Pakendorf legte dem Vorstand seine Sicht der Dinge persönlich dar und stand in der Sitzung für Fragen zur Verfügung. Uwe Pakendorf erklärte glaubhaft, dass er keiner Person, die er für die MIT geworben habe, Geld angeboten oder bezahlt habe. Dies würden auch sämtliche von ihm geworbene Personen bestätigen. Daher wurde beschlossen, die bisher primär aus Medienberichterstattungen gewonnenen Informationen selbst zu verifizieren und den Sachverhalt weiter aufzuklären.

Unangemessenes oder gar rechtswidriges Verhalten dulden wir nicht – das gilt in besonderem Maße für Amts- und Mandatsträger.

Wir bedauern die Irritationen in der Öffentlichkeit, bei Mitgliedern und Unterstützern außerordentlich. Viele unserer Mitglieder engagieren sich mit großer Leidenschaft in der Kommunalpolitik. Sie verdienen es, dass ihr Einsatz nicht durch ungeklärte Vorgänge überschattet wird.

Im Hinblick auf den laufenden Kommunalwahlkampf begrüßen wir, dass Caroline Bosbach sich – wie heute auch angekündigt – bis zur vollständigen Aufklärung der Vorwürfe im Wahlkampf zurückhalten und keine öffentlichen Termine wahrzunehmen wird.“

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Und wenn alle denken, man sei schon unten angekommen sind, setzen Bunte und T-Online noch einen drauf.

  2. Morgen läuft das Ultimatum der CDU ab. Alle Beobachter warten auf Antworten und Erklärungen von Caroline Bosbach. Inzwischen blühen Spekulationen, deren Seriösität sehr zweifelhaft ist. Von “hohen” Steuerschulden schreibt die “Bunte”, die bisher als investigatives Organ noch nicht aufgefallen ist. Das Missverhältnis von angeblich “hohen” Steuerschulden und läppischen 2500 € erscheint der “Bunten” nicht auffällig.

    Der Artikel bringt zum ersten Mal Wolfgang Bosbach ins Spiel, wenn auch zu vermuten ist, dass er längst hinter den Kulissen aktiv ist, um sein “Lebenswerk” nicht von einer Tochter auf Abwegen gefährden zu lassen.

    Ein Aspekt auf dem Weg zum Bundestagsmandat der Frau Bosbach erscheint mir bemerkens- und erwähnenswert. Wie bei allen anderen Bewerberinnen und Bewerbern um ein Mandat stellt sich die Frage der Qualifikation. Frau Bosbach hatte sich irgendwann entschieden, ihre Zukunft als Wirtschaftsexpertin im Deutschen Bundestag zu sehen. Ihre Qualifikation für diesen Job, der unter anderem darin besteht, den massiven Einflüssen professioneller Lobbyisten entgegen zu treten, werden von t-online so beschrieben:

    Referentin für MdB’s, eine (zum Zeitpunkt der Wahl) höchstens einjährige Tätigkeit bei Stromkontor Rostock GmbH, Teilnahme an “Let’s dance”, Rednerin und Buchautorin.

    Kein Wunder, dass dieses Portfolio als etwas schmal angesehen wurde. Man kam auf die Idee, sie zur “Stellvertretenden Kreisvorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) im Rheinisch-Bergischen Kreis” zu wählen. t-online schreibt dazu: “Das Amt galt als wichtiges Sprungbrett für ihre spätere Bundestagskandidatur, bei der sie insbesondere mit Wirtschaftskompetenz punkten wollte.”

    Auf gut deutsch heißt das: Die kurz vor der BT-Wahl erfolgte Besetzung dieses Postens (für den Vorsitz reichte es wohl nicht, den erhielt der ebenfalls im Zusammenhang mit gekauften Wählerstimmen genannte Herr Pakendorf), die möglicherweise mit gekauften Stimmen erfolgte, reicht als Qualifikation, um im Bundestag die Geschicke einer der größten Wirtschaftsnationen zu entscheiden.

    Es gab bereits in den Achtziger Jahren einen Bergisch Gladbacher Bundestagsabgeordneten, der wegen einer vergleichsweise geringen Summe ins Gerede kam. Es war Franz Heinrich Krey (CDU), der “ungeniert” (so der SPIEGEL) eine “Rechnung der Aral-Tankstelle Schmidt in Bergisch-Gladbach über »DM 600,30 (Kraftstoffe, Öle und Fette, Wagenpflege und Zubehör)” beim “Seminar für Sozial- und Staatspolitische Bildungsarbeit der Christlichen Arbeiterschaft” widerrechtlich abrechnete. Vielleicht ein Hoffnungsschimmer für Frau Bosbach: Krey war tief verstrickt in den damaligen Spendensumpf und rechtskräftig verurteilt. Geschadet hat ihm das nicht. Er wurde sogar zum Bürgermeister gewählt.

