Brigitta Opiela, familienpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Foto: Manfred Esser

Um die Kita-Krise zu bewältigen, fordert die CDU im Wahlkampf eine besondere Kraftanstrengung: Bei einem Kita-Gipfel sollen pragmatische Lösungen gefunden werden. Dabei will die Partei neue Erzieher:innen mit neuen Wohnungen anlocken – und neue Kitas schneller bauen.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der CDU

Die Kita-Krise in Bergisch Gladbach ist ein politisches Problem ersten Ranges, viele Eltern sind verzweifelt und ein Ende der Schwierigkeiten ist nicht in Sicht. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Thema Betreuung und Bildung aus Sicht der CDU eines der Topthemen nach der Wahl.

„Die Kinderbetreuung ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Stadt und hier bleiben wir weit hinter unseren Ansprüchen zurück“, beklagte Brigitta Opiela, familienpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, die akuten Engpässe in zahlreichen Einrichtungen. 

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Wo der Ausbau der Kinderbetreuung stecken geblieben ist

Ausbau von Kita- und OGS-Plätzen, Ausweitung der Betreuungszeiten, niedrigere Elternbeiträge: Das damalige Ampel-Bündnis im Bergisch Gladbacher Stadtrat hatte sich 2020 für seine Amtszeit viel vorgenommen. Gut vier Jahre später, zum Start des nächsten Wahlkampfes, machen wir eine Bestandsaufnahme zum Thema Kinderbetreuung: Was haben Bürgermeister Frank Stein, Grüne, SPD (und FDP) umgesetzt? Welche Probleme bestehen?

Kandidaten Felsch und Kreutz stellen sich der „Kitastrophe“

Die Überforderung von Kita, Kindertagespflege und OGS gehört zu den Problemen, für die unsere Leser:innen im Kommunalwahlkampf Antworten verlangen. Im ersten BürgerClub zur Wahl diskutieren die Bürgermeister-Kandidaten Alexander Felsch und Marcel Kreutz mit Expert:innen und Leser:innen, wie die Kinderbetreuung besser werden kann – und stellen einige Ideen vor. Die Eltern überraschen mit unerwarteten Vorschlägen.


„Wir brauchen einen Kita-Gipfel so schnell wie möglich“, fordert Alexander Felsch, Bürgermeister-Kandidat von CDU und FDP. Auf dem Kita-Gipfel sollten alle wichtigen Beteiligten zusammen über pragmatische Lösungen für eine bessere Betreuung und für einen besseren Zustand in den Einrichtungen arbeiten und auch entscheiden. „Kitas sind für mich Chefsache“, sagt Felsch, selbst Vater eines Kita- und eines Grundschulkindes. 

Bezahlbarer Wohnraum für die „Helden des Alltags“

Für Felsch ist der Kampf gegen Erziehermangel ein entscheidender Hebel, um der Kita-Misere zu begegnen. „Wenn wir in einem knappen Arbeitsmarkt heißbegehrte Fachkräfte in unsere Stadt lotsen wollen, dann müssen wir für diese „Helden des Alltags“ vor allem bezahlbaren Wohnraum schaffen“, sagt Felsch.

Die Christdemokraten streben deshalb an, bis spätestens 2028 eine dreistellige Zahl von bezahlbaren Wohnungen gezielt für Erzieherinnen und Erzieher und weitere „Helden des Alltags“ zu schaffen. Diesbezüglich sind bereits diverse Gespräche mit potentiellen Investoren geführt worden. 

Außerdem ist es für die CDU selbstverständlich, dass die seit Jahren beschlossenen und weiter dringend benötigten Kita-Bauprojekte endlich umgesetzt werden. „‚Stillstand ist weiterer ‚Rückschritt’ wir müssen hier handeln, was auch bedeutet, gegen überbordende Bürokratie mobil zu machen“, sagt Brigitta Opiela. 

Unser Chatbot zur Wahl in GL: Wir haben eine Künstliche Intelligenz mit den vollständigen Programmen der Parteien in Bergisch Gladbach gefüttert. Nun können Sie in einem Chat Ihre Fragen stellen. Probieren Sie es aus, fragen Sie nach Übereinstimmungen mit eigenen Präferenzen, lassen Sie die Aussagen der Parteien zu bestimmten Themen vergleichen, …

Die jugendpolitische Sprecherin verwies auf das Beispiel der Kita „Fürstenbrünnchen“. „Seit 2020 gibt es einen Beschluss für diese Kita, fünf Jahre sind seitdem vergangen, passiert ist so gut wie nichts, ein Trauerspiel.“ 

Zwar habe sie ein gewisses Verständnis auch für die Sorgen der Anwohner, aber Leidtragende der Blockade seien stets Familien und Kinder. Familienpolitik sei für die Christdemokraten fundamental, an der Qualität des Betreuungsangebotes zeige sich, ob Bergisch Gladbach der Verantwortung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, gerecht werde, sagte Opiela. 

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  1. Der Begriff „Helden des Alltags“ stammt aus der Corona-Zeit und bezog sich vor allem auf Pflegekräfte, die unter extremen Bedingungen arbeiteten. Heute wird er oft pauschal genutzt, ohne dass daraus konkrete Verbesserungen folgen. Wohnraum gezielt nur für bestimmte Berufsgruppen bereitzustellen, wäre rechtlich problematisch und verstößt gegen das AGG.

    Im Kita-Bereich ist zudem zu beachten, dass die meisten Einrichtungen in freier Trägerschaft geführt werden. Die Kommunen sind nach dem SGB VIII für die Bedarfsdeckung verantwortlich, nicht aber zwingend selbst Träger. Sie können Rahmenbedingungen schaffen – etwa durch Grundstücke, Gebäude oder Infrastruktur – müssen dabei aber Gleichbehandlung und Beihilferecht wahren. Personalwohnungen können Teil einer Fachkräftestrategie sein, dürfen jedoch nicht exklusiv einzelnen Trägern oder Einrichtungen vorbehalten bleiben.

    Ohne ein tragfähiges Konzept bleibt die Debatte um „Wohnraum für Helden des Alltags“ Symbolpolitik. Für mich ist jeder, der seinen Beitrag in Beruf, Familie oder Gesellschaft leistet, ein Held des Alltags – und jeder hat Anspruch auf bezahlbaren Wohnraum!

    1. Mir fehlt auch eine Erläuterung, mit was für einem rechtlichen Rahmen man das umsetzen will.

      Außerdem ist mir überhaupt nicht klar, was hier genau versprochen wird. Was ist bezahlbar? Wer ist “Held des Alltags”. Wieviele Wohneinheiten sind es, “dreistellig” ist mir zu unpräzise? Und wer sind die nicht näher genannten Investoren und wofür genau sollen die investieren? Was soll die Stadt dazutun?

      Ist es denn so, dass Bergisch Gladbach mit so einem Vorhaben bundesweit eine Vorreiterrolle einehmen würde? Oder gibt es schon Städte, die so etwas umgesetzt haben?

      Ein anderes Problem: Es gibt ja bereits Fachkräfte in Bergisch Gladbach, die sich auf dem Wohnungsmarkt mit möglicherweise teurem Wohnraum versorgt haben. Was erzählt man denen? Und was passiert in der Übergangszeit, in der die Maßnahme angekündigt aber noch nicht umgesetzt wäre? Gibt es in dieser Übergangszeit eigentlich Bewerber, oder warten die dann lieber mit ihrer Bewerbung in Bergisch Gladbach?