    Anmerkung: Ich denke nicht, dass der Bundestag nur aus Fachleuten und Spezialisten bestehen sollte. Allerdings ist Fachwissen aus meiner Sicht für manche Bereiche unverzichtbar. Für alle Mandate wären Qualitäten wünschenswert wie Empathie, Bildung, Rückgrat, Menschenfreundlichkeit und einige weitere. Bedauerlich, dass ein relativ hoher Prozentsatz der Abgeordneten trotz des Mangels an solchen Eigenschaften gewählt wurde.

    1. Jede/r, die/der in der Politik in einer Funktion steht, muss sich fortdauernd prüfen, ob sie/er die Anforderung erfüllen kann. (in Anlehnung an Helmut Kohl)
      Vielleicht sollten manche auf ihre Vorbilder hören….wer weiß?

  3. Ohne die Absicht, einzelne Akteure in der CDU zu verteidigen, erscheint es wichtig, die aktuellen innerparteilichen Auseinandersetzungen näher zu betrachten. Eine Analyse der unterschiedlichen Reaktionen kann dazu beitragen, die Hintergründe und Dynamiken besser zu verstehen.

    Die beträchtliche Anzahl eidesstattlicher Erklärungen im Zusammenhang mit aktuellen Vorgängen in der CDU weist auf ein erhebliches Konfliktpotenzial innerhalb der Partei hin. Diese Spannungen betreffen nicht nur interne Machtkämpfe, sondern auch inhaltliche Differenzen.

    Die CDU ist eine große Volkspartei mit vielfältigen Interessen und Einflussmöglichkeiten. In der Region Bergisch Gladbach wird immer wieder über enge Netzwerke und den Einfluss von Parteifreundschaften auf die Vergabe von Aufträgen oder Vorteilen diskutiert. Solche Vorwürfe sind jedoch nicht neu und bedürfen einer sorgfältigen Prüfung, um nicht unbelegt zu bleiben.

    Inhaltlich lassen sich in der CDU unterschiedliche Strömungen ausmachen, die sich grob in konservative, wirtschaftsliberale und christlich-soziale Ausrichtungen unterteilen lassen. Diese Strömungen sind nicht immer klar abgegrenzt und überschneiden sich teilweise. Dennoch scheinen persönliche Beziehungen und Machtinteressen in einigen Fällen eine größere Rolle zu spielen als inhaltliche Differenzen.

    Die derzeitige öffentliche Debatte über interne Vorgänge in der CDU führt zu spürbaren Spannungen innerhalb der Partei. Dies bereitet einigen CDU-Kandidat:innen Sorgen, da sie befürchten, dass die Kontroversen ihre Ziele bei der Kommunalwahl im September gefährden könnten.

    Die CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis sowie Frau Bosbach haben in ihren Stellungnahmen versucht, genau auf diese Konflikte einzugehen, um die Spannungen zu entschärfen. Allerdings könnten die aktuellen Auseinandersetzungen auch andere Dynamiken in der Partei verstärken. Die Kommunalwahl bietet für einige Akteure möglicherweise die Gelegenheit, interne Konkurrenten politisch zu schwächen und es könnte die Stunde der “Whistleblower” werden.

    Denn die aktuellen Entwicklungen lassen vermuten, dass weitere Details zu den Vorgängen in der CDU öffentlich werden könnten. In den kommenden Wochen wird ein Gerichtsverfahren erwartet, in dem ein ehemaliger CDU-Funktionär aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis im Fokus steht. Dieser wird auch in Verbindung mit Vorwürfen gegen eine CDU-Bundestagsabgeordnete genannt.

    Darüber hinaus gibt es noch ungeklärte Fragen, etwa zu Spenden in Höhe von rund 30.000 Euro aus einem sogenannten „Schleusernetzwerk NRW“ an die CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis. Diese Vorwürfe wurden bislang nicht öffentlich verhandelt, könnten jedoch in naher Zukunft für weitere Diskussionen sorgen.


    Um dem „Disclaimer“ der Redaktion zuvorzukommen, stelle ich fest, dass auch dieser Kommentar eine rein private und menschliche (ohne KI geschriebene) Meinungsäußerung und keine Pressemitteilung einer Partei ist. Über meine aktive Rolle bei der Partei Die Linke in der Region können sie sich durch Klick auf den Namen über den Kommentar umfassend inkl. Ämter, Mandate, politischen Lebenslauf und Daten informieren.

  4. Politische Aktivität ist vergleichbar mit Schwimmen in einem Haifischbecken. Wer hier mitschwimmt muss besser aufpassen. Das sollte Frau Bosbach eigentlich wissen, zumal sie in Ihrem Vater einen sehr erfahrenen Berater hat.
    Mein Vorschlag: Jetzt erstmal einen Rückzieher machen, einige Jahre in die Lehre gehen und es dann nochmal mit einem politischen Amt versuchen. Bis dahin haben wir Wähler vielleicht vergessen, was wirklich geschehen ist.

    1. @Bernd –> “muss besser aufpassen.”
      Das sehe ich grundsätzlich anders als Sie. Politiker haben sich an Recht und Gesetz zu halten, keine Machtmissbräuche zu begehen und sich stets für das “Gemeinwohl” einzusetzen.
      Dann brauchen sie auch nicht “aufpassen”.

      1. Gilt dieser Anspruch auch für rot-grüne Politiker? Wenn ich da an Olaf den Vergesslichen denke bekomme ich Zweifel

      2. @Karl Napf: “Gilt dieser Anspruch auch für rot-grüne Politiker?”

        Klar, damit meine ich ALLE die sich aktiv mit Politik beschäftigen!

        Auch die AfD, die immer wieder mit ihren intransparenten/illegalen Spendenaffären, Spionage- und Bestechungsaffären, mit Kontakten zu rechtsextremen Organisationen und Verbreitung rechtsextremer und fremdenfeindlicher Ideologien auffällt.
        Hier stellt sich mir allerdings schon die Frage, ob man diese Partei überhaupt noch als demokratiefähig ansehen kann. Angesichts der vielen “Verfehlungen” ist das m. E. eher eine kriminelle Vereinigung.

  5. Warum spricht das Bürgerportal von einer „knappen Frist“ für Caroline Bosbach? In früheren öffentlichen Erklärungen hatte Caroline Bosbach betont, sie könne alle offenen Fragen klären und entsprechende Belege vorlegen. Seit mindestens zwei Wochen ist dies jedoch nicht geschehen. Vor diesem Hintergrund erscheint die vom CDU-Kreisverband gesetzte Frist bis Freitag weniger als „knapp“, sondern eher als überfällig. Statt einer transparenten Aufklärung ist bislang wenig Konkretes erfolgt – weshalb sich der Eindruck einer Verzögerungstaktik aufdrängen könnte. Dabei wären Zeit und Möglichkeiten zur Klärung der Vorwürfe durchaus vorhanden gewesen.

  6. Wunderbar gefülltes Sommerloch – wo ist mein Popcorn?
    Was ihr Rechtsaußen-Vati wohl davon hält?
    Schade nur, dass die Vettern-CDU bei Spahn et al. nicht auch so konsequent vorgeht.

    1. Hallo Oliver,
      was ist an solchen Anschuldigungen wunderbar? Für mich sind solche Vorgänge (sofern sie sich denn als Wahrheit herausstellen) traurig.

  7. Zitat Bürgerportal: „In einer Erklärung nach der Sitzung zeigt sich der Vorstand mit den Aussagen Bosbachs und ihres Anwalts zu den „zahlreichen“ offenen Fragen nicht zufrieden. “
    Wenn selbst die eigenen Parteifreunde an der Aufklärung zweifeln, bröckelt nicht nur das Vertrauen – da wankt die Glaubwürdigkeit gleich mit.

    1. Der Kreisverband möchte das Thema offenbar höchstens mit der Kneifzange anfassen und sich selbst komplett aus der Schussbahn halten. Irgendwelche Solidaritätsbekundungen für Frau Bosbach sind nicht zu hören, stattdessen hält man größtmögliche Distanz.

      Man kann ihnen das auch nicht übelnehmen, wenn die gute Frau nicht einmal zu parteiinternen Sitzungen erscheint, die sie selbst betreffen, und stattdessen ihren Anwalt schickt. Auf mich macht das den Eindruck, dass die Entfremdung auf beiden Seiten schon weit fortgeschritten ist.

      1. Klar, niemand möchte mit in den politischen Abgrund gezogen werden.
        Dafür sind die Entschädigungen zu lukrativ, wenn man an den vorderen Positionen der Fraktionen sitzt.

  8. Auch die CDU Rhein-Berg lässt Fragen offen: Jede ordnungsgemäße Organisation bezahlt eine Rechnung erst nach sachlicher und rechnerischer Prüfung. Es gilt das Vier-Augen-Prinzip. Warum wurde also die besagte Rechnung über 2.500 € so schnell bezahlt? Entweder handelt die CDU nicht wie ein ordentlicher Kaufmann oder die Rechnung war rechtmäßig und korrekt (es liegt also eine Vereinbarung über den Leistungsaustausch vor und die Leistung wurde erbracht) oder aber einige Personen bei der CDU haben pflichtwidrig diese Rechnung durchgewunken und bezahlt. Wenn der zweite Fall zutrifft, dann ist die Rückforderung der CDU nun nicht erklärbar. Beide anderen Fälle werfen ein schlechtes Licht auf die CDU, die sich hierzu nicht erklärt.

    1. Ein Auszubildender arbeitet nach bisherigen Darstellungen (die man aber nicht mehr alle lesen und zusammenfassen kann, geschweige denn den konkreten Sachverhalt kennt) nebenbei selbständig und stellt [seinem eigenen / seinem zukünftigen / seinem politisch identischen aber räumlich direkt benachbarten] Ausbildungsbetrieb eine Rechnung.
 Dabei stellen sich zumindest folgende Fragen, an die CDU Rhein Berg. Kreis – vielleicht mittlerweile aber auch der CDU Köln:

      Handelt es sich um einen Einzelfall oder ist es üblich jemanden auszubilden oder zu beschäftigen und dann für eine anzunehmend zumindest themenähnliche selbständige Tätigkeit zu beauftragen?

      Wie erfolgt die Abgrenzung inhaltlich, zeitlich, organisatorisch und welche Arbeitszeiten sind dokumentiert?

      Besteht nicht das Risiko einer Scheinselbstständigkeit, wenn sich Weisungen, Arbeitsmittel, -zeit oder Betriebsabläufe überschneiden?

      Wurde die Zeit der Selbstständigkeit sozialversicherungsrechtlich als hauptberuflich überprüft, auch bei nur kurzer, intensiver Tätigkeit?

      Welche Rolle spielt der Ausbildungszweck, wenn der Azubi zugleich Auftragnehmer ist oder alternativ wie kann die CDU Köln ausbilden, wenn mutmaßlich das doppelte einer Ausbildungsvergütung in der halben Zeit als Selbständiger in Rechnung gestellt wird (im Film wird es so dargestellt, dass die Rechnung …0001 für Kundennummer 10001 den Zeitraum vom 01.01. – 15.01.2025 umfasst)?

      Wie handhaben andere Betriebe solche Konstellationen? Wie werten Betriebsprüfer von Finanzamt, Rentenversicherung und anderer Stellen dies normalerweise?

      1. Berechtigte, weitere Fragen! Die Rechnung ist laut Video an den CDU Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis adressiert. Nach den Berichten ist dies auch der Ausbildungsbetrieb gewesen zu diesem Zeitpunkt, nachdem die Ausbildung bei der CDU Köln begonnen wurde.

  9. Mit jeder Verlautbarung von Bosbach, CDU oder Pakendorf verdichtet sich der Nebel. Frau Bosbach glaubt, sich im Stil einer TikTok-Influencerin der Beantwortung brennender Fragen entziehen zu können. Die CDU entzieht ihr jegliche Solidarität, sei es aus Angst vor der anstehenden Kommunalwahl oder weil sie längst weiß, dass Bosbach auf ihrem Weg in den Bundestag Verlierer hinter sich gelassen hat. Pakendorf versichert, dass „er“ keine Wählerstimmen gekauft habe.
    Auf die für Freitag verlangten Antworten und die bereits anberaumte Auswertungssitzung darf man gespannt sein.
    Welche Szenarien sind denkbar?
    -Reinwaschung nach „ausgiebiger Prüfung und zufriedenstellender Beantwortung aller Fragen“ unter Beteiligung des Werteunion/AfD-affinen Anwalts Höcker.
    -Aufforderung, ihr Mandat niederzulegen.
    -Parteiausschlussverfahren.
    -Ermittlungen und Anklage durch die Staatsanwaltschaft.
    Fun question: Wann meldet sich WoBo zu Wort?
    To be continued.

  10. Wenn der Vorstand der CDU RBK sagt: “Ganz grundsätzlich betont die CDU, dass sie „unangemessenes oder gar rechtswidriges Verhalten“ nicht dulde” … Dann möchte ich dazu motivieren, zusätzlich auch der Namensgebung dieser Partei gerecht zu werden, von der man annehmen dürfte, sich christlich zu verhalten und z.B. das neunte Gebot zu einzuhalten…

      1. Hallo Drucker, mir sind selbstverständlich die zehn (christlichen) Gebote bekannt. Ich wollte aber von Martin Weißmüller die Antwort haben warum er das nun in dem Zusammenhang anführt. Vielleicht kann er mir da eine Antwort geben.